Reform des Substitutionsrechts abgeschlossen. BÄK-Richtlinie zur Substitution

Derzeit befinden sich deutschlandweit über 77.000 Menschen mit einer Abhängigkeit von illegalen Opioiden in einer Substitutionsbehandlung. Mit der Bekanntmachung der neuen Richtlinie der Bundesärztekammer (BÄK) zur Substitution am 2. Oktober 2017 finden auch die reformierten, von Bundesregierung und Bundesrat bereits verabschiedeten Regeln der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) Anwendung.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler: „Der Gesundheitsminister und ich haben uns in den letzten Jahren sehr dafür eingesetzt, die Rahmenbedingungen und Möglichkeiten bei der Versorgung suchtkranker Menschen zu verbessern. Die Reform des Substitutionsrechts ist auf diesem Weg ein Meilenstein. Ich freue mich sehr, dass die neuen Regeln mit der Bekanntgabe der BÄK-Richtlinie jetzt in die Praxis kommen. Die Ärzteschaft hat hierbei wirklich gute Arbeit geleistet. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit dieser Reform mehr Ärzte für die Substitutionsbehandlung gewinnen werden und einen spürbaren Beitrag leisten, die Versorgungslücken gerade auch auf dem Land zu schließen. Die Neuerungen werden vielen Menschen den Weg in ein selbstbestimmtes Leben erleichtern. Das alles ist wichtig, denn Substitution kann Leben retten.“

Mit der  Reform der BtMVV werden die Möglichkeiten zur Behandlung opioidabhängiger Menschen ausgebaut und an den aktuellen medizinischen Erkenntnisstand anpasst. Unter anderem ermöglicht die Reform stabilen Patientinnen und Patienten, Substitutionsmittel über längere Zeiträume eigenverantwortlich einzunehmen („Take Home –Regelung“). Sie ermöglicht ferner die Durchführung der Substitutionsbehandlung in Alten- und Pflegeheimen sowie Rehabilitationszentren.

Wichtig ist die Stärkung der Therapiehoheit der Ärzteschaft: Die Voraussetzungen und Ziele der Substitutionstherapie werden mehr als bisher durch die Ärzteschaft selbst formuliert. Hierzu dient die nun vorliegende Richtlinie der BÄK.