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Suchtbelastete Familien

Kinder aus suchtbelasteten Familien

In Deutschland leben ca. 2,6 Millionen Kinder in Familien mit einem suchtkranken Elternteil. Kinder suchtkranker Eltern werden durch ihre Lebenssituation in ihrer körperlichen und seelischen Entwicklung massiv beeinträchtigt und benachteiligt. Die Erfahrung zeigt, dass viele dieser Kinder später eine eigene Suchtproblematik entwickeln.

In der Suchtkrankenhilfe gibt es bereits gut dokumentierte Erfahrungen im Umgang mit Kindern von Suchtkranken. Der Ansatz, Hilfe allein über das System der Suchtkrankenhilfe anzubieten, reicht jedoch nicht aus. Kinder suchtkranker Eltern werden auch durch die Jugendhilfe, durch Sozialdienste und eine Reihe von anderen Institutionen wie beispielsweise Kindergärten und Schulen betreut. Die Sucht- und Familienproblematik wird dabei nicht immer erkannt und so können keine entsprechenden Hilfen initiiert werden.

Der Drogenbeauftragten der Bundesregierung liegt dieses Thema sehr am Herzen. Sie möchte erreichen, dass diese Kinder, die Hilfe bekommen, die sie brauchen, dass der Blick für die Problematik geschärft wird und die unterschiedlichen Hilfesysteme besser zusammen arbeiten können.

Deshalb hat sie sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass das gerade beschlossene Bundeskinderschutzgesetz die Belange dieser Kinder berücksichtigt. mehr erfahren

Die Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien 2013
Die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien lenkt in der Woche vom 10. bis 16. Februar 2013 die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Medien auf die mehr als 2,6 Millionen Kinder, die in Deutschland unter einem Suchtproblemen ihrer Eltern leiden.
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Trampolin – Konzeption und Evaluation eines modularen Präventionskonzepts für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Mit dem mehrjährigen, an zahlreichen Standorten in Deutschland durchgeführten Modellprojekt "Trampolin" ist es gelungen, ein Gruppenprogramm für 8-12-jährige Kinder aus suchtbelasteten Familien zu entwickeln und zu erproben. Damit wurde eine gravierende Lücke in der deutschen Präventionslandschaft geschlossen. Für interessierte Einrichtungen der Sucht-, Familien-, Jugend- und Selbsthilfe liegt nun eine standardisierte, niedrigschwellige und wissenschaftlich evaluierte Präventionsmaßnahme für die hoch belastete und in ihrer Entwicklung gefährdete Zielgruppe der Kinder suchtkranker Eltern vor. Der Abschluss- sowie der Kurzbericht liefern unter anderem auch wichtige Erkenntnisse zur Frage eines gelingenden Zugangs zur Zielgruppe suchtbelasteter Familien.

Ständig aktualisierte Ergebnisse zum Handlungsfeld suchtbelastete Familien bietet die Homepage des Projekts http://www.projekt-trampolin.de/.

Kurzbericht
Abschlussbericht


Eltern suchtbelasteter Kinder

Projekt "Eltern.aktiv - Pro-aktive Elternarbeit in der ambulandten Suchthilfe"

Die Zielgruppe "Eltern" ist in den letzten Jahren vermehrt in den Bereich der Aufmerksamkeit der Suchtpolitik gerückt. Das gilt zum einen für Eltern, die selbst Suchtmittel in problematischer Weise konsumieren, zum anderen für Eltern, die Schwierigkeiten im Umgang mit ihren Suchtmittel konsumierenden Kindern haben. Primäres Ziel im Projekt "Eltern.aktiv" war die Unterstützung von acht Suchtberatungsstellen in ganz Deutschland, Eltern junger Rauschmittelkonsumenten frühzeitiger und effizienter als bisher zu erreichen. Gefördert von der Koordinierungsstelle Sucht des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe beteiligten sich ergän-zend dazu vier Jugendämter in Westfalen-Lippe an dem Projekt. Mit den im Laufe des Projekts entwickelten Materialien konnten die Eltern von Suchtmittel konsumierenden Kindern sehr gut erreicht werden; auch die Fachkräfte in den beteiligten Suchtberatungsstellen und Jugendämtern waren mit den Hilfestellungen sehr zufrieden.
Über das Projekt wird unter
http://www.dhs.de/nc/projekte/aktuelle-projekte/elternarbeit.html
ausführlich berichtet. Den Kurzbericht zum Modellprojekt finden Sie hier , den Evaluationsbericht der Universität Hildesheim können sie hier abrufen. Den Informationsflyers „Rauschmittelkonsum im Jugendalter – Tipps für Eltern“, der bereits über 60.000mal angefordert wurde, können Sie hier herunterladen.

 

Projekt "Aufsuchende familientherapie für riskant konsumierende Jugendliche und deren Familien"

Traditionelle Angebote der Suchthilfe erreichen Jugendliche unter 18 Jahren mit einem problematischen Mischkonsum von Alkohol und Cannabis – und deren Familien – bisher nur unzureichend. Das von August 2008 bis Juli 2011 in Pforzheim durchgeführte Modellprojekt "Aufsuchende Familientherapie für riskant konsumierende Jugendliche und deren Familien" erprobte deshalb einen Ansatz, der sowohl auf einen besseren Erreichungsgrad als auch auf einen Nachweis für die Wirksamkeit der Methode im Hinblick auf die Konsumreduktion und die Verbesserung der familiären Kompetenzen zielte. Die Ergebnisse des Projekts machen deutlich, dass diese Jugendlichen und ihre Familien mit dem aufsuchenden Ansatz nicht nur sehr gut erreicht werden, sondern damit sowohl der Konsum der Suchtmittel verringert wird als auch die Kompetenzen der Familienmitglieder zur Bewältigung von Erziehungskrisen wirksam erhöht werden.
Den Kurzbericht zu diesem Modellprojekt finden Sie hier. Der Abschlussbericht des Modellprojekts kann bei Arbeitsgemeinschaft Drogen Pforzheim e.V. bestellt werden: www.agdrogen-pf.de.

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