Projekt des Monats

Projekt des Monats- Alkoflopp

Präventionsprojekt vom Jugendbüro Bunde

Der Beweggrund

Der immer weiter ausufernde Alkoholkonsum,  gerade bei Jugendlichen und sogar Kindern, hat das Jugendbüro Bunde Anfang 2008 dazu veranlasst ein regionales Konzept zu entwickeln, das insbesondere die Erwachsenen wieder zurück in die Diskussion holen soll.

Der Gedanke dabei ist ganz einfach. Die Gesellschaftsdroge Alkohol genießt in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert, und ist bei geselligen Anlässen Erwachsener fast immer präsent. Auch die Werbung, die sich immer gezielter auch und gerade an junge Konsumenten wendet, trägt ihren Teil dazu bei. Kinder und Jugendliche übernehmen häufig Verhaltensmuster ihrer erwachsenen Vorbilder, ohne jedoch die Folgen adäquat einschätzen zu können. Eine Entwicklung aus dem jugendlich provokanten Verhalten ist das Komasaufen. Erwachsene schütteln dann häufig nur verständnislos mit dem Kopf, ohne jedoch ernsthaft zu intervenieren. Um Erwachsene als Zielgruppe der Initiative zu rechtfertigen gilt der Satz, dass jede Flasche Alkohol die Kinder und Jugendliche konsumieren in irgendeiner Form durch die Hände Erwachsener gegangen ist. Ob Eltern, Betreuer und Trainer im Sportverein, Lehrer oder der Wirt und die Kassiererin in Supermarkt und Tankstellen. Genügend Möglichkeiten einzugreifen, möchte man meinen.

Das vier Phasen Modell

Um eine möglichst große gesellschaftliche Beachtung und Resonanz zu erhalten,  wurde Alkoflopp in vier Phasen unterteilt, die jeweils einen anderen Adressaten aufweisen.

In Phase 1: wurde zunächst eine große Auftaktveranstaltung mit Vertretern aller gesellschaftlicher Gruppen, Vereine und Verbände durchgeführt. Bei dieser Veranstaltung wurden die Initiative und ihren einzelnen Bausteine näher vorgestellt und diskutiert. Auch aktuelle Hintergründe zum Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen wurden vorgestellt, so dass nach dem Auftakt alle Teilnehmer über die kommenden Aktionen unterrichtet waren.

Auch das Plakat zur ersten Phase die sich insbesondere an die Eltern richtete, wurde bei der Auftaktveranstaltung vorgestellt. Die Plakataktion sorgte aufgrund des gewählten Motivs, das einen offensichtlich kleinen Jungen im öffentlichen Raum (Biergarten) vor einem Bierglas sitzend zeigt, für kontroverse Diskussionen in der Gemeinde. In der ersten Phase wurden in den Ortsteilen der Gemeinde Bunde Elterninformationsabende durchgeführt, Flyer mit Tipps für Eltern großflächig verteilt, und die Pressearbeit zum Thema Alkoholprävention massiv intensiviert.

In Phase 2: richtete sich das Augenmerk auf die Sportvereine. Gerade in Vereinen wird Alkohol bei Festen etc. häufig konsumiert. Auch für Jugendliche ist die Teilnahme an diesen Veranstaltungen häufig mit dem ersten Alkoholkonsum verbunden. Zudem gab es Berichte, dass gerade im Mannschaftssport Alkohol auch als Belohnung eingesetzt wird. Um den Umgang mit Alkohol in den Vereinen zu  besprechen, gab es hierzu einen Infoabend mit Vertretern der Sportvereine. Es wurden Richtlinien und Verhaltenstipps für Trainer, Betreuer und Vereinsverantwortliche diskutiert und beschlossen. Eine Plakataktion mit einem weiteren Motiv, auf dem feiernde Fußballspieler mit Alkohol zu sehen sind, begleitete auch die Phase. Als äußeres Signal der Vereine und kleines Dankeschön für die Kooperation überreichten wir insgesamt sechs Jugendteams aus drei Vereinen einen kompletten Trikotsatz mit dem Aufdruck: „Alkoflopp – Mein Verein sagt Nein.“ Auch diese Aktion wurde Pressewirksam begleitet.

Phase 3: Die dritte Phase der Initiative Alkoflopp, war dem Handel und der Gastronomie gewidmet. Doch zunächst gab es Zuwachs in der Alkoflopp-Familie. Mit den Gemeinden Westoverledingen, Rhauderfehn und Ostrhauderfehn führten weitere drei Gemeinden des Landkreises Leer das Präventionsprojekt Alkoflopp durch. Gemeinsam mit der Kinder und Jugendförderung des Landkreises Leer, wurde eine zentrale Informationsveranstaltung mit Vertretern aus Gastronomie und Handel in Leer durchgeführt. Die im Konzept verankerte Siegelaktion ließ sich leider nicht flächendeckend durchsetzen. Dennoch waren die Gespräche und die begleitende Plakataktion sehr erfolgreich. Die vom Landkreis Leer in der Folge durchgeführten Testkäufe in den betroffenen Gemeinden ergaben eine deutlich verbesserte Kontrolle bei Abgabe von Alkohol an Minderjährige.

Phase 4: Zum Abschluss der Initiative sollten neben Eltern, Vereinen und dem Handel natürlich auch die Jugendlichen über Alkoflopp informiert werden. Dazu gab es an der Haupt- und Realschule Bunde, wie auch an anderen Schulen in den teilnehmenden Gemeinden Infoveranstaltungen und Projektwochen zum Thema Alkohol. In Bunde wurden im Rahmen der Projektwoche gemeinsam mit der 7 und 8 Klasse u.a. eine mobile Zerlegbar für Alkoholfreie Cocktails gebaut. Zudem wurden verschiedene kleine Videoclips zum Thema Alkohol gedreht, und Bilder gemalt. Auch ein kurzes Rollenspiel wurde mit den Schülerinnen und Schülern einstudiert, und bei der Abschlussveranstaltung aufgeführt.  Die ca. 25 gemalten Acrylbilder wurden in der Sparkassenfiliale Bunde im Anschluss ausgestellt.

Alkoflopp ist ein offenes Konzept, das verschiedene Aktionen in den einzelnen Phasen zulässt. In den einzelnen Gemeinden variierten die Inhalte der Aktionen. Dennoch war allen Beteiligten die Vorgehensweise als ausgesprochen Wirkungsvoll aufgefallen, zunächst die Eltern und die Vereine ins Boot zu holen, weil dadurch ein größeres Gesellschaftliches Interesse erzeugt wurde. Zudem wurde klar, dass die Jugendalkoholproblematik bei den Erwachsenen beginnt. Denn nur die Erwachsenen können die Strukturen und Regeln im Umgang mit Alkohol vorgeben. Ein Beispiel eines Vaters im Rahmen der Elterninformationsabende soll hier noch genannt werden. „Würden Sie auf Anfrage ihres 14 jährigen Sohnes ihm Ihr Auto mitgeben?....Sicher nicht. Bei einer Flasche Bier will ich mal nicht so sein.“ Eines wird daraus deutlich. Wenn die Erwachsenen das Jugendschutzgesetzt schon nicht ernst nehmen, wie sollen es dann die Kinder und Jugendlichen tun.

Nähere Informationen unter www.alkoflopp.webnode.com

„Um gegen Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen vorzugehen, müssen Politik, Eltern und Bezugspersonen, Schule, Wirtschaft und Medien eng zusammenarbeiten. Ein gemeinsames Vorgehen ist wichtig, denn der Jugendschutz geht uns alle an“. Es muss aber auch die Verantwortung von Eltern, Erziehern und der gesamten Gesellschaft gestärkt werden. Die Initiative AlkoFlopp, ist ein weiterer wichtiger Schritt dazu.

Das Projekt Alkoflopp wurde in der Gemeinde Bunde gestartet und später von anderen Gemeinden übernommen.

Mit der Initiative AlkoFlopp wollen die Jugendpflegen vor Ort in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, den Sportvereinen, Schulen und dem Handel auf einen verantwortungsvollen und maßvollen Umgang mit der Gesellschaftsdroge Alkohol hinwirken. Zu der Initiative gehören dabei die folgenden Bausteine:

1 Auftaktveranstaltung
2 Plakat und Flyeraktion
3 Elterninformationsabend
4 Jugendschutzerklärung der Sportvereine etc.
5 Aufkleber für Schulen, Bürger, Vereine
6 Charta für den Handel und die Gastronomie (Siegel) – Aufkleber
7 Projekttage Alkoflopp mit Theater, Film, Infos etc. in der HS/RS
8 Abschlussveranstaltung

Genauere Informationen gibt es bei den Jugendpflegen vor Ort und unter:

Alkoflopp Bunde

Alkoflopp Ostrhauderfehn

Alkoflopp Westoverledingen

Alkoflopp Rhauderfehn

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