Pressemitteilung 17. Legislaturperiode

Abschluss der bundesweiten Tour 2011

„JugendFilmTage Nikotin und Alkohol - Alltagsdrogen im Visier“

Bundesdrogenbeauftragte und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ziehen bei Abschlussveranstaltung in Kassel Bilanz

Die bundesweite Tour 2011 der „JugendFilmTage Nikotin und Alkohol – Alltagsdrogen im Visier“, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veranstaltet wird, findet heute in Kassel ihren Abschluss. Die Bilanz: Die Tour hat in diesem Jahr in insgesamt 16 Regionen Deutschlands Station gemacht und rund 18.000 Schülerinnen und Schüler und deren Lehrkräfte mit Filmen und Mitmach-Aktionen zur Nikotin- und Alkoholprävention erreicht. Ziel der JugendFilmTage ist es, Kinder und Jugendliche über die gesundheitlichen Gefahren von Nikotin und Alkohol zu informieren. Sie werden mit Unterstützung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. durchgeführt und sind Teil der BZgA-Kampagnen zur Förderung des Nichtrauchens „rauchfrei“ sowie zur Prävention von Alkoholmissbrauch „Alkohol? Kenn dein Limit.“.

Anlässlich der heutigen Veranstaltung in Kassel erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans: „Alkohol ist kein gewöhnliches Genussmittel, auch wenn es zu unserem gesellschaftlichen Alltag dazu gehört. Alkohol birgt besonders für Jugendliche erhebliche Gesundheitsrisiken. Deshalb müssen wir alles tun, um die Jugendlichen mit unseren präventiven Maßnahmen zur erreichen. Bei Tabak gilt: Wer als Jugendlicher nicht mit dem Rauchen beginnt, wird auch später höchstwahrscheinlich nicht zur Zigarette greifen. Deswegen wird die Bundesregierung auf eine konsequente Einhaltung des Jugendschutzgesetzes hinwirken und alle Präventions­maßnahmen unterstützen, die Kinder und Jugendliche über die Gefahren von Suchtmitteln informieren.“

Mit Blick auf den Nikotinkonsum in Deutschland ist festzustellen, dass es durch zielgerichtete Präventionsmaßnahmen gelungen ist, die Zahl der rauchenden Jugendlichen deutlich zu reduzieren. Aktuellen  Studienergebnissen der BZgA zufolge rauchen nur noch 13 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, 2001 waren es noch 28 Prozent. „Auf diesem Erfolg dürfen wir uns jedoch nicht ausruhen. Der Trend zum Nichtrauchen muss durch kontinuierliche Präventionsarbeit weiter gefestigt werden“, betont Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Besonders besorgniserregend ist das bei Jugendlichen noch immer verbreitete Rauschtrinken. Knapp 17 Prozent der Minderjährigen betrinken sich mindestens einmal im Monat bis zum Rausch. Mit den JugendFilmTagen machen wir die Jugendlichen gezielt auf die gesundheitlichen Risiken des Alkoholkonsums und des Rauchens aufmerksam und fördern eine kritische Haltung zu diesen Suchtmitteln.“

In Kassel werden die JugendFilmTage in Kooperation mit dem CineStar sowie den Fachstellen für Suchtprävention in Stadt und Landkreis Kassel durchgeführt. Rund 900 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren und ihre Lehrkräfte haben am 16. und 17. November an den JugendFilmtagen teilgenommen.

Weitere Informationen zu den Kampagnen der BZgA unter www.rauch-frei.info, www.kenn-dein-limit.info

Informationen zu den JugendFilmTagen in Kassel
Bei den JugendFilmTagen in Kassel sind die Spielfilme „Das Jahr der ersten Küsse“, „Jargo“, „Das Lächeln der Tiefseefische“, „Thank You For Smoking!“, „Elefantenherz“ und „Verrückt/Schön“ zu sehen. Im Kinofoyer finden vor und nach den Filmen zahlreiche Mitmach-Aktionen statt. Eine Filmbox lädt die Jugendlichen ein, ihre Meinung zu Alkohol und Rauchen direkt in die Kamera zu sprechen. Beim Quiz „Fragenduell“ können die Jugendlichen ihr Wissen überprüfen. Im Promille-Run „Voll neben der Spur“ erleben sie über Spezialbrillen, wie ein Rausch ihre Wahrnehmung und Koordination beeinträchtigt. Rauchende Schülerinnen und Schüler erhalten in einer Beratungs-Lounge „Der letzte Zug“ außerdem Tipps, wie sie mit dem Rauchen aufhören können.

Die JugendFilmTage in Kassel werden in Zusammenarbeit mit folgenden Institutionen durchgeführt: CineStar Kassel; Fachstelle für Suchtprävention für die Stadt Kassel, Drogenhilfe Nordhessen e. V.; Fachstelle für Suchtprävention im Landkreis Kassel; Stadt Kassel, Kinder- und Jugendförderung; Gesundheitsamt Region Kassel; Staatliches Schulamt für den Landkreis und die Stadt Kassel / Schule und Gesundheit; Jugend- und Suchtberatung, Drogenhilfe Nordhessen e. V.; Polizeipräsidium Nordhessen, Jugendkoordination; Jugendschutz- und Drogenbeauftragter der Stadt Kassel; Stadtschülerrat Kassel; Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) e. V.

Informationen zum Nikotin- und Alkoholkonsum Jugendlicher in Deutschland
Seit einigen Jahren nimmt die Zahl der rauchenden Jugendlichen kontinuierlich ab. Dies bestätigen die aktuellen Ergebnisse der repräsentativen Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2010. Sie zeigen, dass nur noch 13 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren zur Zigarette greifen. Damit hat sich der Anteil der rauchenden Jugendlichen von 28 Prozent im Jahr 2001 mehr als halbiert. Der Rückgang des Rauchens ist sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Jugendlichen zu beobachten.

Auch der Anteil rauchender junger Erwachsener zwischen 18 und 25 Jahren ist mit 38 Prozent gegenwärtig deutlich geringer als noch im Jahr 2008 (43 Prozent). In keiner der in den letzten dreißig Jahren durchgeführten BZgA-Untersuchungen konnte bei Jugendlichen ein so niedriger Wert im Zigarettenkonsum festgestellt werden.

Aus der Perspektive der Prävention ist der Anteil Jugendlicher, die noch nie geraucht haben, ebenso wichtig. Je höher dieser Anteil liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass in Zukunft weniger Personen mit dem Rauchen anfangen. Die Studienergebnisse zeigen, dass der Anteil der Nierauchenden parallel zum Rückgang der Zahl jugendlicher Raucher in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Wie die BZgA-Studie zeigt, geben 68 Prozent der minderjährigen Jugendlichen an, noch nie in ihrem Leben geraucht zu haben. Im Jahr 2001 waren es noch 41 Prozent.

Seit 2003 führt die BZgA ihre Präventionskampagne „rauchfrei“ durch. Ziel ist es, Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren von den Vorteilen des Nichtrauchens zu überzeugen, so dass sie gar nicht erst mit dem Rauchen beginnen. Rauchenden Jugendlichen bietet sie zudem Ausstiegshilfen an, wie etwa das Online-Ausstiegsprogramm „rauchfrei“. Außerdem stehen im Rahmen der Kampagne verschiedene Maßnahmen für den Einsatz im schulischen Bereich zur Verfügung.

Um die positive Entwicklung beim Rückgang des Zigarettenkonsums Jugendlicher und junger Erwachsener weiter zu fördern, wird die BZgA ihre Anstrengungen in der Tabakprävention fortsetzen. Dies gilt besonders vor dem Hintergrund bestehender Unterschiede im Rauchverhalten in verschiedenen Schulformen: So rauchen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der Sekundarstufe I deutlich weniger als Schülerinnen und Schüler in Haupt-, Real- oder Gesamtschulen.

Die Ergebnisse der BZgA-Repräsentativuntersuchung 2010 zum Alkoholkonsum Jugendlicher zeigen, dass der regelmäßige Alkoholkonsum von Jugendlichen in Deutschland weiter rückläufig ist und im Jahr 2010 den niedrigsten Stand seit den 70er Jahren erreicht hat. Noch immer verbreitet ist das so genannte Binge Trinken (Rauschtrinken). Zwar sind auch hier leichte Rückgänge zu verzeichnen, eine generelle Trendwende lässt sich aus den neuen Zahlen jedoch nicht ableiten.

Vor allem in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen griffen im Jahr 2010 deutlich weniger Jugendliche regelmäßig zu alkoholischen Getränken. Während 2004 noch etwa jeder Fünfte (21 Prozent) dieser Altersgruppe angab, mindestens einmal in der Woche Alkohol zu trinken, lag dieser Anteil im vergangenen Jahr bei rund 13 Prozent.

Auch die Zahl derer, die das so genannte Binge Trinken praktizieren, also den Konsum von mindestens fünf alkoholischen Getränken bei einer Gelegenheit, ist über alle Altersgruppen hinweg leicht gesunken. Doch noch immer geben 16,7 Prozent der minderjährigen Jugendlichen an, im letzten Monat Rauschtrinken betrieben zu haben. Im Jahr 2004 waren es noch 22,6 Prozent. Vor allem bei Jungen und jungen Männern ist dieses riskante Trinkverhalten weiterhin verbreitet. So praktizierte im vergangenen Jahr jeder fünfte 12- bis 17-Jährige mindestens einmal im Monat Binge Trinken, bei den 18- bis 25-Jährigen war es sogar jeder Zweite.

Erstmals wurden mit der vorliegenden Studie der BZgA Jugendliche nach ihren Trinkmotiven und ihrer Einstellung zum Alkohol befragt. Die Ergebnisse zeigen: Es sind vor allem soziale Faktoren, die den Alkoholkonsum von Jugendlichen beeinflussen. Sie trinken, um Spaß zu haben, Hemmungen zu überwinden und weniger schüchtern zu sein. Für den Alkoholkonsum entscheidend ist außerdem das direkte Umfeld junger Menschen. Je mehr und je häufiger Alkohol etwa im Freundeskreis getrunken wird, desto höher ist der eigene Alkoholkonsum.

Weitere Informationen unter
http://www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/suchtpraevention/

Internet-Tipps für Jugendliche

www.rauch-frei.info
Für alle, die mit dem Rauchen aufhören wollen oder ihren Freund/ ihre Freundin  davon überzeugen wollen, mit dem Rauchen aufzuhören. Und für alle, die mit dem Rauchen gar nicht erst anfangen wollen. Dazu knallharte Fakten, Tests, Spiele, Spots, Umfragen und mehr.

www.bist-du-staerker-als-alkohol.de
Mit Antworten auf viele Fragen, u.a.: Was passiert bei wie viel Promille? Werde ich schneller nüchtern, wenn ich erbreche? Passen Alkohol und Sex wirklich zusammen? Dazu Tests, ultimative Cocktailrezepte, E-Cards und etliches mehr kostenlos zum Bestellen und Downloaden.

www.kenn-dein-limit.info
Hier gibt’s viele Infos rund ums Thema Alkohol, z.B.: Wie wirkt sich Alkohol auf meinen Körper aus? Wo ist mein Limit? Wie viel reiner Alkohol ist in einem Biermischgetränk und warum ist Rauschtrinken eigentlich so gefährlich? Dazu Tests, Tipps, Zahlen und Fakten.

Bundesweite Info- und Beratungsangebote

Beratungstelefon zum Nichtrauchen
Das Beratungstelefon bietet eine persönliche Entwöhnungsberatung für Jugendliche und Erwachsene an, die mit dem Rauchen aufhören wollen.

Tel. 0 18 05-31 31 31 (0,14 €/Min. a.d. Festnetz, andere Mobilfunkpreise möglich).
Montag bis Donnerstag von 10.00 bis 22.00 Uhr und Freitag bis Sonntag von 10.00 - 18.00 Uhr

Infotelefon zur Suchtvorbeugung
Bei Alkohol- oder anderen Abhängigkeitsproblemen bietet das BZgA-Telefon eine erste persönliche Beratung mit dem Ziel, Ratsuchende an geeignete lokale Hilfs- und Beratungsangebote zu vermitteln.

Tel. 0221-89 20 31
Montag - Donnerstag von 10.00 - 22.00 Uhr und Freitag - Sonntag von 10.00 - 18.00 Uhr

Sucht & Drogen Hotline
Telefonische Drogennotrufeinrichtungen aus Berlin, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Nürnberg haben sich auf Initiative der Drogenbeauftragten der Bundesregierung zusammengeschlossen und bieten bundesweit telefonische Beratung in Sucht- und Drogenfragen für Betroffene und ihre Angehörigen an.
Tel. 0 18 05-31 30 31 (0,14 €/Min. a.d. Festnetz, andere Mobilfunkpreise möglich). Montag - Sonntag von 0.00 - 24.00 Uhr. Dieser Dienst wird unterstützt von NEXT ID.

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