"Rauchfrei"-Kampagne
Rauchfrei ist der Titel der nationalen Dachkampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Förderung des Nichtrauchens. Die Kampagne gliedert sich in zwei Schwerpunktbereiche und richtet sich mit spezifischen Maßnahmen und Angeboten zum einen an Erwachsene und zum anderen an Jugendliche.
Klasse 2000
Das Projekt zur Gesundheitsförderung bietet an Grundschulen für die ersten bis vierten Klassen ein mehrjähriges Projekt zur Entwicklung eines gesunden Lebensstils und zum Nichtrauchen an.
Projekt „Rauchfrei PLUS – Gesundheitseinrichtungen für Beratung und Tabakentwöhnung“
Das Deutsche Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen (DNRfK) wurde als Modellprojekt des Bundesministeriums für Gesundheit von 2005 bis 2008 gefördert. Aufbauend auf den geschaffenen Strukturen sollte durch das Anschlussprojekt bis Ende 2010 weitere Gesundheitseinrichtungen unter Berücksichtigung der spezifischen Ziel- und Risikogruppen einbezogen werden. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung ist Schirmherrin des Netzes Rauchfreier Krankenhäuser.
Das DNRfK basiert auf dem Kodex und den Standards des European Network for Smoke-free Healthcare Services und fördert die Umsetzung der Rauchfreiheit in Gesundheitseinrichtungen durch Workshops, Schulungen, Zertifizierungsprozesse, Raucherberatungen und Tabakentwöhnungskonzepte in Gesundheitseinrichtungen.
Je nach Qualität der Umsetzung werden Krankenhäuser und Gesundheits-einrichtungen mit Zertifikaten auf nationaler Ebene in Bronze und Silber asgezeichnet. International werden Anerkennungen auf dem Gold Level vergeben, was bislang zwei Mitglieder des DNRfK erreicht haben. Das Netzwerk hatte 2010 insgesamt 190 Mitglieder. Darin sind 54 psychiatrische Kliniken bzw. Abteilungen, 32 Kliniken und Abteilungen für Suchterkrankungen und zwei Jugendhilfeeinrichtungen vertreten. Das zeigt, dass auch in diesem anspruchsvollen Setting Lösungswege für spezielle Herausforderungen gefunden werden können. Erste Silberzertifikate in diesen Kliniken belegen die Umsetzbarkeit des Konzeptes.
An einer Befragung zur Intervention über bestehende Tabakentwöhnungsangebote nahmen insgesamt 122 Mitglieder teil. Von den Kliniken werden motivierende Gesprächsführung (46,7 %), Kurzintervention (44,8 %) und individuelle Therapiegespräche (44,8 %) angeboten. In 61,5 % der Kliniken wird zusätzlich mit medikamentöser Unterstützung gearbeitet. Kurzinterventionen werden überwiegend von Ärztinnen und Ärzten durchgeführt (62,8 %), aber auch Pflegepersonal (51,2 %) sowie Psychologinnen und Psychologen (51,2 %) sind beteiligt. Die Beratungs- und Tabakentwöhnungsmaßnahmen basieren in 39 % der Kliniken auf den Standards der gängigen Leitlinien des DNRfK. Rauchen ist überwiegend nur noch in eingeschränkten Außenbereichen möglich. Die Rauchfrei- Regelungen werden in den Kliniken von den Patientinnen und Patienten gut bis sehr gut akzeptiert.
Damit möglichst viele Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen rauchfrei werden, förderte das Bundesministerium für Gesundheit bis zum Juni 2008 den Aufbau eines Deutschen Netzes Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen DNRfK im Rahmen eines dreijährigen Modellprojektes. Das Projekt folgt den europäischen Standards für rauchfreie Gesundheitseinrichtungen mit Angeboten zur Beratung und Tabakentwöhnung, die 46 Kriterien und eine Zertifizierung der Umsetzung umfassen. Seit 2008 hat das Netzwerk mit dem Namen 'rauchfrei PLUS' den Auftrag, Angeboten von Beratungs- und Tabakentwöhnungskonzepten in Gesundheitseinrichtungen aktiv zu unterstützen.
Aufbauend auf den geschaffenen Strukturen soll im Projekt "rauchfrei plus" das erarbeitete Konzept bis Ende 2010 auf weitere Gesundheitseinrichtungen unter Berücksichtigung der spezifischen Ziel- und Risikogruppen ausgeweitet werden. Ein besonderes Augenmerk soll auf
psychiatrischen Einrichtungen unter besonderer Berücksichtigung von Kinder- und Jugendpsychiatrien gelegt werden. Außerdem geht es um Öffentlichkeitsarbeit und die Entwicklung von unterstützenden Medien für die Umsetzung von Gesundheitseinrichtungen für Raucherberatung und Tabakentwöhnung.
Seit Juli 2005 haben sich über 186 Mitglieder an 307 Standorten in 13 Bundesländern diesen Qualitätszielen verpflichtet. 17 Kliniken konnten zeigen, dass sie Raucherberatung und Tabakentwöhnung nachhaltig in Behandlungsprozesse integriert haben und wurden bereits mit einem Silber-Zertifikat ausgezeichnet.
Der Gold Level Award ist die höchste Auszeichnung des internationalen Netzwerkes für rauchfreie Krankenhäuser und steht für umfassende evidenzbasierte Beratungs- und Tabakentwöhnungsprogramme die durch eine komplette Rauchfreiheit des gesamtem Klinikgeländes unterstützt werden. Am 16. Juni 2009 überreichte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, gemeinsam mit der Deutschen Rentenversicherung Bund als Träger der ausgezeichneten Klinik, dem Reha-Zentrum Todtmoos den ersten GOLD Level Award des Europäischen Netzwerkes für Rauchfreie Gesundheitseinrichtungen. Der Award wurde europaweit erstmals vergeben.
Rauchen ist weiterhin die häufigste vermeidbare Ursache von schweren Erkrankungen und vorzeitigen Todesfällen. Durch die Nichtraucherschutzgesetze gilt in Krankenhäusern jetzt ein Rauchverbot. Die erfolgreiche Umsetzung dieses Verbots verlangt Unterstützung, um eine Akzeptanz bei Mitarbeitern und Patienten zum Nichtrauchen zu erreichen. Eine zusätzliche Aufgabe von Gesundheitseinrichtungen ist es daher, Raucherinnen und Rauchern gute Hilfen zum Rauchausstieg anzubieten. Genau hierfür bietet das Netzwerk seine Erfahrung an. Kliniken und Gesundheitseinrichtungen, die sich daran orientieren, sind die besten Adressen für Raucherinnen und Raucher zum Rauchstopp.
Wettbewerb für Schulklassen "Be smart - don´t start"
Der Nichtraucherwettbewerb „Be Smart – Don’t Start“ richtet sich seit 1997 an Schulklassen in der Jahrgangsstufe 6 bis 8. Ziel ist es, das Thema „Nichtrauchen” an Schulen zu verankern und den Einstieg in das Rauchen zu verzögern.
Im Schuljahr 2010/2011 haben sich mehr als 10.000 Klassen aller Schulformen bundesweit für ein rauchfreies Leben entschieden. An dem Wettbewerb können Schulklassen wiederholt teilnehmen. Er wird von der Deutschen Krebshilfe, der BZgA, der Deutschen Herzstiftung, der AOK, der Deutschen Lungenstiftung sowie weiteren Institutionen gefördert. „Be Smart – Don’t Start“ wurde als Wettbewerb auf seine Wirkung mehrfach evaluiert. Die Studien belegen, dass der Wettbewerb seitens der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte gut akzeptiert wird. Er verzögert wirksam den Einstieg in das Rauchen und ist Kosten-Nutzen-Effektiv.
Informations-Flyer für Schwangere
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände haben im August 2010 einen Informations-Flyer für Schwangere herausgegeben.
Der Flyer informiert Schwangere in knapper und plakativer Form über die Gefahren des Alkohol- und Tabakkonsums für das ungeborene Kind. Er motiviert die Schwangeren, das Gespräch mit ihrem Arzt und Apotheker zu suchen, bevor sie ein Medikament einnehmen oder wenn sie Hilfe benötigen, um rauchfrei und ohne Alkohol durch die Schwangerschaft zu kommen. Darüber hinaus gibt er Hinweise auf Telefonhotlines der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Internetadressen mit weitergehenden Informationen. Der Flyer wird von Apothekern ab September 2010 weitergegeben. Flyer
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