Ergebnisse des dritten Drogen-und Suchtrats vorgestellt

Handlungsempfehlungen zu Internetsucht und Teilhabe von Suchtkranken am Arbeitsleben

Berlin,  26. September 2016

Heute tagt im Bundesministerium unter dem Vorsitz der Drogenbeauftragten Marlene Mortler der dritte bundesweite Drogen- und Suchtrat, bestehend aus führenden Experten aus dem Bereich der Suchtforschung sowie Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen.

Schwerpunkte sind die Vorstellung der erarbeiteten Handlungsempfehlungen der Arbeitsgruppe „Prävention von Internetbezogenen Störungen“ unter dem Vorsitz von Herrn Dr. Hans Jürgen Rumpf, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie und leitender Psychologe an der Universität Lübeck sowie die Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Teilhabe von Suchtkranken am Arbeitsleben“ unter dem Vorsitz von Herrn Dr. Raphael Gaßmann, Vorsitzender der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.

Dazu die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler: „Wir wissen, dass wir im Bereich Internetsucht handeln müssen. Dies gilt nicht nur für die Politik, sondern für die ganze Gesellschaft. Nicht umsonst ist das Thema mein diesjähriger Jahresschwerpunkt. Die Empfehlungen der Experten geben wertvolle Orientierung. Für mich ist klar: Wir müssen die Kompetenzen der Eltern stärken und mit den Anbietern über Instrumente der Selbstbeschränkung und Kontrolle sprechen. Wichtig ist auch das Thema Jugendschutz – ist dieses Instrumentarium fit für die digitale Welt? Dabei sollte jedoch nicht übersehen werden, dass das Internet weitaus schwieriger zu regulieren ist, als es in anderen Bereichen der Suchterkrankungen der Fall ist.“ 

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Internet“ PD Dr. Hans-Jürgen Rumpf bestätigt: „Wissenschaft und Politik stehen bei den Internetbezogenen Störungen vor einer besonderen Herausforderung: Obwohl der Kenntnisstand derzeit noch unzureichend ist, besteht bereits großer Handlungsbedarf. Daher ist im Bereich der Internetbezogenen Störungen eine verstärkte Forschung vonnöten, auch deren Bündelung sollte geprüft werden.“

Des Weiteren stellte die Arbeitsgruppe „Teilhabe von Suchtkranken am Arbeitsleben“ unter der Federführung von Herrn Dr. Raphael Gaßmann ihre Ergebnisse dem Drogen-und Suchtrat vor. Deren Empfehlungen beziehen sich insbesondere auf die Unterstützung suchtkranker Menschen durch die Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter, die kommunalen Spitzenverbände sowie die Deutsche Rentenversicherung. „Arbeit und Beschäftigung sind zentrale Lebens- und Teilhabebereiche in unserer Gesellschaft“, so der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Teilhabe“,

Dr. Raphael Gaßmann, „der Erhalt des Arbeitsplatzes spielt bei berufstätigen, wie auch die berufliche Wiedereingliederung bei arbeitslosen, suchtkranken Menschen die wichtigste Rolle. Damit sollte bereits frühzeitig während einer noch stattfindenden Rehabilitation, begonnen werden.“

Auch die Drogenbeauftragte Marlene Mortler unterstützt diese Forderung: „Frühzeitige Wiedereingliederung ist für eine gelingende Rehabilitation und erfolgreiche Teilhabe am Arbeitsleben enorm wichtig. Suchtkranke müssen bei jedem Programm, dass es gibt, eine Chance erhalten.“