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Sucht im Alter

Modellprojekte zu Sucht im Alter

Substanzmissbrauch und -abhängigkeit sind auch im höheren Lebensalter keine Seltenheit. Vor allem der Missbrauch und die Abhängigkeit von Medikamenten, aber auch von Alkohol, sind bei Menschen über 60 Jahren verbreitet. So gehen Schätzungen davon aus, dass bis zu 400.000 ältere Menschen von einem Alkoholproblem betroffen sind. Gemäß einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) schätzen Pflegekräfte, dass derzeit zirka 14 % der Menschen, die von ambulanten Pflegediensten und in stationären Einrichtungen betreut werden, Alkohol- oder Medikamentenprobleme haben. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird die Zahl älterer Menschen, die von Substanzmissbrauch und -abhängigkeit betroffen sind, in den nächsten Jahren voraussichtlich zunehmen. Auslöser für Alkohol- und Medikamentenmissbrauch bei älteren und alten Menschen kann ein einschneidendes persönliches Ereignis wie die Bewältigung des Übergangs von der Arbeit in den Ruhestand oder der Verlust des Lebenspartners sein. Nicht selten bestanden die Gewohnheit des Substanzmissbrauchs und die Abhängigkeit aber schon vor Eintritt in diese Lebensphase.

Internationale Studien belegen den guten Erfolg therapeutischer Interventionen bei älteren Menschen. Dennoch ist das Thema „Sucht im Alter“ im Hilfesystem nach wie vor randständig. Mit 1,2 Mio. Euro fördert deshalb das BMG von Oktober 2010 bis September 2012 acht Modellprojekte zur Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften in der Sucht- und Altenhilfe. Zentraler Baustein der Modellprojekte ist die Förderung einer strukturierten Zusammenarbeit zwischen Alten- und Suchthilfe, die auf gegenseitigem Voneinander-Lernen und einem gleichberechtigten Austausch zwischen den Fachkräften aufbaut. Im Rahmen der Projekte werden z. B. bedarfsgerechte gemeinsame Fortbildungen für Fachkräfte der Alten- und Suchthilfe und Curricula für die Ausbildung konzipiert und erprobt. Für die tägliche Arbeit ist vorgesehen, Strukturen zur gegenseitigen Beratung zu schaffen und gemeinsame Fallbesprechungen durchzuführen.

Im Einzelnen werden die folgenden Projekte gefördert:

  • Sucht im Alter -Träger- und Arbeitsfeld übergreifende Qualifizierung und Vernetzung in Hamburg; Alida Schmidt-Stiftung, Hamburg
  • Sucht im Alter - Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften in der Alten- und Suchthilfe; Landesstelle für Suchtfragen Mecklenburg-Vorpommern e.V., Schwerin
  • Hilfe für ältere Frauen und Männer mit Alkohol und Medikamenten bezogenen Störungen in einer ländlichen Region – Altkreis Brilon; Fachklinik Fredeburg, Schmallenberg
  • Sucht im Alter - Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften in der Alten- und Suchthilfe; Fachklinik Kamillushaus GmbH, Essen
  • Gemeinsam für ein gelingendes Leben im Alter: Netzwerk der Alten- und Suchthilfe im ambulanten und stationären Setting; Stiftung Nazareth, Bildung & Beratung Bethel, Bielefeld
  • Psychosoziales Netzwerk Sucht im Alter (PNSA); Suchthilfezentrum Schleswig
  • Niedrigschwellige Angebote bei Substanzgebrauch im Alter (NASIA); Fachambulanz Sucht Emsland, Papenburg
  • WATCH – Wahrnehmen, Ansprechen, Thematisieren, Coachen, Handeln; Diakonie Löbau – Zittau gGmbH, Löbau

Pressemitteilung: Drogenbeauftragte gibt Startschuss für acht Bundesmodellprojekte zu Medikamentenmissbrauch und schädlichem Alkoholkonsum im Alter

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Modellprojekt Ältere Drogenabhängige in Deutschland

Das Bundesministerium für Gesundheit hat 2009 das Projekt "Ältere Drogenabhängige in Deutschland" gefördert. Zielsetzung war es aufzuzeigen, welche Ressourcen zur Versorgung von älteren Drogenabhängigen in der Drogenhilfe bzw. in den stationären und ambulanten Bereichen der Altenhilfe vorhanden sind. Dabei sollte zum einen die Situation der Drogenabhängigen selbst (älter als 50 Jahre) zu ihrer Lebenssituation und ihren Vorstellungen zum Leben im Alter untersucht werden, zum anderen die vorhandenen Institutionen für eine adäquate Versorgung älterer Drogenabhängiger exemplarisch in den Städten Frankfurt/Main und Berlin beschrieben werden. Insgesamt wurden 50 qualitative Interviews durchgeführt sowie die institutionelle Situation in den beiden Städten recherchiert. Der Abschlussbericht belegt, dass in den beiden untersuchten Städten zwar ein sehr ausdifferenziertes Versorgungsnetz sowohl für den Bereich Suchthilfe als auch für den Bereich Altenhilfe existiert, die beiden Bereiche bislang aber noch wenig vernetzt sind. Die Schlussfolgerungen dienen als Anregungen für die Weiterentwicklung der Suchthilfe und der Altenpflegehilfe.

Kurzbericht und Abschlussbericht

www.sddcare.eu

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