Artikel

Frauen und Sucht

Die Zeiten ändern sich: Früher galt Drogenmissbrauch und Drogenabhängigkeit eher als ein Problem, das überwiegend Männer betraf. In der Vergangenheit war man deshalb geneigt, sich mehr an "männlichen" Behandlungsbedürfnissen zu orientieren.

Dieser Trend hat sich verschoben: Heute sind ein Drittel der Abhängigen von illegalen Drogen und Alkohol Frauen. Auch die Zahl der Krankenhauseinlieferungen aufgrund einer Alkoholvergiftung stieg bei Mädchen und jungen Frauen um 179 Prozent an. Aber nicht nur junge Frauen sind betroffen: Auch ältere Frauen sind gefährdet, alkoholabhängig zu werden bzw. gesundheitliche Schäden durch Alkoholmissbrauch davonzutragen. Zwischen 2000 und 2008 nahmen in deutschen Krankenhäusern die Fälle von Leberzirrhose, von Verhaltens- und psychischen Störungen bei Frauen erheblich zu.

Bei der Medikamentenabhängigkeit liegt der Frauenanteil bei 70 Prozent. Der Anteil der Betroffenen ab 60 Jahren ist hier besonders groß. Bei den Ess-Störungen liegt der weibliche Anteil der Betroffenen sogar bei 90 Prozent.

Dies zeigt, wie wichtig es ist, das Thema Frauen und Sucht besonders zu beleuchten. Denn es gibt Besonderheiten weiblichen Suchtverhaltens: In der Art der Sucht, dem Suchtverlauf und den Ursachen, die mit den Lebensumständen und Erfahrungshintergründen von Frauen in Zusammenhang stehen. Dazu zählen oftmals psychische, körperliche und sexuelle Gewalterfahrungen. Auch die Rolle der Frau in der Schwangerschaft und Mutterschaft ist geprägt durch die zusätzliche Verantwortung für das Kind. Jeder Konsum von Suchtstoffen kann das werdende Kind schädigen.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung setzt sich dafür ein, werdende Mütter nachhaltig über die Folgen des Rauchens, des Trinkens von Alkohol, der Einnahme bestimmter Medikamente und des Konsums von Drogen in der Schwangerschaft aufzuklären und davor zu warnen. Zu einer guten Prävention gehört auch, dass werdende Mütter mit konkreten Angeboten der Entwöhnung unterstützt werden.

Um die Gefahren für das ungeborene Kind stärker ins Bewusstsein zu rücken, hat die Drogenbeauftragte in Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände einen Informationsflyer für Schwangere herausgegeben, der in Apotheken verteilt wird. Diese warnt Schwangere vor den Gefahren des Tabak-, Alkohol- und Medikamentenkonsums in der Schwangerschaft.

Übersicht wichtiger Links

Fußleiste

© 2012 Bundesministerium für Gesundheit
Zum Seitenanfang