Alkohol in der Schwangerschaft: Immer mehr Menschen kennen die Gefahren

Berlin,  23. November 2017

Die große Mehrheit der Deutschen  (89 %) ist der Ansicht, dass Alkohol während der Schwangerschaft problematisch ist. 70 % glauben, dass Alkohol in der Schwangerschaft sogar zu lebenslangen schweren Behinderungen beim Kind führen kann. Dies sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung der forsa Politik- und Sozialforschung GmbH zum Thema „Alkoholkonsum in der Schwangerschaft“. Hierzu wurden im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit vom 9. Oktober 2017 bis 6. November 2017 insgesamt 2.004 Personen im Alter ab 14 Jahren in Deutschland mit Hilfe computergestützter Telefoninterviews befragt. Alkohol in der Schwangerschaft kann zu irreversiblen Schäden beim Kind führen, vom Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FASD) bis zu den schwächeren Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD).

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler sagt: „Das Märchen vom harmlosen Gläschen in der Schwangerschaft scheint sich langsam aber sicher in Luft aufzulösen. Ich habe das Thema Alkohol in der Schwangerschaft von Beginn meiner Arbeit als Drogenbeauftragte auf die Tagesordnung gesetzt. Wir haben die Prävention ausgebaut, das erste Handbuch für Betroffene geschaffen, eine Diagnoseleitlinie erarbeiten lassen und die Angehörigen bei Sozialrechtsfragen unterstützt. Die neuen, wirklich erfreulichen Umfragezahlen zeigen nun den Erfolg und auf den müssen wir aufbauen. Ich habe die große Hoffnung, dass diese positive Entwicklung so manches Kind bereits im Mutterleib vor den gravierenden Folgen des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft bewahren wird.“

Im Vergleich zu den Ergebnissen der Studie von TNS Infratest dimap aus dem Jahr 2014 hat sich das Wissen zu Alkohol in der Schwangerschaft in der Bevölkerung ab 14 Jahren um vier Prozentpunkte verbessert. 2014 waren nur 85 % der Befragten der Ansicht, dass Alkohol während der Schwangerschaft problematisch ist. Dementsprechend ist der Anteil der Befragten, die ab und zu ein Glas Sekt, Wein oder Bier für unschädlich halten, von 14 % auf 8 % gesunken. Der Anteil der Befragten, die glauben, dass Alkohol in der Schwangerschaft schlimmstenfalls zu lebenslangen schweren Behinderungen beim Kind führen kann, ist von 56 % in 2014 sogar noch deutlicher auf 70 % in 2017 angestiegen.