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Jugendliche und Alkohol

Kurz- und Abschlussbericht des Projektes „Prognostizieren und Erkennen mittel- und langfristiger Entwicklungsgefährdungen nach jugendlichen Alkoholvergiftungen“


Projektnehmer:
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden
Berichtsjahr: 2015

Ziel des vom Bundesministerium für Gesundheit vom 1. September 2011 bis 30. Juni 2014 geförderten Projekts war es, die Lebensentwicklung von Jugendlichen nach stationärer Behandlung wegen Alkoholvergiftungen zu erfassen und eine einfache Methode zu entwickeln, mit der dieser Verlauf auf Einzelfallebene frühzeitig vorhergesagt werden kann. Dazu wurde ein Instrument zur Erhebung von Risiko- und Schutzfaktoren bei Alkoholvergiftungen im Kindes- und Jugendalter (RiScA) entwickelt und hinsichtlich seines prognostischen Wertes für mittelfristige Entwicklungsgefährdungen validiert. Das Projekt gliederte sich in einen prospektiven und einen retrospektiven Teil. Insgesamt zeigte sich, dass es sich bei Jugendlichen, die alkoholbedingt im Krankenhaus behandelt werden, um eine überproportional gefährdete Gruppe handelt. Mit dem RiScA-Fragebogen liegt ein kurzes, valides Instrument vor, mit dem es gelingt, das Ausmaß und die Art der Entwicklungsgefährdungen und weiterer Einflussfaktoren bei Jugendlichen nach Alkoholintoxikation zu erfassen. Dies bietet eine verlässliche Grundlage für die bedarfsgerechte Planung von Maßnahmen der Prävention und Früherkennung.
Der RiScA-Fragebogen mit Auswerteanleitung ist im Abschlussbericht enthalten. Er sollte nur durch entsprechend geschultes Fachpersonal im Rahmen eines Gesamtkonzeptes eingesetzt werden.
Den Kurzbericht finden Sie hier, der Abschlussbericht ist hier

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Abschlussbericht: Einfluss von Alkoholmarketing auf den Alkoholkonsum und die Erwartungen an Alkohol von Jugendlichen in Deutschland


Im Rahmen des EU-Projekts AMPHORA (Alcohol Measures for Public Health Research Alliance) wurde eine Längsschnittstudie durchgeführt, in der der Einfluss von Alkoholvermarktung auf die Entwicklung des Alkoholkonsums von Jugendlichen in vier europäischen Ländern (Deutschland, Italien, den Niederlanden und Polen) ermittelt werden sollte. Über 2000 deutsche Schülerinnen und Schüler nahmen an der Untersuchung teil.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Kontakt mit Alkohol-Online-Marketing die Einstellung von Minderjährigen zu Alkohol und zu deren Trinkverhalten beeinflusst und auch das Trinkverhalten steigert. Außerdem besteht ein partieller Zusammenhang zwischen Alkohol-Sponsoring von Sportveranstaltungen (im Vereinskontext und bei Großveranstaltungen) und der Veränderung des Trinkverhaltens von Minderjährigen.
- zum Bericht -

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Veröffentlichung des Kurz- und Abschlussberichtes zum Modellprojekt „Machbarkeit von universeller und selektiver Alkoholprävention in sozialen Medien"


Soziale Medien sind eine bedeutende Lebenswelt für junge Menschen. Ziel des Projekts war es, herauszufinden, ob soziale Medien wie z.B. Youtube ein geeignetes Handlungsfeld sind, um universelle und selektive Aufklärungsbotschaften an 14- bis 19-Jährige zu vermitteln. In dem Projekt wurde untersucht,

  • ob und welche Reaktionen eine öffentliche Kommentierung eines Videos, das riskanten Alkoholkonsum darstellt, durch einen Sozialarbeiter oder einen Peer hervorruft und wer davon angesprochen wird (universeller Ansatz) und
  • ob und wie Nutzer mit einer augenscheinlich riskanten Haltung gegenüber Alkoholkonsum auf das Angebot einer web-basierten Kurzintervention reagieren (selektiver Ansatz).

Die universelle Kontaktaufnahme zog keine Reaktion auf Seiten der Nutzer von Youtube nach sich. Nachdem die Resonanz für den selektiven Ansatz auf Youtube nicht befriedigend war, wurde dieser auf die sozialen Medien Facebook und Twitter ausgeweitet. Von den insgesamt 256 Nutzern wurde insgesamt jeder vierte erreicht. Diese Reaktionen waren zum überwiegenden Teil positiv. Während die Akzeptanz der Kontaktaufnahme und Botschaft hoch war, wurde die unmittelbare Wirkung, also ein Reflektieren des eigenen Konsums aufgrund der Intervention nur von jedem Vierten berichtet.
Den Kurzbericht zum Modellprojekt finden Sie hier , den Abschlussbericht können sie hier abrufen.
Projektnehmer: IFT Institut für Therapieforschung München
Berichtsjahr: 2014

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Analyse der Daten des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS): Alkoholkonsum im Kindes- und Jugendalter

Mit dem Forschungsvorhaben wird eine Detailauswertung bereits vorliegender Daten aus dem Kinder- und Jugendsurvey (KiGGS) vorgenommen. Insbesondere werden die sozialen und physiologischen Faktoren des schädlichen Konsums von Alkohol unter Kindern und Jugendlichen analysiert. Regelmäßiger (1 – 4 Gläser pro Woche) und häufiger (5 oder mehr Gläser pro Woche) Alkoholkonsum sind nicht mit einzelnen sondern zahlreichen potenziellen Einflüssen und unterschiedlichen Wirkungen verbunden.

Kinder und Jugendliche machen insgesamt höhere Angaben zu ihrem Alkoholkonsum als deren Eltern. Im Alter von 11 Jahren hatten etwa 20% der Jungen aber nur 10% der Mädchen schon einmal Alkohol getrunken; bis zum Alter von 17 Jahren sind es über 95% ohne Geschlechtsunterschied. Die Häufigkeit von Alkoholkonsum ist bei Jungen wesentlich größer und nimmt mit dem Alter schneller zu als bei Mädchen.

Abschlussbericht

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Studie zum Rauschtrinken von Jugendlichen

Das Bundesministerium für Gesundheit hat die qualitative Studie zum Thema "Einflussfaktoren, Motivation und Anreize zum Rauschtrinken bei Jugendlichen" in Auftrag gegeben, um mehr über die Hintergründe des Rauschtrinkens von Jugendlichen zu erfahren. Die Ergebnisse der Studie, die von der Universität Tübingen in Kooperation mit dem Genderforschungs-Institut tifs durchgeführt wurde, bieten eine Fülle von Informationen, die für die Präventionsarbeit auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene genutzt werden können.

Studie: „Einflussfaktoren, Motivation und Anreize zum Rauschtrinken bei Jugendlichen“

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Eltern stärken für den Umgang mit dem Alkoholkonsum ihrer Kinder

In dem Pilotprojekt wurde eine Präventionsmaßnahme für Eltern entwickelt, die darauf abzielt, einen Beitrag gegen die Schäden eines exzessiven Alkoholkonsums Jugendlicher zu leisten. Die Präventionsmaßnahme besteht aus einer 30-minütigen Informationsveranstaltung im Rahmen eines regulären Elterabends, einem Faltblatt mit zehn Regeln und einem Erinnerungsschreiben. Mit der Evaluationsstudie wurde die Reichweite und Akzeptanz der Intervention sowie die Anwendung der vermittelten Regeln in der Praxis untersucht. Aus vier Bundesländern (Baden-Württemberg, Berlin, Sachsen und Schleswig-Holstein) nahmen rund 180 Klassen der Klassenstufen 8-10 teil.

Zwei Drittel der Eltern haben an der Informationsveranstaltung im Rahmen des Elternabends teilgenommen; sie wurde von den Eltern im Durchschnittswert als „gut“ bewertet. Nach eigener Einschätzung führt die Maßnahme bei einem kleinen Teil der Eltern dazu, dass sie in Bezug auf den Alkoholkonsum strenger zu sich selbst und zu ihrem Kind geworden sind. Gleichzeitig führt die Elternintervention nicht zu einer Zunahme der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern und vor allem werden auf der Ebene angewandter Regeln keine Effekte sichtbar.

Kurzbericht

Abschlussbericht

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"Hart am Limit (HaLT)"

„Hart am Limit“ (HaLT) ist inzwischen in ganz Deutschland zum Markenzeichen eines qualitätsgesicherten Präventionsprojekts zur Verhinderung von jugendlichem Alkoholmissbrauch geworden. Mit strukturellen Maßnahmen und breiten Netzwerken wird dafür gesorgt, dass der Jugendschutz verbessert und präventive Aktivitäten verstärkt werden. Zudem erhalten Jugendliche, die wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden, noch vor Ort eine niedrigschwellige Beratung im Rahmen eines sogenannten Brückengesprächs. In zehn Bundesländern gibt es mittlerweile eigene Landeskoordinationsstellen, die dabei helfen, HaLT in weiteren Gemeinden aufzubauen. In vielen Bundesländern bestehen zudem Rahmenvereinbarungen mit den gesetzlichen Krankenkassen, die eine Teilfinanzierung der Frühinterventionen im Krankenhaus sichern. Mit dem Brückengespräch werden gezielt Jugendliche mit besonderen Problemen erreicht. Um die maximale Wirkung eines solchen Gesprächs nutzen zu können, wurde in einem vom BMG geförderten Projekt der Universität Bamberg erprobt, wie die Motive der Jugendlichen zum Rauschtrinken (zum Beispiel mehr Spaß und Kontaktfreude versus Vergessen von Problemen) stärker eingebunden werden können. Dazu wurde eine kurze computergestützte Befragung und motivbasierte Intervention entwickelt, die unmittelbar im Anschluss an das Brückengespräch durchgeführt wurde. Die Studie erfasste vier Wochen nach dem Gespräch, ob seitdem eine Verhaltensänderung stattgefunden hatte. Die Ergebnisse wurden mit einer Kontrollgruppe verglichen, in der die Jugendlichen nur das allgemeine Erstgespräch am Krankenbett („Brückengespräch“) erhielten. Ergebnis der Studie ist, dass die Jugendlichen einen Monat nach der Intervention seltener tranken als vor der Intervention, seltener Rauschtrinken praktizierten und weniger häufig betrunken waren. Die Teilnehmer beider beobachteten Gruppen (trinkmotivbasierte Gruppe und Kontrollgruppe) steigerten im Verlauf  der Intervention ihre Motivation zur Veränderung ihres Verhaltens: Ihre Motivation zu trinken war zum Follow- up-Zeitpunkt geringer. Das Brückengespräch im Krankenhaus wurde von der gesamten Stichprobe positiv bewertet. Die Jugendlichen empfanden das Gespräch als hilfreich und hatten das Gefühl, verstanden und ernst genommen zu werden.
Eine geschlechtsspezifische Analyse kam zu dem Ergebnis, dass Mädchen der Experimentalgruppe die Anzahl ihrer Trinktage und die Anzahl ihres Rauschtrinkens deutlich stärker reduzierten als die Mädchen der Kontrollgruppe. Bei den Jungen schienen beide Interventionen (motivbasierte Übungen und allgemeine Informationsvermittlung) gleich wirksam zu sein. Die Mädchen der Experimentalgruppe lernten durch die motivbasierten Übungen außerdem besser, wie sie mit Stress und Problemen umgehen können, als die Mädchen der Kontrollgruppe. Der niedrigschwellige Ansatz der trinkmotivbasierten Intervention war insgesamt sehr effektiv: Alle Konsumparameter wurden signifikant reduziert, die Veränderungsmotivation  konnte gesteigert werden und Trinkmotive sowie Alkoholkonsum in trinkmotivrelevanten Situationen nahmen ab. Dies ist bisher der deutlichste Wirksamkeitsnachweis einer standardisierten HaLTIntervention.http://www.halt-projekt.de/

www.halt-projekt.de

Abschlussbericht des HaLT-Projekts   Kurzbericht des HaLT-Projekts

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Modellprojekt "Erarbeitung und erste Evaluation einer trinkmotiv-basierten Intervention am Krankenbett im Rahmen des Projektes „HaLT – Hart-am-Limit""

„HaLT - Hart am Limit“ ist ein Präventionsprojekt für Kinder und Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum. Wesentlicher Bestandteil ist das so genannte Brückengespräch, bei dem Jugendliche nach einer Alkoholintoxikation noch im Krankenhaus zur Reflektion ihres Alkoholkonsums aufgefordert werden. In der Studie wurde ein Zusatzmodul zum Gespräch erprobt, das in Abhängigkeit des Motivs zum Alkoholkonsum variiert wurde. Der niedrigschwellige Ansatz der trinkmotivbasierter Intervention war insgesamt hocheffektiv im Hinblick auf eine signifikante Reduzierung aller Konsumparameter, einer Steigerung der Veränderungsmotivation sowie einer Abnahme von Trinkmotiven und von Alkoholkonsum in trinkmotivrelevanten Situationen. Dies ist bisher der deutlichste Wirksamkeitsnachweis einer standardisierten HaLT-Intervention.

Kurzbericht 

Abschlussbericht

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Alkoholwerbung - Deutscher Werberat und Beschwerden über Werbung

Die kommerzielle Kommunikation der Unternehmen ist in Deutschland durch Gesetze geregelt. Der Staat setzt den Rahmen für einen fairen Wettbewerb und trägt dafür Sorge, dass sich die Werbefreiheit auf allgemeinverträgliche Art entfaltet – etwa durch das Verbot irreführender oder Jugend gefährdender Werbeaussagen.

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Internetprogramm zum Test des Alkoholkonsums "www.drugcom.de"

Mit dem Internettest „check your drinking“ kann der eigene Alkoholkonsum hinterfragt werden. Jenen Nutzern und Nutzerinnen, die aktuell ein riskantes Konsumverhalten aufweisen, wird empfohlen, sich mit dem Programm „change your drinking“ über einen Zeitraum von zehn Tagen mit ihrem Alkoholkonsum auseinanderzusetzen und diesen zu reduzieren.

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Kampagnen zur Alkoholprävention bei Jugendlichen

Plakatwettbewerb „bunt statt blau“

Bei „bunt statt blau“ setzen Jungen und Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren mit Kunst und Kreativität ein Zeichen gegen das „Komasaufen“. Der bundesweite Plakatwettbewerb wurde von der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) initiiert. Schirmherrin ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Kooperationspartner sind das Kieler Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung sowie die Bands „Monrose“ und „Luxuslärm“. In den Bundesländern unterstützen Minister, Bürgermeister und Suchtberatungsstellen das Projekt, das im Rahmen der Europäischen Aktion Drogen zertifiziert ist. Pro Bundesland wird ein Sieger ermittelt. Aus den Landessiegern wählt eine Jury drei Bundessieger aus. Die Teilnehmer können Geld- und Sachpreise gewinnen. Mehr als 15.000 Schülerinnen und Schüler haben 2012 an "bunt statt blau" teilgenommen.

Die Plakate der 16 Landessieger werden als Wanderausstellung in Schulen gezeigt. Der Wettbewerb „bunt statt blau“ ist eingebunden in die „Aktion Glasklar“, mit der die DAK seit 2004 Schüler, Lehrkräfte und Eltern über das Thema Alkohol aufklärt.

http://www.dak.de/dak/leistungen/bunt_statt_blau-1187104.html

bunt statt blau 2015

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Koma- und Flatrate-Partys nach geltendem Recht unzulässig

Nach geltendem Recht sind Veranstaltungen mit "Flatrate-Angeboten" für alkoholische Getränke unzulässig, die erkennbar auf die Verabreichung von Alkohol an Betrunkene abzielen. Bereits im Vorfeld kann die Bewerbung entsprechender Veranstaltungen verboten werden, da die Annoncierung solcher Veranstaltungen ein klares Indiz für die Abgabe von Alkohol an Betrunkene nach den bestehenden Regelungen darstellt. Die Durchführung solcher Veranstaltungen kann zum Widerruf der Gaststättenerlaubnis führen. Diese Regelungen sind im bestehenden Gaststättengesetz in den §§ 4 Abs.1 Nr. 1 sowie 15 Abs. 2 vorgesehen und können angewendet werden.

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