Projekt des Monats

Rauchfrei durch die Pflegeausbildung

Das Programm "astra – Aktive Stressprävention durch Rauchfreiheit in der Pflege" unterstützt PflegeschülerInnen dabei, rauchfrei zu werden und zu bleiben.

Wieder rauchfrei zu werden oder rauchfrei zu bleiben ist die effektivste gesundheitsbezogene Entscheidung, die man treffen kann. Rauchen ist nach wie vor das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Eine/r von zwei RaucherInnen stirbt vorzeitig an den Folgen des Rauchens, in Deutschland insgesamt etwa 121.000 Menschen jährlich (dkfz, 2015). In der deutschen Bevölkerung raucht mit 24,5 % knapp jede/r Vierte (Drogen- und Suchtbericht, 2015).

Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung rauchen Pflegende und vor allem PflegeschülerInnen deutlich häufiger. Die Prävalenzen liegen bei:

  • Gesundheits- und KrankenpflegerInnen: 30 %,
  • KrankenpflegehelferInnen: 36 %
  • AltenpflegerInnen: 42 % (Mikrozensus 2013: Statistisches Bundesamt, 2015)
  • PflegeschülerInnen: ca. 50 % (Schulze et al., 2014).

Warum rauchen gerade Pflegende so viel mehr, während das Rauchen insgesamt und besonders bei Jugendlichen und Erwachsenen zurück geht? Für viele Pflegende ist das Rauchen eine Rückzugsmöglichkeit aus belastenden Situationen und ungünstigen Arbeitsbedingungen. Zu wenig Personal, Leistungsverdichtung und hohe psychische Belastungen treffen hier deshalb auf eine hohe soziale Norm bzw. Akzeptanz des Rauchens zum Stressabbau (ebd.).

Rauchfrei pflegen – Rauchfrei sein

Zur Prävention und Reduktion des Tabakkonsums in der Pflegeausbildung wurde in Modellprojekten des Bundesministeriums für Gesundheit das Programm „astra – Aktive Stressprävention durch Rauchfreiheit in der Pflege“ entwickelt. Das astra-Programm unterstützt PflegeschülerInnen dabei, rauchfrei zu bleiben bzw. wieder rauchfrei zu werden. Es fördert gesunde Pausen und hilft zu lernen, mit Stress umzugehen. Das Programm kombiniert Verhaltens- und Verhältnisprävention und kann damit zur Rauchfreiheit in der Pflege insgesamt beitragen.

Hinzu kommt, dass rauchende PflegeschülerInnen sich insgesamt stärker belastet fühlen, ein höheres Stresserleben sowie einen höheren BMI haben, sich ungesünder ernähren und weniger Sport treiben (Müller et al., 2014). Das astra-Programm kann mit dem ebenfalls vom BMG geförderten „PA-TRES - ein Unterrichtskonzept für gesunden Lebensstil in der Pflegeausbildung“ kombiniert werden.

Rauchfrei Pflegen – Professionell handeln

Das Thema „Tabakkonsum in der Pflege“ ist aber auch auf weiteren Ebenen bedeutsam. Neben der Förderung der eigenen Gesundheit nehmen Pflegende auch als Professionelle im Gesundheitswesen eine Schlüsselrolle in Prävention, Beratung und Tabakentwöhnung ein. Sie sind dabei wichtige Multiplikatoren und Akteure wenn es um die Reduzierung des Tabakkonsums in der Bevölkerung geht (International Council of Nurses, 1999).

Dazu wird im astra-Programm aktuell ein Unterrichtsmodul zur Kurzberatung bei rauchenden PatientInnen erarbeitet und pilotgetestet.

Zusammengefasst ist das Thema „Rauchfreiheit durch die Pflege“ auf drei Ebenen bedeutsam.

  1. Gesundheitsberatung durch Pflegende ist erforderlich um den Tabakkonsum in der Bevölkerung insgesamt zu senken: durch eine Stärkung und Vermittlung von Raucherberatungskompetenzen in der Pflegebildung.

  2. Aufgrund der hohen Raucherprävalenz stellen Pflegende selbst eine Zielgruppe für Prävention und Tabakentwöhnung im schulischen und betrieblichen Setting dar.

  3. Rahmen- und Arbeitsbedingungen für die Pflegeberufe sind zu verbessern, damit die zunehmende Professionalität der Pflege(-wissenschaft) auch im Berufsalltag wirksam umgesetzt werden kann.

astra-Implementierung

Im BMG-Modellprojekt „astra-Implementierung“ werden erstmals astra-TrainerInnen ausgebildet, die das Programm an der eigenen Einrichtung durchführen und eine dauerhafte Implementierung ermöglichen. Alle Module des astra-Programms sind in das Schulcurriculum komplett integrierbar.

Nächste astra-TrainerInnen Schulung: 18.-19.02.2016 in Würzburg

Projektleitungen astra-Programm:
Dr. Anneke Bühler, Katrin Schulze (IFT),
Prof. Bonse-Rohmann (Hochschule Hannover)
Ines Schweizer (Hochschule Esslingen)
Christa Rustler, Sabine Scheifhacken (DNRfK e.V.)

Kontakt:
info@astra-programm.de
www.astra-programm.de

astra-Projektteam: K. Schulze (IFT), M. Bonse-Rohmann (HS Hannover), A. Bühler (IFT), I. Schweizer (HS Esslingen), C. Rustler (DNRfK), S. Scheifhacken (DNRfK) (v.l.n.r.)

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Betreuungsstruktur für Schulen und Lernorte: erste astra-Schule im Deutschen Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen DNRfK e.V. (Legende: Stern)

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