Projekt des Monats

Am 12. November 2015 ist Kinostart
für den Film "Alki Alki"

Ein Werk über Männerfreundschaft, Alkoholmissbrauch und Abhängigkeiten.

Am 12. November 2015 ist Kinostart für den Film "Alki Alki". Ein Werk über Männerfreundschaft, Alkoholmissbrauch und Abhängigkeiten. Die Produzenten sprechen von einer "Tragikkomödie", die Deutsche Film- und Medienbewertung hat sie mit dem „Prädikat besonders wertvoll“ ausgezeichnet. Zur Premiere am 10. November im Kino der Berliner Kulturbrauerei ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung persönlich anwesend und hält eine Begrüßungslaudatio.

Tobias (Heiko Pinkowski) und Flasche (Peter Trabner) sind seit ihrer Jugend Freunde fürs Leben. Tobias steht in der Blüte seines Lebens, hat Familie und trägt Verantwortung. Trotzdem scheint er nicht erwachsen zu werden, rockt mit Flasche die Diskotheken und feiert mit Leuten, deren Vater er sein könnte. Doch die unbeschwerte Leichtigkeit der Jugendlichkeit ist längst verflogen. Tobias gerät zunehmend mit seiner Frau Anika (Christina Große), den drei Kindern und seinem Kompagnon Thomas (Thorsten Merten) in Streit.

Er verliert seinen Führerschein, Aufträge im Büro, das Liebesleben mit seiner Frau und die Freude an seinen Kindern. Als er einen Autounfall baut, der beinahe das Leben seiner Kinder kostet merkt Tobias Stück für Stück, dass ihm die Freundschaft zu Flasche nicht gut tut und dass es nun an der Zeit ist, sich zu trennen. Doch als Tobias zu dieser Erkenntnis kommt, ist es lange schon zu spät. Tobias kann Flasche nicht loswerden. Also dreht sich die mörderische Spirale weiter.       

Solange, bis es dreckig wird.

Regiekommentar zum Film von Axel Ranisch

"So ist der Peter. Ich war noch immer vollkommen betrunken und umnebelt vom für mich vollkommen unerwarteten, furiosen Uraufführungs-Erfolg unseres Filmes 'Dicke Mädchen' bei den Hofer Filmtagen. Da stand Peter Trabner im Oktober 2011 mitten in der Fußgängerpassage im fränkischen Hof vor mir und stellte mir seine neue Idee vor. Die Geschichte eines Alkoholikers. Ein langes 90minütiges Bergab. Ein gänzlich depressiver Film über den Niedergang eines Familienvaters. Puh!

So ganz pessimistische Filme liegen mir ja eigentlich nicht. Ich bin ein Mensch, der auch die Schicksalsschläge des Lebens versucht, von der positiven Seite zu sehen. So sind auch meine Filme. Gerne böse. Aber mit einem Augenzwinkern. Mir fehlte auch ein gewisser Kick, eine Abstraktion, eine Fantasie in Peters Idee. Ich sagte ihm, dass ich noch nicht so richtig begeistert sei. Er nickte und für zwei Wochen war erstmal Ruhe. Als Heiko, Peter und ich ein paar Wochen später vom Filmfest Lünen im Auto nach Hause fuhren, kam Peter erneut mit seiner Idee. Diesmal hatte er weiter gedacht und fragte, was denn wäre, wenn die Sucht eine eigenständige Figur wäre. Man hätte die Zündschnur hören können, die plötzlich entfacht war und sich zu einer riesigen kreativen, begeisterten Explosion durchbrannte. Das war es!

Die kommenden fünf Stunden im Auto redeten wir von nichts anderem mehr. Wir schaukelten uns hoch. Immer deutlicher wurde uns, dass die Sucht alle Züge eines Menschen trug und die Beziehung zur Sucht einer Freundschaft, vielleicht sogar einer Liebe zwischen zwei Menschen glich. Diese Energie im Auto war unglaublich. Ich hätte fast weinen können. Wie oft gibt es das schon, dass Menschen ihre Erfahrungen dank ihres Berufes in etwas Erhebendes und Gutes umwandeln können. Heiko und Peter können das. Und vor allem, sie wollen das. Die beiden haben eine Botschaft."

Jury-Begründung der Deutschen Film- und Medienbewertung zur Vergabe des Prädikat "besonders wertvoll"

Axel Ranisch nennt seinen Film, für den er als „Spielleiter“ verantwortlich zeichnet, eine Tragikomödie. Doch eigentlich ist seine Geschichte eines verzweifelten Alkoholikers vor allem ein Drama mit tragischen und gelegentlichen ironischen Momenten. Tobias Zach ist Bauingenieur und führt zusammen mit seinem Freund Thomas ein Architekturbüro. Er hat eine Frau und drei Kinder. Eigentlich könnte alles wunderbar sein, wenn da nicht „Flasche“ wäre, das Alter Ego von Tobias, die manifestierte Alkoholsucht. Flasche ist der ständige Begleiter von Tobias und lässt ihn nicht eine Sekunde allein. Er verführt Tobias immer wieder aufs Neue zum Trinken. Tobias gleitet tiefer und tiefer in seinen Alkoholismus, verliert den Boden unter den Füßen, kann sich gegen alle vernünftigen Argumente und trotz seiner Liebe zu seiner Frau und den Kinder nicht von seiner Sucht befreien. Als Tobias am Tiefpunkt angekommen ist, willigt er in eine Therapie ein. Aber auch hier lässt ihn Flasche nicht allein und flüstert ihm ständig Versuchungen ins Ohr, die Tobias trotz verzweifelter Gegenwehr nicht überhören kann.

Axel Ranischs konsequentes Porträt eines Trinkers, den Heiko Pinkowski als eine Mischung aus gutmütigem Tanzbär und Schwächling gibt, besticht durch seine stringente Dramaturgie. Als Übergang zu den einzelnen Abschnitten der Schilderung des langen Weges von Tobias in den Abgrund der Sucht hat Ranisch den Auftritt eines Bänkelsängers gewählt, der von dem unheilvollen Verhältnis zwischen Tobias und seinem dunklen Begleiter Flasche erzählt und damit den Rahmen der einzelnen Kapitel absteckt. Tobias bewegt sich längst nicht mehr nur auf einer realen Ebene. Nicht nur Flasche, den er in seinem Dasein akzeptiert und der kein „weißer Hase“ ist, verleiht dem Film einen Hauch von Surrealität und absurdem Humor. Tobias verliert oft seine Beziehung zur Wirklichkeit, da er sie meist nur noch durch den Zerrspiegel des Alkohols wahrnimmt. Diese einzelnen Stufen eines fast unaufhaltsamen Abstiegs zeigt der Film in dramatischen Details und erspart dem Zuschauer nichts. Und dennoch ist dies kein Film der Hoffnungslosigkeit, sondern immer wieder auch die Schilderung von zwischenmenschlicher Wärme, von Nähe und von Menschenwürde, die Tobias selbst in den düstersten Augenblicken der Geschichte nie ganz verliert. Darin liegt die besondere Stärke des Films, dem man anmerkt, dass der „Spielleiter“ seine Figuren mag und nicht der Lächerlichkeit preisgibt. Der Film endet mit einer schönen indianischen Legende über zwei Wölfe, von denen der eine das Gute, der andere das Böse verkörpert. Nur der von ihnen kann überleben, der gefüttert wird. Man gönnt Tobias, dass er doch noch den Weg findet, den guten Wolf zu füttern. Die Eindringlichkeit der Darstellung dieses Schicksals und die Originalität der Interpretation haben, so der Bewertungsausschuss, das höchste Prädikat verdient.

Verleih: missingFILMs – Acrivulis & Severin GbR

Telefon: 030 283 65 30, Mobil 0177 79 410 79

E-Mail: verleih@missingfilms.de

Website: www.missingfilms.de

Presse: rische & co pr, Claudia Rische & Juliane Pielot, Telefon: 030 679 282, E-Mail: 69mail@rische-pr.de

Cast

Tobias Zach HEIKO PINKOWSKI
Flasche PETER TRABNER
Anika Zach CHRISTINA GROßE
Siegfried Herzog OLIVER KORITTKE
Gläschen EVA BAY
Troubadour KÄPTN PENG
Galina Schnurkinowa IRIS BERBEN
Jörn Sommer THOMAS FRÄNZEL
Teresa Harder ELKE GRUNAU
Musik DIE TENTAKEL VON DELPHI

Team

Produktion Sehr gute Filme GmbH
Koproduktion ZDF – Das kleine Fernsehspiel
Redakteurin Katharina Duffner
Gefördert von Medienboard Berlin-Brandenburg
  Mitteldeutsche Medienförderung
  Filmbüro MV
Idee zum Film PETER TRABNER
Buch TRABNER/PINKOWSKI/RANISCH
Produktionsleitung ANNE BAEKER
Schnitt MILENKA NAWKA
  GUERNICA ZIMGABEL
Kamera DENNIS PAULS
Ausstattung LENA MORITZEN
O-Ton VEIT NOREK
Kostüm CLAUDIA STEINERT
Maske SARAH HUZEL
Produzenten BAEKER/RANISCH/PINKOWSKI/PAULS
Spielleitung AXEL RANISCH

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