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Konsum von „Speed“ und „Crystal Meth“ in Deutschland

Trends und Risikofaktoren des (Meth-) Amphetaminkonsums in Deutschland auf der Grundlage verschiedener Datenquellen.

Fachgespräch zu Präventionsmaßnahmen im Bereich Methamphetaminkonsum in der Partydrogenszene

Präventionsmaßnahmen zu Methamphetaminkonsum in der Partydrogenszene

Auf Einladung der Drogenbeauftragten fand am 12. September im Bundesministerium für Gesundheit in Berlin ein Fachgespräch zu Präventionsmaßnahmen im Bereich  Methamphetaminkonsum in der Partydrogenszene statt. Es nahmen Vertreterinnen und Vertreter von 15 Beratungseinrichtungen zur Aufklärung der Risiken bei Alkoholkonsum und illegalen Drogen auf Partys aus ganz Deutschland teil. Anlass für diese Veranstaltung waren die aktuellen Entwicklungen zum Crystal-Meth-Konsum in Deutschland. Auch wenn nach den Erkenntnissen der Vertreterinnen und Vertreter der Konsum von Methamphetaminen noch weitgehend auf die Grenzregionen zu Tschechien beschränkt ist, gibt es einige Hinweise der Verbreitung auch in andere Gebiete Deutschlands.

Hierzu Marlene Mortler: „Eine Ausbreitung dieser gefährlichen Droge gilt es frühestmöglich zu stoppen, um gesundheitliche und soziale Schäden bei Betroffenen und Angehörigen zu vermeiden. Da besonders auf Partys für viele Jugendliche und junge Erwachsene ein starkes Verlangen nach Ekstase und Rauscherleben besteht - oft unterstützt durch den Konsum legaler und illegaler Drogen - ist das Partysetting im Freizeitbereich eines der zentralen Felder für szenenahe und effektive Suchtprävention.“

Projekte aus diesem Bereich verfügen meist über langjährige Erfahrungen, deren Expertise sehr wichtig ist, um die aktuelle Situation vor Ort besser einschätzen zu können, gezielte Informationskampagnen zu starten und eine weitere Verbreitung des Konsums möglichst aufzuhalten.

Die Veranstaltung fand im Anschluss an ein erstes Fachgespräch zum Methamphetaminkonsum im Juni 2014 statt. Darüber hinaus wurden in diesem Jahr vier weitere Fachtagungen intensiv begleitet.

Am 16. Dezember 2014 wird die Drogenbeauftragte ein weiteres Expertengespräch zur klinischen und ambulanten Behandlung von Methamphetaminabhängigen in Berlin durchführen.

Im Frühjahr 2015 soll dieser Austausch fortgesetzt werden, um an gemeinsamen Handlungsleitfäden für die Praxis zu arbeiten.
Präsentationen:

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Konsum von „Speed“ und „Crystal Meth“ in Deutschland:

Vielfältige Hintergründe benötigen unterschiedliche Maßnahmen in einzelnen Regionen

Seit etwa 2009 ist in den deutschen Grenzregionen zu Tschechien ein Anstieg des Missbrauchs von Methamphetamin zu beobachten. Um mehr über die Konsumentinnen und Konsumenten zu erfahren, hatte das Bundesministerium für Gesundheit 2013 eine qualitative Studie zum Missbrauch von Amphetaminen und Methamphetamin in Deutschland in Auftrag gegeben. Ergänzend zu dem Projekt wurde eine Sekundäranalyse gefördert, die vom Institut für Therapieforschung (IFT) in München durchgeführt wurde und Trends und Risikofaktoren des (Meth-) Amphetaminkonsums in Deutschland auf der Grundlage verschiedener Datenquellen analysiert hat.

Die Ergebnisse der Hauptstudie des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) an der Universität Hamburg zeigen, dass auch in Deutschland sehr unterschiedliche Gruppen Amphetamin oder Methamphetamin konsumieren. Die Studienautoren haben innerhalb der knapp 400 befragten Personen sieben Gruppen identifiziert, zu denen sich die Konsumierenden zuordnen lassen: Einnahme im Freizeitbereich, im schulischen Bereich,  im Ausbildungs- oder beruflichen Kontext, in der schwulen „Party-Szene“, bei psychischer Komorbidität, Konsumenten mit Kindern und solche mit besonders riskanten Konsumgewohnheiten.

Die Daten der Sekundäranalyse deuten darauf hin, dass mehrere Subgruppen von Methamphetamin- Konsumentinnen und Konsumenten existieren. Ein weiteres Ergebnis der Analyse ist, dass es erhebliche regionale Unterschiede in der Verbreitung des Konsums von Methamphetamin und der damit verbundenen Nachfrage nach professioneller Hilfe gibt.

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