Konsumsituation
Jeder vierte Erwachsene (26,5%) im Alter von 18 bis 64 Jahren hat schon einmal eine illegale Droge probiert (ESA 2009). Dabei handelt es sich überwiegend um Cannabisprodukte. 7,4% der Erwachsenen probierten bereits andere illegale Substanzen wie Heroin, Kokain oder Amphetamine, deren aktueller Konsum in den vergangenen 30 Tagen mit 0,6% bei den Erwachsenen wesentlich geringer ausfällt. Dabei nehmen Männer deutlich öfter illegale Drogen zu sich als Frauen; gleichzeitig konsumieren jüngere Erwachsene unter 30 Jahren häufiger illegale Substanzen als ältere Erwachsene.
7,2 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren machten bereits Erfahrungen mit illegalen Drogen (Drogenaffinitätsstudie 2011). Insgesamt 4,9 % der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren konsumierten auch in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung (12- Monats-Prävalenz) eine illegale Droge, von denen wiederum weniger als die Hälfte (2,0 %) berichten, dass dieser Konsum nicht länger als 30 Tage zurückliegt (30-Tage-Prävalenz). Ein regelmäßiger Konsum illegaler Drogen ist für etwa jeden hundertsten Jugendlichen festzustellen.
Insgesamt 0,9 % der 12- bis 17-Jährigen geben an, in den letzten zwölf Monaten eine illegale Droge mehr als zehnmal genommen zu haben. Auch hier zeigt sich, dass diese Erfahrungen wesentlich durch Cannabis bestimmt sind.
Bei Kindern und Jugendlichen gilt: Je jünger sie sind, desto seltener haben sie illegale Drogen konsumiert, Mädchen deutlich seltener als Jungen. Dabei zeigt sich unabhängig vom Geschlecht die Tendenz, dass Konsumenten legaler Suchtmittel wie Alkohol, Zigaretten oder Shisha häufiger bereits illegale Substanzen probierten oder regelmäßig konsumieren. Nach Cannabis steht der Konsum von Ecstasy, Kokain und Amphetaminen bei dieser Altersgruppe im Vordergrund, wobei die einzelnen Konsumprävalenzen dieser drei Substanzen unter einem Prozent liegen.
Schätzungen zufolge konsumieren insgesamt etwa 200.000 Personen in Deutschland illegale Substanzen (ohne Cannabis) risikoreich, die Mehrheit davon injiziert Heroin.
Detaillierte Zahlen zum Konsum illegaler Drogen in Deutschland können dem jährlich von der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogensucht (DBDD) veröffentlichten REITOX-Bericht entnommen werden. Der aktuelle Bericht wurde am 11. November 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt. Bericht
Drogentodesfälle
Im Jahr 2011 starben 986 Menschen an ihrem Drogenkonsum. Die Mehrheit der Drogentoten verstarb an den Folgen einer Überdosis von Heroin (279 Menschen) bzw. an einer Überdosis von Heroin in Verbindung mit sonstigen Drogen (290 Menschen). An dritter Stelle der Todesursachen stehen gesundheitliche Langzeitschäden aufgrund jahrelangen Drogenkonsums (211 Menschen). Die 2011 registrierten Drogentodesfälle bedeuten den niedrigsten Stand seit 1988.
Beratung und Behandlung
Ein Verzeichnis der Suchtberatungsstellen nach Bundesland findet sich auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Die Einrichtungsdatenbank der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen enthält darüber hinaus alle wichtigen Informationen zu den bundesweit über 1800 ambulanten Suchtberatungsstellen und 800 stationären Suchthilfeeinrichtungen. Es besteht die Möglichkeit, "maßgeschneiderte" Hilfeangebote mit detaillierten Informationen zu den Einrichtungen zu finden.
Ca. 77.000 Opiatabängige erhalten in Deutschland eine Substitutionsbehandlung. Durch die Behandlung mit einem Ersatzstoff, zumeist Methadon, haben die Betroffenen die Chance, sich zunächst gesundheitlich und sozial zu stabilisieren und sich dann beruflich zu rehabilitieren. Zum 1. Juli 2010 waren im Substitutionsregister 77.400 Patienten verzeichnet.
Darüber hinaus bieten zahlreiche Einrichtungen in Deutschland schadensreduzierende Maßnahmen an.
Eine weitere Plattform, die Menschen mit aussagekräftigen Informationen über Opiatabhängigkeit und über die Möglichkeiten im Umgang mit dieser versorgt, steht unter www.mytreatmentmychoice.eu bereit. Die in 12 Sprachen verfügbare Seite informiert über verschiedene Möglichkeiten der Genesung, Selbsthilfegruppen und Patientenrechte und enthält persönliche Erfahrungsberichte von ehemaligen Abhängigen, Patienten und Familienmitgliedern."
Rauschgiftkriminalität
Die Gesamtzahl der registrierten Sicherstellungsfälle von Rauschgift sank im Jahr 2010, wobei die Entwicklungen bei den einzelnen Drogenarten uneinheitlich verliefen. Anstiege waren vor allem bei Amphetamin/Methamphetamin und biogenen Drogen zu verzeichnen.
Die Herstellung synthetischer Drogen – überwiegend von Methamphetamin – findet in Kleinlaboren statt. 2010 ging die Anzahl der sichergestellten Labore zurück. Heroin und Kokain wird vollständig aus dem Ausland bezogen.
Die Zahl der erstauffälligen Konsumenten harter Drogen (EKhD) stieg im Jahr 2010 leicht auf 18.621 Personen an. Während die Zahlen der erstauffälligen Konsumenten von Heroin, Kokain und Ecstasy sanken, stieg die Zahl der erstauffälligen Amphetamin- Methamphetamin-, LSD-und Crack-Konsumenten deutlich an.
Ältere Drogenabhängige in Deutschland
Das Bundesministerium für Gesundheit hat 2009 das Projekt "Ältere Drogenabhängige in Deutschland" gefördert. Zielsetzung war es aufzuzeigen, welche Ressourcen zur Versorgung von älteren Drogenabhängigen in der Drogenhilfe bzw. in den stationären und ambulanten Bereichen der Altenhilfe vorhanden sind.
Palliativversorgung
Die Verbesserung der Versorgung von schwerstkranken Patienten mit betäubungsmittelhaltigen Schmerzmitteln ist ein besonderes Anliegen der Drogenbeauftragten und der Bundesregierung.
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