Alkohol

Alkoholkonsum in der Schwangerschaft und Fetales Alkoholsyndrom

Alkoholkonsum in der Schwangerschaft schädigt das ungeborene Kind

Schätzungen zufolge kommen in Deutschland jährlich etwa 10.000 Babys mit alkoholbedingten Schädigungen (sog. fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD) auf die Welt. Man vermutet, dass davon mehr als 2.000 Kinder das Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS), einer schwerwiegenden geistigen und körperlichen Behinderung, aufweisen. Es zählt damit zu den häufigsten bereits bei der Geburt vorliegenden Behinderungen in Deutschland. Allerdings wird die Diagnose FAS viel zu selten gestellt, da die professionellen Helfer im Gesundheitssystem Hemmungen haben, einen diesbezüglichen Verdacht auszusprechen oder zu wenig über das Krankheitsbild informiert sind.

Den Angaben in der S 3 Leitlinie zur Diagnostik des Fetalen Alkoholsyndroms zufolge betrug in Deutschland der Alkoholkonsum während der Schwangerschaft zwischen 14 % und 30 %. Bereits geringe Mengen Alkohol können das ungeborene Kind schädigen. Ein vollständiger Alkoholverzicht in der Schwangerschaft ist somit unabdingbar.

Weitere Informationen und Hilfsangebote zu FASD

Nach oben

Handbuch „Fetale Alkoholspektrumstörung – und dann?"

Mit Unterstützung der Drogenbeauftragten ist jetzt ein Handbuch erschienen, das sich erstmals speziell an die Betroffenen richtet.

Nur ein Drittel der Menschen mit FASD kann selbständig leben. Die Betroffenen, ihre Familien und Angehörigen benötigen deshalb Unterstützung. Dies gilt insbesondere für die berufliche Ausbildung, das spätere Berufsleben und das selbstständige Wohnen. Das Handbuch hilft, mehr über Fetale Alkoholspektrum-Störungen zu erfahren und unterstützt die Betroffenen bei der Bewältigung des täglichen Lebens. Es ist damit ein wichtiger Bestandteil der Hilfe bei FASD.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Anlässlich der 7. Internationalen Konferenz für Erwachsene mit Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) am 08.04.2016 in Vancouver, die unter dem Motto stand: Research on Adolescents & Adults: If Not Now, When?, wurde das neue Handbuch für betroffene Jugendliche und Erwachsene „FASD und dann?“, an Vertreter des Boyle Street Education Centers, die die Ursprungsversion des Handbuches erstellt hatten, übergeben. Frau Becker vom FASD –Fachzentrum Sonnenhof Berlin und Vorstandsmitglieder der Patienten- und Elternvertretung von FASD Deutschland nahmen an der Konferenz teil.

Nach oben

Pocket Guide "Think Kids. Don't drink. Stop FAS"

Die TESS-Ambulanz im Sozialpädiatrischen Zentrum des Dr. von Haunerschen Kinderspitals in München betreut Risikokinder nach einer "ToxinExposition in der Schwangerschaft". Die sehr erfahrenen Fachkräfte dieser Ambulanz haben auch die wichtigsten Fakten zur S 3-Leitlinie der FAS-Diagnose in einer praktischen Kurzform herausgegebenen, die über den folgenden Link erreichbar ist: 

 

Der Pocketguide zur FASD ist hier abrufbar.

 

 

Nach oben

Broschüre „Die Fetale Alkoholspektrum-Störung – Die wichtigsten Fragen der sozialrechtlichen Praxis“

Eine im Frühjahr 2014 aktualisierte Broschüre gibt Antworten auf die wichtigsten Fragestellungen der sozialrechtlichen Praxis in Bezug auf die Fetale Alkoholspektrum-Störung. Die Broschüre richtet sich an alle Berufsgruppen, die über Hilfen für alkoholgeschädigte Kinder entscheiden oder aus anderen Gründen mit ihnen zu tun haben. Sie soll den zuständigen Sachbearbeitern, Familienrichtern, Staatsanwälten, Sozialpädagogen, Beschäftigten in der Wohlfahrtspflege und anderen Fachkräften praktische Hilfestellung im Umgang mit dieser Behinderung geben.
Broschüre als Pdf

Wenn Sie Bestellungen aufgeben möchten:
Best.-Nr.: BMG-D-11006
Telefon: 0180 /577 80 90*
Schreibtelefon für Gehörlose und Hörgeschädigte:
0180 /599 66 07*
Schriftlich:
Publikationsversand der Bundesregierung
Postfach 48 10 09, 18132 Rostock
E-Mail: publikationen@bundesregierung.de
Telefax: 0180 /577 80 94*
* Für diesen Anruf gilt ein Festpreis von 14 Cent pro Minute aus
den Festnetzen und maximal 42 Cent pro Minute aus den Mobilfunknetzen

Nach oben

Gutachten: Fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD) in der sozialrechtlichen Praxis

FASD-Betroffene sind in vielfältig beeinträchtigt. Sie sind auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Je früher und qualifizierter Hilfen und Leistungen einsetzen, desto größer ist die Chance, den Lebensweg der Betroffenen positiv zu beeinflussen. Denn auch wenn die Schäden, die das Ungeborene durch Alkoholkonsum seiner Mutter in der Schwangerschaft erleidet, nicht heilbar sind, können durch die verstärkte Inanspruchnahme zustehender Leistungen die Folgen der Symptome gelindert und negative Auswirkungen reduziert und aufgefangen werden.

Häufig fehlt noch ein ausreichendes Verständnis der beteiligten Stellen und Institutionen für ihre Beeinträchtigungen und ihre Unterstützungs- und Hilfebedarfe.

Im Sozialrecht finden sich die Grundlagen für eine erfolgreiche Hilfe und Unterstützung der Betroffenen. Das im Auftrag der Drogenbeauftragten der Bundesregierung erstellte Gutachten der Rechtsanwältin Schindler unter Beteiligung von Dr. med. Heike Hoff-Emden, zeigt, welche Sozialleistungen Menschen in Anspruch nehmen können, die von einer Fetalen Alkoholspektrum-Störung betroffen sind und welche Probleme bei der Umsetzung und Einlösung der Ansprüche auftreten können.

Gutachten

Nach oben

Leitlinie für die Diagnose der Fetalen Alkoholspektrum-Störungen

Im Juni 2016 wurde die Leitlinie zur Diagnose der Fetalen Alkoholspektrum-Störungen (FASD) veröffentlicht. Unter diesem Oberbegriff werden sog. Teilstörungen (FASD) und das Vollbild der Erkrankung, das Fetale Alkoholsyndrom (FAS), zusammengefasst.

Damit liegt eine evidenzbasierte Zusammenstellung über die notwendigen diagnostischen Kriterien und relevanten Empfehlungen für FASD bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland vor.

Im ersten Schritt wurde 2012 eine Leitlinie für das Vollbild FAS.

Die Leitlinie schafft die Voraussetzung für eine frühzeitige Diagnose und ermöglicht erstmals in Deutschland eine einheitliche Diagnose von FAS bei Kindern und Jugendlichen. Die betroffenen Familien, die häufig Pflege- und Adoptivfamilien sind, erfahren dadurch frühzeitig von der Ursache der Behinderung und können von Anfang an ihren Alltag auf die Besonderheiten des Kindes einstellen und entsprechende Hilfen organisieren. Kinderärzte, Psychologen und Therapeuten können ihre Fördermaßnahmen anpassen und Kindertagesstätten und Schulen können sich besser auf die Kinder mit FAS einstellen. Weiterhin wird es auch für die zuständigen Jugend- und Versorgungsämter leichter, den entwicklungsbezogenen Leistungsbedarf zu ermitteln.

Leitlinie(Kurzfassung)

Leitlinie(Langfassung)

Förderschwerpunkt „Neue Präventionsansätze zur Vermeidung von Suchtmittelkonsum in Schwangerschaft und Stillzeit“

Das Bundesministerium für Gesundheit hat seit Frühjahr 2011 eine Reihe von Präventionsprojekten zur Vermeidung und Reduzierung von Suchtmittelkonsum in Schwangerschaft und Stillzeit gefördert. Innerhalb der Projekte wurden Präventionsansätze für unterschiedliche Situationen und zugeschnitten auf verschiedene Institutionen, Verbände und Vereine entwickelt.

Mehr Informationen und Berichte zu diesen Projekten finden Sie hier:
mehr Informationen und Berichte als Download

Weitere Informationsmaterialien zu Alkohol in der Schwangerschaft

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:

Flyer und Broschüren:

Angebote im Internet:

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS):

Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung (BSI):

Übersicht wichtiger Links

Fußleiste

© 2016 Bundesministerium für Gesundheit
Zum Seitenanfang