Oberstes Ziel der Prävention ist es, einen Einstieg in den Drogenkonsum zu vermeiden. Darüber hinaus zählt auch die Aufklärung der Drogenabhängigen über Infektionsrisiken und Infektionsvermeidung sowie die Minimierung des intravenösen Gebrauchs von Drogen zur Prävention. Insbesondere der intravenöse Drogenkonsum, vorwiegend von Heroin, ist eine der wichtigsten Ursachen für schwerwiegende Gesundheitsprobleme unter Drogenkonsumenten, darunter Infektionskrankheiten wie HIV/AIDS sowie Hepatitis B und C.
Zu den präventiven und schadensminimierenden Maßnahmen für Drogenkonsumenten zählen neben der opioidgestützten Substitutionstherapie u.a. eine (regelmäßige) Testung auf Infektionskrankheiten, die aktive Informationsvermittlung zu Safer Use und Safer Sex, Nadel- und Spritzentauschprogrammen, Programmen zur Drogennotfallprophylaxe und Drogenkonsumräume. Insbesondere niedrigschwellige Drogenhilfeeinrichtungen leisten mit entsprechenden Angeboten einen wichtigen Beitrag zur Bereitstellung von Hilfe und Unterstützung für die betroffenen Menschen.
Die Einschätzungen von Experten hinsichtlich der Verfügbarkeit von Angeboten wie Spritzentauschprogramme, Aufklärungsmaterialien oder Trainings zum Safer Use sind heterogen und unterscheiden sich regional erheblich. Defizite in der Verfügbarkeit entsprechender niedrigschwelliger Angebote werden z.B. in einer mangelnden Versorgung insbesondere im ländlichen Raum, im Strafvollzug sowie in fehlenden oder nicht gesicherten personellen und finanziellen Ressourcen zur Aufrechterhaltung von Safer Use-Maßnahmen gesehen.
Eine aktuelle Übersicht zu Drogenkonsumräumen in Deutschland bietet die Internetseite www.konsumraum.de
Studie "Prävention von Infektionskrankheiten bei injizierenden Drogenkonsumenten in Deutschland. Spritzentauschprogramme und andere Maßnahmen - Eine Bestandsaufnahme"
Injizierender Drogenkonsum stellt eine der wichtigsten Ursachen für schwerwiegende Gesundheitsprobleme unter Drogenkonsumenten (v.a. Infektionskrankheiten wie HIV/AIDS und Hepatitis C) dar. Sog. "Spritzentauschprogramme" helfen dabei, Gesundheitsschäden zu verringern. Die Studie "Prävention von Infektionskrankheiten bei injizierenden Drogenkonsumenten in Deutschland. Spritzentauschprogramme und andere Maßnahmen - Eine Bestandsaufnahme" gibt erstmals zu Art, Umfang und Qualität dieser Aktivitäten noch zu den Strukturen und Rahmenbedingungen in Deutschland (Konzepte, Finanzierung, Evaluation, Schnittstellen, etc.) einen bundesweiten Überblick. Kurzbericht Abschlussbericht
Bundesmodellprojekt „Frühintervention als Maßnahme der Hepatitis-C-Prävention“
Mit Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit führt der Berliner Träger Fixpunkt e.V. seit Oktober 2008 ein auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt zur Hepatitis-C-Prävention durch. Das Land Berlin finanziert die wissenschaftliche Begleitung durch das Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung in Hamburg. Ziel ist es, insbesondere junge Drogenkonsumenten, die noch nicht lange intravenös konsumieren, zu erreichen und sie über die Risiken einer Hepatitisinfektion aufzuklären bzw. den intravenösen Konsum möglichst zu verhindern.
Projekt „test it“
Das vom Bundesministerium für Gesundheit und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geförderte Projekt „test it“ wurde im Jahr 2010 von der Deutschen AIDS-Hilfe in Kooperation mit der AIDS-Hilfe Dortmund durchgeführt, um das Thema HIV/AIDS in der Drogenhilfe wieder mehr zu beachten und das Bewusstsein für Infektionsrisiken bei Drogenkonsumierenden zu erhöhen. Gleichzeitig wurde überprüft, wie Schnelltestangebote im Rahmen einer HIV-Beratung in einer ambulant niedrigschwelligen Drogenhilfeeinrichtung angenommen wurden. Die Ergebnisse des Projektes zeigen, dass Drogenkonsumentinnen und Drogenkonsumenten ein großes Interesse an ihrer Gesundheit haben. Sie nehmen ein auf ihre Zielgruppe abgestimmtes Gesundheitsangebot in einem geeigneten Setting an. Die Bereitschaft der Betroffenen, sich in eine Beratungssituation zu begeben und diese auch unaufgefordert wieder aufzusuchen, zeigt die Chancen und Möglichkeiten von niedrigschwelligen Drogeneinrichtungen, neue Angebote zu entwickeln. Für Drogenkonsumierende mit einem negativen Ergebnis war der Test Anlass, nicht nur ihr Infektionsrisiko sondern auch den Kontext ihrer Lebenssituation zu reflektieren.
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