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Sucht im Alter

Veröffentlichung des Kurz- und des Abschlussberichts des Förderschwerpunkts „Sucht im Alter – Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften in der Sucht- und Altenhilfe“

Berichtsjahr: 2014

Das BMG hat von 2010 bis 2012 acht Modellprojekte zum Thema „Sucht im Alter – Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften in der Alten- und Suchthilfe“ gefördert. Ziel dieser Projekte war es, die Sensibilität für und das Wissen über Suchtgefahren und –erkrankungen in der Alten- und Suchthilfe zu steigern. Zentraler Baustein war dabei die Förderung einer strukturierten Zusammenarbeit zwischen Alten- und Suchthilfe, die auf gegenseitigem Voneinander-Lernen und einem gleichberechtigten Austausch zwischen den Fachkräften aufbaut. Um die Ansätze vor Ort verstetigen zu können und eine breite Implementierung zu erreichen, wurde im Januar 2013 eine weitere einjährige Förderphase angeschlossen, an der sieben Modellprojekte teilgenommen haben. Darüber hinaus wurde eine projektübergreifende Analyse des Förderschwerpunktes gefördert, um die von den acht Modellprojekten erarbeiteten Instrumente sowie die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen zusammenzuführen, aufzubereiten und für die Fachöffentlichkeit nutzbar zu machen.

In den Projekten sind Schulungen und Handlungsempfehlungen erarbeitet worden. Außerdem wurden von vier Modellprojekten unter Mitarbeit von einer Pflegefachschule ein sehr umfassendes Curriculum entwickelt. Detaillierte Informationen zu dem Thema sind auf der Internetseite www.alter-sucht-pflege.de aufbereitet.

Projektnehmer:
- Alida Schmidt-Stiftung Hamburg - KURZBERICHT
- Landesstelle für Suchtfragen Mecklenburg-Vorpommern e.V. - KURZBERICHT
- Fachambulanz Sucht Emsland, Diakonisches Werk Emsland - KURZBERICHT
- Suchthilfezentrum Schleswig - KURZBERICHT
- Stiftung Nazareth, Bildung & Beratung Bethel - KURZBERICHT
- Fachklinik Kamillushaus GmbH Essen - KURZBERICHT
- Diakonie Löbau-Zittau gGmbH - KURZBERICHT
- Fachklinik Fredeburg - KURZBERICHT
- Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) der Universität Hamburg - KURZBERICHT

Die Kurzberichte zu dem Förderschwerpunkt finden Sie neben den Projektnehmern, der Abschlussbericht der projektübergreifenden Analyse ist hier. Die anderen Abschlussberichte können unter www.unabhaengig-im-alter.de abgerufen werden.

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Modellprojekt „Sucht im Alter – Fortbildung hausärztlicher Einzelpraxen“

Projektnehmer: Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg
Berichtsjahr: 2013

Niedergelassene Allgemeinmediziner haben zahlenmäßig die meisten Kontakte zu Suchtkranken oder -gefährdeten jeden Alters; sie spielen damit die entscheidende Rolle, wenn es darum geht, diese Menschen frühzeitig und gezielt anzusprechen. Durch das Projekt sollte die Früherkennung und Frühintervention von alkohol-, medikamenten- und tabakbezogenen Störungen bei älteren Menschen (60+) in den Hausarztpraxen verbessert werden.  Für die ärztlichen und nicht- ärztlichen Mitarbeitenden der hausärztlichen Einzelpraxen und für die Mitglieder der hausärztlichen Qualitätszirkel (HQZ) im Landkreis Reutlingen wurde ein Fortbildungscurriculum zur Früherkennung und Behandlung älterer Abhängigkeitskranker (60+) entwickelt.

Rund die Hälfte der Hausarztpraxen und 40% der Hausärzte/-ärztinnen der Versorgungsregion wurden praxisorientiert fortgebildet. Zwar wurden rund 100 Personen über teamorientierte Praxisfortbildungen fortgebildet, der Zugang über die hausärztlichen Qualitätszirkel hat sich jedoch als erfolgreicher erwiesen. Die Auswertung der statistischen Routinedaten von Beratungsstellen und Kliniken zeigt eine Tendenz zur erhöhten Inanspruchnahme durch Ältere. Die qualitativen Projektergebnisse zeigen u.a. eine höhere Sensibilität der Hausärztinnen und Hausärzte für das Thema und eine kritischere Reflektion der Verschreibung von Schlafmitteln. Zugleich besteht fachärztlicher und aufsuchender Unterstützungsbedarf bei der Diagnose und Therapie älterer Abhängigkeitskranker. Die konkrete Vernetzung des Versorgungssystems für Abhängigkeitskranke und des Altenhilfesystems erwies sich als hilfreich, muss aber durch verbindliche Absprachen verbessert werden.

Den Kurzbericht zum Modellprojekt finden Sie hier Link, den Abschlussbericht können sie hier Link abrufen.

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Projekt „Sucht im Alter - Fortbildung hausärztlicher Einzelpraxen Teil II: Erstellung und Aufbereitung von bundesweit nutzbaren Handlungsempfehlungen“

Pojektnehmer: Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg
Berichtsjahr: 2014

Das BMG förderte von Oktober 2010 bis Dezember 2012 das Projekt „Sucht im Alter – Fortbildung hausärztlicher Einzelpraxen“ (link). Ziel des Nachfolgeprojekts war es, die gewonnenen Ergebnisse mit Hilfe der Entwicklung eines Handlungsleitfadens für Ärzte und medizinische Fachangestellte und der Aufbereitung der entwickelten Fortbildungsmodule für Hausarztpraxen zu „Sucht im Alter“ nutzbar zu machen.

Die entwickelten Handlungsempfehlungen stellen die Bedeutung der Hausarztpraxis als zentrale Anlaufstelle, Beratungs- und Behandlungsanlässe sowie Behandlungs- und Interventionsmöglichkeiten bei Sucht im Alter dar. Die nun vorliegenden Handlungsempfehlungen dienen der Verbesserung der Versorgung von Patienten und Patientinnen mit substanzbezogenen Störungen im Dritten und Vierten Lebensalter und sind für Hausarztpraxen und für hausärztliche Qualitätszirkel überregional nutzbar.

Den Kurzbericht zum Projekt finden Sie hier. Die Handlungsempfehlungen können Sie hier abrufen.

 Weitere Informationen finden Sie auch unter http://www.kommunales-suchthilfe-netzwerk-reutlingen.de/Aktuelles/Allgemeine_Informationen.php

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Modellprojekte zu Sucht im Alter

Substanzmissbrauch und -abhängigkeit sind auch im höheren Lebensalter keine Seltenheit. Vor allem der Missbrauch und die Abhängigkeit von Medikamenten, aber auch von Alkohol, sind bei Menschen über 60 Jahren verbreitet. So gehen Schätzungen davon aus, dass bis zu 400.000 ältere Menschen von einem Alkoholproblem betroffen sind. Gemäß einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) schätzen Pflegekräfte, dass derzeit zirka 14 % der Menschen, die von ambulanten Pflegediensten und in stationären Einrichtungen betreut werden, Alkohol- oder Medikamentenprobleme haben. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird die Zahl älterer Menschen, die von Substanzmissbrauch und -abhängigkeit betroffen sind, in den nächsten Jahren voraussichtlich zunehmen. Auslöser für Alkohol- und Medikamentenmissbrauch bei älteren und alten Menschen kann ein einschneidendes persönliches Ereignis wie die Bewältigung des Übergangs von der Arbeit in den Ruhestand oder der Verlust des Lebenspartners sein. Nicht selten bestanden die Gewohnheit des Substanzmissbrauchs und die Abhängigkeit aber schon vor Eintritt in diese Lebensphase.

Internationale Studien belegen den guten Erfolg therapeutischer Interventionen bei älteren Menschen. Dennoch ist das Thema „Sucht im Alter“ im Hilfesystem nach wie vor randständig. Mit 1,2 Mio. Euro fördert deshalb das BMG von Oktober 2010 bis September 2012 acht Modellprojekte zur Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften in der Sucht- und Altenhilfe. Zentraler Baustein der Modellprojekte ist die Förderung einer strukturierten Zusammenarbeit zwischen Alten- und Suchthilfe, die auf gegenseitigem Voneinander-Lernen und einem gleichberechtigten Austausch zwischen den Fachkräften aufbaut. Im Rahmen der Projekte werden z. B. bedarfsgerechte gemeinsame Fortbildungen für Fachkräfte der Alten- und Suchthilfe und Curricula für die Ausbildung konzipiert und erprobt. Für die tägliche Arbeit ist vorgesehen, Strukturen zur gegenseitigen Beratung zu schaffen und gemeinsame Fallbesprechungen durchzuführen.

Im Einzelnen werden die folgenden Projekte gefördert:

  • Sucht im Alter -Träger- und Arbeitsfeld übergreifende Qualifizierung und Vernetzung in Hamburg; Alida Schmidt-Stiftung, Hamburg
  • Sucht im Alter - Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften in der Alten- und Suchthilfe; Landesstelle für Suchtfragen Mecklenburg-Vorpommern e.V., Schwerin
  • Hilfe für ältere Frauen und Männer mit Alkohol und Medikamenten bezogenen Störungen in einer ländlichen Region – Altkreis Brilon; Fachklinik Fredeburg, Schmallenberg
  • Sucht im Alter - Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften in der Alten- und Suchthilfe; Fachklinik Kamillushaus GmbH, Essen
  • Gemeinsam für ein gelingendes Leben im Alter: Netzwerk der Alten- und Suchthilfe im ambulanten und stationären Setting; Stiftung Nazareth, Bildung & Beratung Bethel, Bielefeld
  • Psychosoziales Netzwerk Sucht im Alter (PNSA); Suchthilfezentrum Schleswig
  • Niedrigschwellige Angebote bei Substanzgebrauch im Alter (NASIA); Fachambulanz Sucht Emsland, Papenburg
  • WATCH – Wahrnehmen, Ansprechen, Thematisieren, Coachen, Handeln; Diakonie Löbau – Zittau gGmbH, Löbau

Pressemitteilung: Drogenbeauftragte gibt Startschuss für acht Bundesmodellprojekte zu Medikamentenmissbrauch und schädlichem Alkoholkonsum im Alter

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Modellprojekt Ältere Drogenabhängige in Deutschland

Das Bundesministerium für Gesundheit hat 2009 das Projekt "Ältere Drogenabhängige in Deutschland" gefördert. Zielsetzung war es aufzuzeigen, welche Ressourcen zur Versorgung von älteren Drogenabhängigen in der Drogenhilfe bzw. in den stationären und ambulanten Bereichen der Altenhilfe vorhanden sind. Dabei sollte zum einen die Situation der Drogenabhängigen selbst (älter als 50 Jahre) zu ihrer Lebenssituation und ihren Vorstellungen zum Leben im Alter untersucht werden, zum anderen die vorhandenen Institutionen für eine adäquate Versorgung älterer Drogenabhängiger exemplarisch in den Städten Frankfurt/Main und Berlin beschrieben werden. Insgesamt wurden 50 qualitative Interviews durchgeführt sowie die institutionelle Situation in den beiden Städten recherchiert. Der Abschlussbericht belegt, dass in den beiden untersuchten Städten zwar ein sehr ausdifferenziertes Versorgungsnetz sowohl für den Bereich Suchthilfe als auch für den Bereich Altenhilfe existiert, die beiden Bereiche bislang aber noch wenig vernetzt sind. Die Schlussfolgerungen dienen als Anregungen für die Weiterentwicklung der Suchthilfe und der Altenpflegehilfe.

Kurzbericht und Abschlussbericht

www.sddcare.eu

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Jahrestagung der Drogenbeauftragten "Unabhängig im Alter - Sucht im Alter"

Im Juni 2013 fand die Jahrestagung der Drogenbeauftragten "Unabhängig im Alter - Sucht im Alter" statt. Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland diskutierten die verschiedenen Aspekte der „Sucht im Alter“.

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Expertengespräch "Unabhängig im Alter - Sucht im Alter"

Im November 2012 lud die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans Wissenschaftler, Fachverbände und Praktiker aus Einrichtungen zu einem Expertengespräch ein. Lange wurde die Thematik der Abhängigkeit im Alter von der Politik, Forschung sowie der Gesellschaft zu wenig beachtet. Besonders die Abhängigkeit von Alkohol, Tabak und Medikamenten der Generation über 60 Jahren ist bis heute ein unterschätztes Problem.

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