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Migration und Sucht

Suchterkrankung und –gefährdung können jeden betreffen, also auch Menschen mit Migrationshintergrund. Da Migrationsprozesse und ihre Nachwirkungen eine Vielzahl von psychosozialen Belastungen bergen, die eine Suchtentstehung begünstigen, sind Migrantinnen und Migranten einem besonderen Risiko ausgesetzt.

Seit dem Frühsommer 2009 fördert das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) den Modellschwerpunkt „transVer“ mit dem Ziel, eine kultursensible Suchthilfe zu entwickeln und somit den Zugang von Menschen mit Migrationshintergrund zum Suchthilfesystem zu verbessern. In sechs regionalen Modellprojekten (Berlin, Cloppenburg, Köln, Leipzig, Nürnberg, Warstein) werden beispielhaft eine zielgruppengerechte Ansprache sowie kultursensible Maßnahmen erprobt und evaluiert. Ein wissenschaftlicher Beirat unterstützt das Modellvorhaben, das unter sehr unterschiedlichen regionalen Rahmenbedingungen realisiert wird.

www.transVer-sucht.de

Integrationsprojekte für suchtgefährdete Migrantinnen und Migranten

Das Bundesministerium des Innern (BMI) fördert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) altersunabhängige Integrationsmaßnahmen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterstützt Projekte für junge Menschen unter 27 Jahren, deren Bewirtschaftung auch dem BAMF obliegt. Die gesamte Projektförderung hat einen präventiven Charakter und ist auch auf die Stabilisierung der Persönlichkeit der Zuwanderinnen und Zuwanderer ausgerichtet. So wird z. B. im Projekt „Integration durch Sport“, das gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund durchgeführt wird, den Zuwanderern mit der Stärkung des Selbstwertgefühls durch sportliche Erfolge und das feste Regel- und Normensystem der Sportvereine Halt und Orientierung gegeben, damit sie weniger suchtanfällig werden.

Von den 266 (2009) bzw. 220 (2010) geförderten altersunabhängigen Projekten verfolgen 16 Projekte mit einer Gesamtbundeszuwendung von fast 460.000 Euro neben der sozialen Integration auch den speziellen Aspekt der Sucht- und Drogenprävention. Der Ansatz dieser Projekte des BAMF ist, den Zuwanderinnen und Zuwanderern die Hilfestrukturen in Deutschland bewusst zu machen, sie „abzuholen“ und zum Suchthilfesystem hinzuführen sowie Überzeugungsarbeit zu leisten, die Einrichtungen zu nutzen.

Von den 203 (2009) bzw. 188 (2010) mit Mitteln des BMFSFJ geförderten weiteren Maßnahmen zur gesellschaftlichen und sozialen Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern gilt dieser Ansatz für 73 Projekte, die mit mehr als 1,7 Mio. Euro gefördert wurden. Auch hier geht es insbesondere um eine Verbesserung des Zugangs zu den Angeboten der Sucht- und Drogenhilfe. Junge Zuwanderinnen und Zuwanderer, die durch die Regelangebote häufig nicht erreicht werden, sollen durch sozialpädagogische Begleitung motiviert werden, Beratungsstellen aufzusuchen und Behandlungsangebote wahrzunehmen. Durch Informationsveranstaltungen für Migranten (z. B. für Eltern); Schulung von Multiplikatoren (geeignete Jugendliche, Schlüsselpersonen, Eltern und Familienangehörige); erlebnispädagogische Freizeitaktivitäten und soziale Trainingskurse sollen u. a. Gefahren erkannt, Hilfesysteme vorgestellt, ein Austausch über belastende Faktoren ermöglicht, Haltungen beeinflusst und Problemlösungsverhalten gestärkt werden. Die Kooperation und Vernetzung mit dem Suchthilfesystem vor Ort ist für alle Integrationsprojekte für suchtgefährdete Migrantinnen und Migranten wichtig.

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