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Tabakentwöhnung

Die Mehrheit der Raucherinnen und Raucher will mit dem Rauchen aufhören. Etwa 30 % unternehmen innerhalb eines Jahres mindestens einen ernsthaften Ausstiegsversuch.

Die Vielfalt der Hilfsangebote zur Tabakentwöhnung ist groß. Dazu zählen Medikation, Hypnose, Akupunktur, Selbsthilfeprogramme in Form von Broschüren und Büchern, Internetausstiegsprogramme, Telefonberatung, ein- oder mehrtägige Einzelberatung oder Gruppentherapie. Geltende Richtlinien zur Tabakentwöhnungsbehandlung (z. B. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) empfehlen eine Kombination aus kognitiv-verhaltenstherapeutischer Beratung mit unterstützender Medikation.

Die meisten Raucherinnen und Raucher waren beim Rauchstopp ohne Hilfsmittel erfolgreich. Nur etwa 9 % der Ex-Raucherinnen und Ex-Raucher nahmen ein Angebot in Anspruch. Weniger als 1 % der Ex-Raucherinnen und -raucher besuchten Tabakentwöhnungskurse.

Überblick zu Angeboten der Tabakentwöhnung

Um Raucherinnen und Raucher die mit dem Rauchen aufhören wollen und hierfür Unterstützung in Anspruch nehmen wollen einen Überblick über bestehende Angebote zur Tabakentwöhnung zu vermitteln, steht im Internet ein Informations-angebot über Anbieter von Raucherberatungen und Tabakentwöhnungskursen sowie kurze Beschreibungen der häufigsten Programmen und Methoden zur Verfügung.

Die Datenbank ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Krebsforschungs-zentrums (DKFZ) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die vorliegende Datenbank von Anbieteradressen gibt einen Überblick über 3.500 Angebote zur Tabakentwöhnung mit etwa 250.000 Plätzen in allen Bundesländern.

www.anbieter-raucherberatung.de/

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Tabakentwöhnung innerhalb der „rauchfrei“-Kampagne

Das interaktive Programm der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung soll seit 2005 Jugendliche zum Ausstieg aus dem Tabakkonsum motivieren, während der Entwöhnung unterstützen und helfen, Rückfälle zu vermeiden. Das Ausstiegs-programm ist Teil der „rauchfrei“- Jugendkampagne und begleitet jugendliche Raucherinnen und Raucher vor, während und nach ihrem Rauchstopp. Im Rahmen eines vierwöchigen Programms lernen sie, sich Ziele zum Rauchstopp zu setzen, persönliche Risikosituationen zu erkennen und individuelle Kontrollstrategien zu entwickeln, die für die Realisierung des eigenen Vorhabens Erfolg versprechend sind.

www.rauch-frei.info/programm/

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Nachbefragung "Effektivität von Tabakentwöhnung in Deutschland"

Das "Rauchfrei"- Programm des Instituts für Therapieforschung (IFT) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist ein etabliertes Tabakentwöhnungsprogramm, dessen Wirksamkeit im Rahmen mehrerer Studien überprüft und gesichert werden konnte. Im Rahmen der Qualitätssicherung des Programms werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Beginn und nach dem Kurs schriftlich zum Rauchverhalten und zum Kurs befragt, so dass für die Jahre 2008 und 2009 Daten von jeweils über 3.700 Teilnehmern vorliegen. Diese Daten wurden mit diesem Projekt ausgewertet. Ein wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass die medikamentöse Behandlung neben dem Einsatz eines intensiven, kognitiv-behavioral orientierten Gruppenprogramms keine zusätzlichen positiven Auswirkungen auf die langfristigen Abstinenzquoten hat. Dieses Ergebnis wird vom IFT mit der Überlegenheit des vorliegenden modern konzipierten Gruppenprogramms erklärt, mit dem eine medikamentöse Begleittherapie keinen zusätzlichen Effekt auf den Behandlungserfolg erzielte. Die Ergebnisse legen also nahe, dass die Effekte einer Pharmakotherapie zur Tabakentwöhnung in der alltäglichen Praxis schwächer ausfallen als in klinischen Studien.

Kurzbericht  Abschlussbericht

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Tabakentwöhnung für Patientinnen und Patienten mit COPD

Am 15. Oktober 2009 hat der Gemeinsame Bundesausschuss eine Empfehlung zur Aktualisierung des Disease-Management-Programms für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) beschlossen. Unter anderem wurden die Empfehlungen zur Tabakentwöhnung aktualisiert. Ausstiegsbereiten Raucherinnen und Rauchern sollen demnach im Rahmen des COPD-Programms wirksame Hilfen zur Tabakentwöhnung (insbesondere verhaltenstherapeutische und ggfs. geeignete unterstützende medikamentöse Maßnahmen) angeboten werden.

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Kursprogramm zum Rauchverzicht für Jugendliche

Das Gruppenprogramm „losgelöst“ richtet sich an 14- bis 17-jährige Raucherinnen und Raucher, insbesondere an Haupt- und Realschulen. Nach sechsmaligen Kurstreffen erfolgt eine vierwöchige Nachbetreuung per Telefon und SMS. Die BZgA hat in Zusammenarbeit mit dem Münchner Institut für Therapieforschung dieses Programm entwickelt und in einer Pilot- und Machbarkeitsstudie bundesweit getestet. Aktuell wird die Wirksamkeit des jugendspezifischen, motivationsbasierten und kognitiv-behavioralen Programms untersucht.

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Gruppenprogramm zum Rauchverzicht für Erwachsene

Das „Rauchfrei“-Kursprogramm für Erwachsene, vom Münchner Institut für Therapieforschung 2007 entwickelt, ist laut einer Umfrage des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung das am häufigsten in Deutschland angebotene Tabakentwöhnungsprogramm. Es wird von den Spitzenverbänden der deutschen Krankenkassen als erstattungsfähiges Präventionsprogramm anerkannt. Im Jahr 2009 nahmen 4.018 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 666 Kursen an der Evaluation der regelmäßigen durchgeführten Qualitätskontrolle teil. Die Teilnehmenden rauchten zu Kursbeginn im Durchschnitt 20 Zigaretten am Tag, die körperliche Nikotinabhängigkeit war bei über der Hälfte der Teilnehmenden stark bis sehr stark.

Zum Ende des Kurses waren mehr als 55 % der Teilnehmenden rauchfrei, selbst wenn man davon ausgeht, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die den Fragebogen nicht ausfüllten bzw. nicht erreicht wurden, wieder oder weiterhin rauchen. Unter den erreichten Teilnehmerinnen und Teilnehmern lag die Abstinenzquote bei 82 %. Die Erfolgsquoten des Rauchfrei-Programms zeigen sich anhaltend hoch und stabil. Etwa ein Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen neben dem Kurs eine medikamentive Unterstützung (Nikotinpräparate und/oder verschreibungspflichtige Medikamente).

Die Anzahl der im betrieblichen Bereich angebotenen Kurse ist 2009 auf 25 % (2008: 35 %) zurückgegangen. Es wurden weniger Kurse in Kooperation mit Krankenkassen und sozialen Einrichtungen angeboten. Dagegen stieg der Anteil der Kurse in Arztpraxen oder Krankenhäusern von 19 % (2008) auf 24 % (2009). Die meisten Teilnehmenden wurden durch Informationen ihrer Arbeitsstelle auf den Rauchfrei-Kurs aufmerksam. Dieser Anteil reduzierte sich von 42 % (2007) auf 26 % (2009). Im gleichen Zeitraum ist die Empfehlung von Medizinern zur Teilnahme an Kursen gestiegen (2007: 8 %; 2009: 13 %).

www.rauchfrei-programm.de/

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Programm "Rauchfrei nach Hause"

Speziell für die stationäre Rehabilitation wurde das Programm „Rauchfrei nach Hause!?“ im Jahr 2009 entwickelt, da das Angebot effektiver Hilfsmaßnahmen für rauchende Patientinnen und Patienten oft an organisatorischen Gegebenheiten scheitert. Das niedrigschwellige Programm umfasst sechs Sitzungen und richtet sich ebenso an Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, wie an Raucherinnen und Raucher, die dem Rauchstopp ambivalent oder kritisch gegenüber stehen. Durch die offene Programmstruktur können Patientinnen und Patienten zu jedem Zeitpunkt in das fortlaufende Programm einsteigen.

www.rauchfrei-nach-hause.de/

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Internetprogramm zum Rauchstopp für Erwachsene

Das Internet-Ausstiegsprogramm der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) begleitet erwachsene Raucherinnen und Raucher über 21 Tage bei ihrer Entwöhnung und gibt täglich individuelle Tipps und Empfehlungen. Die Rauchfrei-Plattform wurde 2010 um ein Audioangebot zu „Mythen und Fakten rund um das Thema (Nicht-) Rauchen“ erweitert. Unter dem Motto „Stimmt es eigentlich, dass ...“ werden in jeweils einminütigen Audiobeiträgen häufige Fragen beantwortet. Über ein Kontaktformular können individuelle Fragen an die Expertinnen und Experten der BZgA gesandt werden, die per E-Mail beantwortet werden. E-Cards mit unterschiedlichen Motiven und der Botschaft „Aufhören lohnt sich“ lassen sich direkt über die Internetseite versenden.

www.rauchfrei-info.de/

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Telefonische Beratung zum Nichtrauchen

Die Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Rauchentwöhnung steht Raucherinnen und Rauchern an sieben Tagen in der Woche zur Verfügung. Unter der Telefonnummer 01805/31 31 31 werden zum bundesweit einheitlichen Tarif von 14 Cent pro Minute aus dem Festnetz alle Fragen rund um das Rauchen beantwortet. Von Montag bis Donnerstag von 10 bis 22 Uhr und von Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr können sich Anrufer beraten lassen, Informations-material anfordern und Adressen von Beratungsstellen oder qualifizierten Anbietern von Gruppenprogrammen erfragen.

Ausstiegswillige Anrufer und frühere Raucherinnen und Raucher mit Rückfall-gefährdung können nach dem Erstanruf bis zu fünf Anrufe innerhalb eines Monats zur Unterstützung des Rauchstopps von der Telefonberatung erhalten (proaktive Beratung). Die Wirksamkeit der telefonischen Beratung wurde wissenschaftlich überprüft. Im Ergebnis waren 22,6 % ein Jahr nach dem Erstanruf noch rauchfrei.

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Unterstützung der ärztlichen Nichtraucherberatung durch "Fax-to-Quit"

In Kooperation mit dem Landesverband Deutscher Kinder- und Jugendärzte in Baden-Württemberg wurde 2010 getestet, wie in den Arztpraxen die Motivation der Raucherinnen und Raucher zu einem Rauchstopp durch die Vernetzung mit der BZgA-Telefonberatung erleichtert werden kann. Ausstiegswillige Raucherinnen und Raucher füllten bei den teilnehmenden Arztpraxen ein Faxformular „Fax-to-Quit“ aus, das an die BZgA-Telefonberatung gesandt wurde. Von dort wurde die eigentliche Ausstiegsberatung organisiert. Die zuweisenden Ärzte bewerteten das Angebot als praktikabel (7,5 von 10 Punkten): „Fax-to-Quit“ ist sofort einsetzbar, bietet konkrete Hilfe und erfordert wenig Zeitaufwand. Die Ärzte gaben an, dass sie selbst durch das Projekt motiviert wurden, aktiv in der Ansprache starker Raucher zu werden. Den im Rahmen dieses Pilotprojekts betreuten Teilnehmern gelingt ein Rauchstopp ähnlich häufig wie anderen proaktiv beratenen Raucherinnen und Raucher. Das Angebot wird 2011 ausgebaut.

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