Projekt des Monats

Suchtsensible Pflege/-Beratung

Gesundheit fördern ist keine Frage des Lebensalters – Intervention lohnt sich!

Das Thema Suchtgefährdung bei älteren, pflegebedürftigen Menschen ist ein wichtiges Thema, das auch im Gesundheitsziel „Gesund älter werden“ Berücksichtigung findet.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen geht davon aus, dass etwa 2-3% der Männer und 0,5-1% der Frauen im Alter ab 60 Jahren von Alkoholmissbrauch bzw. -abhängigkeit betroffen sind. Darüber hinaus steigt der Missbrauch psychoaktiver Medikamente mit steigendem Alter an. Dies zeigen auch Ergebnisse epidemiologischer Untersuchungen zur Verordnung und Einnahme von Benzodiazepinen – hier mit überdurchschnittlich hoher Rate bei Frauen.

Laut einer vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten repräsentativen Erhebung zum Umgang mit suchtmittelabhängigen älteren Menschen in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen schätzen Pflegekräfte, dass ca. 14% der Menschen, die von ambulanten Pflegediensten und in stationären Einrichtungen betreut werden, Alkohol- oder Medikamentenprobleme haben. (ZIS Hamburg 2009)

Aufgrund der demographischen Entwicklung ist davon auszugehen, dass die Anzahl problematisch Konsumierender, mit denen Pflegeeinrichtungen konfrontiert werden, zukünftig ansteigt. Die derzeit 40-50-Jährigen haben nicht nur traditionell hohe Konsumzahlen, sondern auch den größten Bevölkerungsanteil bei einer insgesamt steigenden Lebenserwartung.

Vor diesem Hintergrund hat die Fachstelle für Suchtprävention Berlin das Thema „Sucht im Alter vorbeugen“ als Schwerpunktthema gesetzt und engagiert sich für eine gesunde und „unabhängige“ Lebensgestaltung. Sie hat Konzepte zur Qualifizierung von sowohl Pflegeberaterinnen und -beratern als auch von Pflegekräften der ambulanten und stationären Altenhilfe entwickelt.

Die Fortbildungen werden von erfahrenen Sucht-Expertinnen durchgeführt und befähigen, Sucht und Suchtgefährdung zu erkennen, die Problematik angemessen anzusprechen und die Inanspruchnahme von Hilfen zu fördern. Sie sind partizipativ entwickelt und praxisnah konzipiert und bieten neben Wissens- und Kompetenzvermittlung die Möglichkeit zum Austausch und zur Erprobung.

Eine frühestmögliche, respektvolle Ansprache und damit Intervention bietet die Chance, geeignete Hilfen zu installieren, um die Lebensqualität und Lebensfreude der Betroffenen wieder zu steigern. Die Möglichkeit zur Veränderung ist in jedem Lebensalter gegeben. Die Erfolgsaussichten sind bei Menschen, die erst in höherem Lebensalter mit einem Substanzmissbrauch begonnen haben, sogar besonders hoch.

Dank des Engagements der AOK Nordost – Die Gesundheitskasse wurde die Implementierung dieser Qualifizierungsseminare in den gesetzlich etablierten Pflegestützpunkten in 3 Bundesländern realisiert. Darüber hinaus startet aktuell die Verankerung von „Suchtsensibler Pflege“ in den Berliner Bezirken durch ein Pilotprojekt in Treptow-Köpenick, wo das Thema „Sucht im Alter“ bereits erfolgreich strukturell voran gebracht wurde.

Kontakt und Information
Bei Fragen zu Konzept, Schulungsterminen, Kosten und Umsetzung des Qualifizierungsangebotes sind wir gerne für Sie da:

Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH
Fachreferentin Anke Schmidt
Mainzer Straße 23 | 10247 Berlin
Tel. 030 - 29 35 26 15 | Fax 030 - 29 35 26 16
E-Mail schmidt@berlin-suchtpraevention.de

www.berlin-suchtpraevention.de

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