Neues Online-Hilfsportal für Internetabhängige

Berlin,  6. Februar 2017

Alljährlich veranstaltet die Europäische Union den „Safer Internet Day“. Ziel dabei ist es, Menschen aller Altersgruppen auf das Thema „Sicherer Umgang im und mit dem Internet“ aufmerksam zu machen. Zur Sicherheit im Internet gehört auch die Selbstkontrolle über die Zeit und die Intensität, mit der Menschen sich mit Internetanwendungen wie z.B. Onlinespielen oder Sozialen Netzwerken beschäftigen. Verliert jemand diese Kontrolle, so dass die Person die schulischen, beruflichen oder sozialen Verpflichtungen nicht mehr bzw. nur noch ungenügend erfüllen kann, kann eine „Internetsucht“ vorliegen. Mittlerweile gelten mehr als 500 000 Menschen in Deutschland als „internetabhängig“. Einer aktuellen Forsa-Umfrage zufolge weisen knapp sechs Prozent der 12- bis 25-Jährigen in Deutschland Anzeichen einer Computerspielsucht auf. Nach Erkenntnissen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat sich die Zahl der internetabhängigen 12-17-jährigen Jugendlichen zwischen 2011 und 2015 nahezu verdoppelt.  

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler: „Internetabhängigkeit ist unter jungen Menschen ein Massenphänomen. Für viele ist es zu einer echten Herausforderung geworden, die Grenze zwischen realem und virtuellem Leben zu ziehen. Umso wichtiger sind gute  und flächendeckende Beratungs- und Behandlungsangebote vor Ort. Über die Website „erstehilfe-internetsucht.de“ wird in Zukunft jeder Betroffene geeignete Hilfsangebote in seiner Region finden können. Das ist dringend erforderlich, denn nur mit einer wirkungsvollen Medienerziehung, einer engagierten Früherkennung und einer entschlossenen und niedrigschwelligen Behandlung wird es gelingen, die Herausforderung Internetsucht zu bewältigen.“ 

Grundlage der Website „www.erstehilfe-internetsucht.de“ ist das vom Bundesgesundheitsministerium geförderte Forschungsprojekt „Angebote bei internetbasiertem Suchtverhalten – eine Bestandsaufnahme und Bedarfsermittlung an Beratungsstellen und Kliniken (AbiS)“ der Universität Tübingen, welches die Versorgungsituation für internetabhängige Menschen in Deutschland untersucht hat. Das neue Internet-Angebot bietet Betroffenen ab sofort die Möglichkeit, über Suchmasken die nächste Beratungs- und Behandlungsmöglichkeit zu finden sowie kurze Informationen zu typischen Angebotsstrukturen und –inhalten zu erhalten. 
„Eine so umfangreiche Onlinedatenbank für Beratungs- und Behandlungsstellen bei Internetsucht gab es in Deutschland bisher noch nicht“, erklärt Prof. Dr. Anil Batra, Leiter der Sektion für Suchtmedizin und Suchtforschung an der Universität Tübingen. „Durch anschauliche Onlinebeiträge erleichtern wir zusätzlich Betroffenen den Zugang zur Thematik. Wir möchten Betroffenen langfristig eine Orientierung bieten.“

 „Uns ist wichtig, dass Forschungsergebnisse Betroffene direkt, praktisch und alltagsnah erreichen“, so Projektleiter Dr. Kay Uwe Petersen, „darum haben wir erstehilfe-internetsucht.de entwickelt. Die Online-Adressdatenbank unterstützt Menschen, die ihre Internetnutzung als riskant, problematisch oder abhängig einstufen bei der Suche nach Hilfsangeboten.“

Um eine konstante Qualitätssicherung zu gewährleisten, soll eine jährliche Überprüfung und Recherche der vorhandenen Angebote stattfinden.

Zum neuen Online-Hilfsportal  www.erstehilfe-internetsucht.de

EU Initiative für mehr Sicherheit im Netz:www.klicksafe.de  

Weitere Informationen rund um das Thema Internetsucht unter www.drogenbeauftragte.de