Betriebliche Gesundheitsförderung
Suchtprobleme durch den Konsum von Nikotin, Alkohol, Medikamenten oder illegalen Drogen spielen in der Arbeitswelt eine größere Rolle als oft angenommen. Schätzungen gehen davon aus, dass ca. 10 % aller Beschäftigten Alkohol in missbräuchlicher Weise konsumieren. Weitere 5 % aller Beschäftigten gelten als alkoholabhängig. 1 % bis 2 % der Beschäftigten können als medikamentenabhängig angesehen werden.
Suchtprobleme können für die Betroffenen und deren Angehörige individuelle Tragödien bedeuten und verursachen für Wirtschaft und Gesellschaft hohe Kosten. Alkohol- und Drogenkonsum beeinträchtigen durch Fehlzeiten, mangelndes berufliches Engagement, Leistungseinbußen und bei Auszubildenden durch Prüfungsversagen die Leistungsfähigkeit der Betriebe. Zusätzlich ist in vielen Betrieben die Arbeitssicherheit gefährdet, weil das Unfallrisiko steigt. Geschätzt 15 bis 30 % aller Arbeitsunfälle gelten als alkoholbedingt.
Suchterkrankungen wirken sich zudem negativ auf das Betriebsklima aus.
"Die betriebliche Gesundheitsförderung ist für viele Unternehmen angesichts wachsender Arbeitsbelastungen, gesundheitlicher Einschränkungen sowie des Anstiegs psychischer Erkrankungen der Beschäftigten ein wichtiges Thema", so Mechthild Dyckmans. "Betriebliche Suchtprävention kann klare Spielregeln zum Umgang mit Suchtmitteln und Süchtigen vorgeben und ist besonders geeignet, suchtgefährdete und –kranke Beschäftigte frühzeitig zu einer Therapie zu bewegen."
Beispiele für betriebliche Angebote zur Suchtprävention können sein:
- Betriebsvereinbarungen,
- Informationsveranstaltungen und
- Seminare zur Früherkennung und Gesprächsführung für Führungskräfte.
Projekt prev@WORK
Seit 1. März 2011 fördert das Bundesministerium für Gesundheit die bundesweite Verbreitung des Projekts Prev@WORK, das durch die Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin 2006 entwickelt wurde. Ziel des Programms ist die Etablierung von Suchtprävention in der Berufsorientierung, -vorbereitung und -ausbildung. Mehr erfahren
Expertengespräch über betriebliche Suchtprävention
Expertengespräch der Drogenbeauftragten gibt Überblick über Konzepte und Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich betrieblicher Suchtprävention
Im Juni 2010 lud die Drogenbeauftragte Fachleute aus Betrieben und Suchthilfe zu einem Expertengespräch über betriebliche Suchtprävention ein, um sich aus erster Hand über die bestehenden Konzepte und den Verbesserungsbedarf bei der betrieblichen Suchtprävention zu informieren.
Die Beiträge der Experten stehen auf der rechten Seite zum Download bereit.
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