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Studie "Pathologisches Glücksspielen und Epidemiologie" PAGE

Im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags von 2008 haben die Bundesländer Mittel zur Verfügung gestellt, die eine groß angelegte Studie hierzu ermöglicht haben. Mit der PAGE-Studie liegt eine Datenbasis vor, die hohe methodische Standards erfüllt und sowohl national als auch international viele neue Erkenntnisse darüber liefert, wie problematisches und pathologisches Glücksspiel entsteht und wie Spielsucht verläuft. In der Telefonstichprobe wurden 15.023 Personen im Alter von 14 bis 64 Jahren befragt. Weitere 702 Personen wurden über ergänzende Rekrutierungswege kontaktiert oder meldeten sich selbst. 594 als problematisch oder pathologisch klassifizierte Glücksspieler wurden im Rahmen des klinischen Interviews nachuntersucht. Die Daten zeigen, dass Glücksspiele in Deutschland weit verbreitet sind. Fast jeder Zweite in der erwachsenen Bevölkerung (45 Prozent) hat in den vergangenen zwölf Monaten eines oder mehrere der öffentlich angebotenen Glücksspiele um Geld gespielt. Am häufigsten werden die staatlichen Lotterien und Sofortlotterien/Rubbellose genutzt, gefolgt von anderen Lotterien und dem Glücksspiel an Geldspielautomaten in Spielhallen oder der Gastronomie. Etwa ein Prozent der 14- bis 64-Jährigen waren im Laufe ihres Lebens von pathologischem Glücksspiel betroffen. Innerhalb der letzten zwölf Monate spielten 1,40 Prozent risikoreich, 0,30 Prozent problematisch und 0,35 Prozent pathologisch Glücksspiele.Das Suchtpotenzial für Glücksspiele unterscheidet sich je nach Art des Spiels. Die Teilnahme an Sportwetten, dem Kleinen Spiel in der Spielbank, Poker und Geldspielautomaten in Spielhallen oder Gastronomiebetrieben ist mit einem erhöhten Risiko für pathologisches Glücksspielen verbunden. Am höchsten ist das Risiko für das pathologische Spielen an Geldspielautomaten.

Von den pathologischen Glücksspielern hatten knapp 80 Prozent in ihrem Leben nie Kontakt zu irgendeiner Form professioneller Hilfe einschließlich Selbsthilfegruppen. Dies trifft auch für ehemalige pathologische Glücksspieler zu. Diese sind im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich häufiger auch von anderen psychischen Erkrankungen betroffen. Ohne Berücksichtigung von Suchtstörungen beträgt diese Rate 71 Prozent gegenüber 16 Prozent in der Allgemeinbevölkerung. Werden zudem alkohol-, drogen- oder tabakbezogene Störungen einbezogen, haben 95 Prozent der pathologischen Glücksspieler mindestens eine weitere psychische Störung im Vergleich zu 35 Prozent in der Allgemeinbevölkerung.

mehr Informationen zur Studie (pdf):
http://www.landesfachstelle-gluecksspielsucht-nrw.de/dokduisburg/PAGE_Dr_Rumpf.pdf?PHPSESSID=3164c59d63f20e470d7284f2677d638e

http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2011_02_16_Pressemeldung_Rumpf.pdf

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