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Alkohol: Situation in Deutschland

9,5 Mio. Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Durchschnittlich werden pro Kopf der Bevölkerung jährlich zehn Liter reinen Alkohols konsumiert. Etwa 1,3 Mio. Menschen gelten als alkoholabhängig. Nur etwa 10 Prozent unterziehen sich einer Therapie - oft erst viel zu spät nach 10 bis 15 Jahren einer Abhängigkeit. Jedes Jahr sterben in Deutschland 74.000 Menschen an den direkten und indirekten Folgen ihres Alkoholmissbrauchs. Die volkswirtschaftlichen Kosten belaufen sich auf 26,7 Milliarden Euro, davon sind allein 7,4 Milliarden direkte Kosten für das Gesundheitssystem.

Studie: Riskanter Alkoholkonsum und Rauschtrinken unter Berücksichtigung von Verletzungen und der Inanspruchnahme alkoholspezifischer medizinischer Beratung

Die Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener In Deutschland (DEGS1, 2013) bestätigen, dass Risikokonsum und Rauschtrinken in der deutschen Bevölkerung sehr verbreitet sind. Die Ergebnisse entsprechen den Ergebnissen bisheriger bevölkerungsbezogener Studien zum Alkoholkonsum. Am häufigsten ist der Risikokonsum bei jüngeren Menschen im Alter von 19 bis 29 Jahren (Männer 54,9%; Frauen 36%). Im Alter ab  65 Jahren nimmt die Häufigkeit ab. Bei Männern ist der Risikokonsum mit 41,6% häufiger als bei Frauen (25,6%).  Das  Rauschtrinken ist bei Männern dreimal so häufig wie bei Frauen. Verletzungen sind  bei  Personen mit Risikokonsum  und Rauschtrinken häufiger.  Sie  werden bei Arztpraxis- oder Ambulanzbesuchen häufiger zum Alkoholkonsum beraten als Personen ohne diese Trinkmuster.  Mehr erfahren

Strategische Maßnahmen der Bundesregierung

Alkoholbedingte Schäden zu reduzieren, liegt in der Verantwortung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Entsprechend der von der EU-Kommission 2006 vorgelegten Empfehlungen für eine europäische Alkoholstrategie setzt die Bundesregierung in der Alkoholprävention auf eine Kombination von Verhältnis- und Verhaltensprävention. Gesetzliche Beschränkungen gehören ebenso dazu wie Aufklärungskampagnen über die Gefahren des riskanten Alkoholkonsums. Das gesellschaftliche Verständnis für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol soll mit einer bundesweiten Bewusstseinskampagne, die auf den bisherigen Maßnahmen zur Alkoholprävention der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aufbaut, gefördert werden.

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Alkoholkonsum und die Gesundheit der Deutschen

Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) „Gesundheit in Deutschland 2015“

Zum dritten Mal stellt das RKI einen Bericht vor, welcher umfassend den Gesundheitszustand in der Bevölkerung vorstellt. Dazu wurden Daten des Gesundheitsmonitorings des RKI und weitere epidemiologischer Studien sowie amtlicher Statistiken genutzt. Kernaussagen des Berichts sind u. a., dass die Deutschen jährlich etwa zehn Liter Reinalkohol pro Kopf konsumieren und der Alkoholkonsum bei Jugendlichen und Erwachsenen tendenziell ist rückläufig ist.

Über den Alkoholkonsum in Deutschland wird im Kapitel „Welche Faktoren beeinflussen die Gesundheit?“ berichtet.
Den Bericht können Sie hier abrufen.

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Kurzberichts und des Abschlussbericht für das Projekt „Schätzung alkohol-attribuierbarer Mortalität und Morbidität in Deutschland: Trends und Vergleich zwischen den Jahren 2006 und 2012“

Der Konsum von Alkohol gehört zu den fünf wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren für Krankheit und frühzeitliche Sterblichkeit. Ziel des vom August bis Dezember 2013 geförderten Projektes waren Schätzungen des Umfangs alkoholbedingter Mortalität und Morbidität nach Geschlecht und Alter für die Jahre 2006 und 2012 in Deutschland.

Erwartungsgemäß zeigt sich in Übereinstimmung mit der Literatur auch in Deutschland ein starker Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und alkoholbezogener Sterblichkeit. Unter Berücksichtigung einer zeitlichen Verzögerung zwischen Konsum und Mortalität korrespondiert die Abnahme des Pro-Kopf-Konsums seit Ende der 1970er Jahre mit der Abnahme vollständig alkohol-attribuierbarer Mortalität zwischen 1995 und 2012. Die Trends der vollständig alkohol-attribuierbaren Mortalitätsraten zeigen pro 100.000 Personen zwischen 1995 und 2012 bei Männern einen Rückgang von 37 auf 25 Fälle und bei Frauen von 12 auf 8 Fälle, was einem Rückgang um jeweils 33 % entspricht.

Den Kurzbericht mit weiteren Daten zum Projekt finden Sie hier.

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