Vom BMG geförderte Projekte

Clearinggruppe für Menschen mit Fetalen Alkoholspektrumstö-rungen (FASD), vergleichbaren Beeinträchtigungen sowie dem Beginn von riskantem bis abhängigem Konsum

Fast die Hälfte der Menschen mit Fetalen Alkoholspektrum-Störungen (FASD) entwickelt eine Suchtproblematik. Allerdings haben diese Menschen große Schwierigkeiten, einen für sie adä-quaten Zugang zu Suchtberatung und Suchtkrankenhilfe zu finden. So ist die Wahrschein-lichkeit hoch, dass sie vielfache Behandlungsversuche machen, von denen sie jedoch aufgrund ihrer neurokognitiven Defizite nicht profitieren können. In dem vom August 2014 bis August 2015 geförderten Projekt wurde daher eine spezifische Sucht-Clearinggruppe konzipiert, um für Menschen mit Beeinträchtigungen durch FASD, die zugleich einen riskanten bis abhängi-gen Suchtmittelkonsum aufweisen, adäquate Hilfen zu entwickeln. Damit werden die Teilha-bemöglichkeiten für die o.g. Personen verbessert. Außerdem wurde ein Buch entwickelt, das Anregungen für den diagnostischen, therapeutischen und pädagogischen Umgang mit suchtgefährdeten Erwachse-nen mit FASD gibt.

Den Kurzbericht finden Sie hier, den Abschlussbericht finden Sie hier.

Das Buch „Suchtgefährdete Erwachsene mit Fetalen Alkoholspektrumstörungen“ ist im Verlag De Gruyter erschienen und im Buchhandel unter des ISBN-Nummer 978-11-042511-6 erhält-lich.

Projekt „Spice II Plus“

Projektnehmer: Universitätsklinikum Freiburg, Institut für Rechtsmedizin, Forensische Toxikologie
Berichtsjahr: 2016

Seit 2008 werden weltweit immer mehr neue psychoaktive Substanzen (NPS) bekannt, die häufig von ohnehin Drogenkonsumierenden als Ersatz oder ergänzend zum bestehenden Drogenkonsum genutzt wurden. Am Anfang dieser Entwicklung stand in Deutschland ein als Räuchermischung mit dem Namen „SPICE“ über Internetshops und in Ladengeschäften verkauftes Produkt, das synthetische Cannabinoide enthielt. Nach der Unterstellung der ersten identifizierten Wirkstoffe in diesem und vergleichbaren Produkten unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) erschienen und erscheinen nach wie vor in schneller Folge weitere, chemisch-strukturell modifizierte psychoaktive Substanzen als unterschiedlich deklarierte Angebote (Badesalze, Research Chemicals etc.).

Bei dem von 2013 bis 2015 durch die EU-Kommission und das Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projekt „SPICE II Plus“ wurde auf der Basis eines multidisziplinären Netzwerkes aus verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten ein Monitoring der über Internetshops erhältlichen NPS durchgeführt. Während der Projektlaufzeit wurden insgesamt 92 verschiedene psychoaktive Substanzen in mehr als 800 Produkten identifiziert. Außerdem wurde erneut eine Online-Umfrage unter erfahrenen Usern von NPS durchgeführt und die Ergebnisse mit den Daten, die bei der im Vorprojekt durchgeführten Umfrage erhoben wurden, verglichen. Dabei stellte sich insbesondere heraus, dass die „Legalität“ der Stoffe zumindest für erfahrene User an Wichtigkeit verloren hat. Die vertieften Interviews mit Konsumenten, die bereits negative Erfahrungen mit dem Konsum von NPS gemacht hatten, zeigten, dass in der Regel akute Nebenwirkungen aufgetreten waren.

Mit der Webseite http://legal-high-inhaltsstoffe.de wurde eine attraktive Plattform geschaffen, auf der neben den Ergebnissen des Monitorings Warnhinweise bezüglich der besonderen Gefahren dieser Wirkstoffe abrufbar sind.
Den Kurzbericht zum Projekt finden Sie hier.

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Förderprojekt "Meta-Analyse zur Effektivität suchtpräventiver Lebenskompetenzprogramme in Deutschland"

Lebenskompetenzprogramme stellen einen wichtigen Baustein innerhalb der schulischen Prävention dar. Mittels einer Meta-Analyse wurde errechnet, dass das Risiko für Schülerinnen und Schüler, in den Suchtmittelkonsum einzusteigen, durch die Teilnahme an einem suchtpräventiven Lebenskompetenzprogramm wie z.B. „Klasse 2000“ erheblich reduziert werden kann.

Das Projekt konnte die Wirksamkeit schulbasierter Lebenskompetenzprogramme nachweisen. Der Risikofaktor „Frühzeitiger Konsum“ wird durch die Teilnahme an suchtpräventiven Lebenskompetenzprogrammen erfolgreich abgemildert, wobei die festgestellten Effekte für weibliche und männliche Teilnehmende ähnlich sind. Lebenskompetenzprogramme stellen somit einen zu empfehlenden Baustein einer umfassenden (Sucht-)Präventionsstrategie dar. -Kurzbericht-

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Pilotprojekt „No roids inside“ zur Prävention des Anabolikamissbrauchs in Fitnessstudios

Das Pilotprojekt „No roids inside“ zur Prävention des Anabolikamissbrauchs in Fitnessstudios ist erfolgreich verlaufen: Seminare in Fitnessstudios sind der richtige Weg, den Zugang zur Zielgruppe der Kraftsportler und -sportlerinnen sowie deren Wissenstand über die Gefahren anaboler Steroide zu verbessern.

Die Ergebnisse des zweijährigen Pilotprojekts „No roids inside“ zeigen, dass der Wissensstand der Zielgruppe der Kraftsportler über die Gefahren anaboler Steroide verbessert werden konnte. Die Präventionsseminare direkt in den Fitnessstudios mit Natural (Training ohne Gebrauch leistungsfördernder Medikamente) trainierenden erfolgreichen Bodybuilderinnen und Bodybuilder als positive Rollenmodelle zu veranstalten, führte zu nachweisbaren Einstellungsänderungen: Über 70% der in einer Follow-Up-Befragung erreichten Teilnehmenden der Präventionsseminare gaben an, ihren Ernährungs- und Trainingsplan geändert zu haben.
Die Präventionsseminare wurden in 15 Studios in ganz Deutschland bis Mitte 2014 durchgeführt. Insgesamt wurden über 330 Personen erreicht, 21 % davon waren Frauen. Zusätzlich wurden in Fitnessstudios, die nicht am Seminarprojekt teilgenommen hatten, qualitative Kurzinterviews mit männlichen Bodybuildern geführt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Thema Anabolika befragt und der Krafttrainingsbereich nach einem festgelegten Kategorienschema bewertet. Zusätzlich wurde ein Online-Hilfeportal mit Beratungsfunktion eingerichtet, auf dem Informationen zum Thema Medikamentenmissbrauch in Fitnessstudios zusammengefasst wurden. Ergänzend fanden Befragungen von Ärztinnen und Ärzten sowie Apothekerinnen und Apothekern statt. Kurzbericht / Abschlussbericht

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"Chancen nahtlos nutzen – konkret!"

Projektnehmer: Blaues Kreuz in der evangelischen Kirche e.V. Bundesverband, Blaues Kreuz in Deutschland e.V., Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe e.V., Guttempler in Deutschland e.V., Kreuzbund e.V.

Berichtsjahr: 2015

Im Rahmen des vom BMG vom Oktober 2013 bis Juni 2015 geförderten (Folge-)Projekts der fünf großen Sucht-Selbsthilfeverbände wurde die Zusammenarbeit zwischen beruflicher Suchthilfe und Sucht-Selbsthilfe verbessert, um abhängigkeitskranken Menschen und Angehörigen nahtlose Übergänge zwischen den Angeboten der beruflichen Suchthilfe und der Sucht-Selbsthilfe zu ermöglichen. Es wurden zwei Workshopreihen mit Blick auf den jeweils ambulanten und stationären Sektor durchgeführt. Ehrenamtliche der Selbsthilfe und beruflich Tätige der ambulanten und stationären Suchthilfe erarbeiteten gemeinsam Handlungsempfehlungen für eine wirksame und bedarfsgerechte Zusammenarbeit. Die Handlungsempfehlungen und Ergebnisse wurden in einer Handreichung zusammengefasst, die trägerübergreifend innerhalb der Sucht-Selbsthilfe genutzt werden kann.

Den Kurzbericht finden Sie hier, der Abschlussbericht ist hier. Die im Projekt erarbeiteten Handlungsempfehlungen sind u. a. auf der Webseite der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. v. eingestellt.

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"Entwicklung sektorenübergreifender Qualitätskriterien für die Behandlung der tabak- und alkoholbezogenen Störungen"

Projektnehmer: Sektion Suchtmedizin und Suchtforschung der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Tübingen,
Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Universität Heidelberg

Berichtsjahr: 2015

Im Rahmen eines strukturierten, mehrstufigen Prozesses, der sich eng an die Vorgehensweise der Nationalen Versorgungsleitlinien zur Entwicklung von Qualitätsindikatoren anlehnte, wurden für alkohol- und tabakbezogene Störungen Qualitätsindikatoren auf Basis der S3-Leitlinien "Screening, Diagnose und Behandlung von alkoholbezogenen Störungen" und "Screening, Diagnostik und Behandlung von schädlichem und abhängigem Tabakkonsum" erarbeitet. Es wurden fünf alkoholbezogene Qualitätsindikatoren in den Bereichen Diagnostik, Therapie und Komplexbehandlung und zehn tabakbezogene Qualitätsindikatoren in den Bereichen Diagnostik, Interventionen und besondere Gruppen durch Konsens oder starken Konsens bestätigt.

Den Kurzbericht finden Sie hier, den Abschlussbericht hier.

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"safe – sauber feiern" und das "Betreiberschulungstest-Projekt" (BEST)

Fortbildungskonzepte für Beschäftigte in Discotheken und Clubs zum Umgang mit riskantem Substanzkonsum ihrer Gäste erfolgreich entwickelt und erprobt:

Um dem steigenden Mischkonsum von legalen und illegalen Drogen (u. a. auch Methamphetamin) durch präventive Maßnahmen im Partysetting zu begegnen, wurden im Zeitraum August 2014 bis März 2015 zwei Pilotprojekte mit jeweils ursprünglich sechsmonatiger Dauer gefördert.

Die Fachambulanz für Suchterkrankungen in Rosenheim erprobte mit "safe – sauber feiern" eine Schulung mit mehreren praxisnahen und leicht verständlichen Modulen, die einzeln oder komplett geschult werden können. Die Schulung wurde vor allem für einen Einsatz in Diskotheken im ländlichen Raum und Kleinstädten konzipiert. Das "Betreiberschulungstest-Projekt" (BEST) von Fixpunkt – Verein für suchtbegleitende Hilfen e.V. Berlin – arbeitet mit Peers und erprobte das Konzept in Clubs in den Großstädten Berlin, Leipzig und Frankfurt.

Die Ergebnisse der erfolgreich verlaufenen Projekte können von Einrichtungen verschiedenen Typs in unterschiedlichen regionalen Ebenen genutzt werden.

Den safe-Kurzbericht finden Sie hier, den Abschlussbericht hier.

Den BEST-Kurzbericht finden Sie hier, den Abschlussbericht hier.

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