Nationaler Gedenktag der an Drogen verstorbenen Menschen

Drogenbeauftragte: „Suchthilfe und Beratungsstellen leisten unentbehrliche Hilfe und brauchen die volle Rückendeckung der Politik“

Berlin,  21. Juli 2017

Seit 1998 wird an jedem 21. Juli aller Menschen gedacht, die an den Folgen des Drogenkonsums verstorben sind. In bundesweit über 60 Städten gedenken Elterninitiativen, Einrichtungen der Drogenhilfe und Selbsthilfegruppen den Verstorbenen durch Gottesdienste, Konzerte, Podiumsdiskussionen und Gedenkmärsche. 2016 wurden 1.333 rauschgiftbedingte Todesfälle registriert. Das entspricht einem Anstieg um 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

 

Zu diesem Gedenktag erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler: „Für mich ist der 21. Juli jedes Jahr ein trauriger Tag. Ich denke an diesem Tag an die Verstorbenen, die jeder für sich ein völlig anderes Schicksal verdient gehabt hätten. Mein Beileid richtet sich an alle Angehörige und Freunde, denen ich von Herzen Kraft und neuen Mut wünsche! Auch wenn die Politik nicht jeden Todesfall verhindern kann, empfinde ich es, immer wenn jemand an illegalen Drogen stirbt, als schmerzhafte Niederlage. Umso wichtiger ist es, dass wir der Suchthilfe und den Beratungsstellen, die in Deutschland wirklich unentbehrliche Arbeit leisten, den Rücken stärken, emotional, politisch und finanziell. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Suchthilfe sind es, die immer wieder Leben retten.“

Selbst wenn das Suchthilfesystem in Deutschland vergleichsweise gut aufgestellt ist, differieren die Standards regional doch stark – die Suchthilfe ist in Deutschland eine kommunale Aufgabe und wird von öffentlichen und freien Trägern wahrgenommen.

 

Marlene Mortler: „Der Bund hat auf die Arbeit der Suchthilfe nur bedingt Einfluss. Wesentliche Impulse erhoffe ich mir allerdings von der Reform des Substitutionsrechts, die wir in diesem Jahr durchgesetzt haben. Hiermit wollen wir die Substitutionsbehandlung ausweiten und Fragen wie die nach dem Therapieziel in die Hand der Ärzteschaft legen. Ich will, dass Ärzte entscheiden, ob eine Substitutionsbehandlung Sinn macht. Eine Frage der Politik ist dies nicht. Daneben brauchen wir Prävention, Frühintervention, Schadensminderung, ein gutes Behandlungssystem und, wenn es um die Verfolgung des Drogenhandels geht, auch eine schlagkräftige Polizeiarbeit.“

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Drogenbeauftragten unter

www.drogenbeauftragte.de