Pressemitteilung

Internetbasierte Beratung zur Verringerung des Alkohol- und Tabakkonsums
in der Schwangerschaft

Ein neues Internetangebot soll Frauen helfen, in der Schwangerschaft auf Nikotin und Alkohol zu verzichten.

Ein neues Internetangebot soll Frauen helfen, in der Schwangerschaft auf Nikotin und Alkohol zu verzichten. Das internetbasierte Beratungsprogramm „IRIS II“ geht morgen unter www.irisplattform.de online. Es ist das erste therapeutische Online-Beratungs- und Behandlungsprogramm für tabak- und alkoholkonsumierende Schwangere in Deutschland. Die besondere Plattform
wurde von der Sektion Suchtmedizin und Suchtforschung am Universitätsklinikum Tübingen entwickelt und wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) unterstützt. Das Angebot richtet sich gezielt an Frauen, die wegen ihrer Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören und keinen Alkohol mehr trinken wollen. Das Programm motiviert zum Verzicht und unterstützt die Schwangeren dabei, ihr Abstinenzvorhaben in die Tat umzusetzen. Deutschlandweit können sich ab dem 7. April bis zu 500 Schwangere über 18 Jahren für das Programm anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos und anonym.

Marlene Mortler: „Der Konsum von Alkohol und Zigaretten in der Schwangerschaft kann beim ungeborenen Kind zu schwerwiegenden körperlichen und psychischen Schäden führen. Viele Frauen setzen sich in dieser besonderen Lebensphase verstärkt mit der Frage auseinander, welche
Folgen ihr eigenes Verhalten für das werdende Leben hat. Gleichwohl beendet eine Reihe Schwangerer ihren Tabak- oder Alkoholkonsum nach wie vor nicht. Diese Frauen sollen durch das IRIS-Programm unterstützt werden. Ich hoffe, dass dieses neue Angebot regen Zuspruch erhalten wird.“

Die Projektleiter Prof. Dr. Anil Batra und Dr. Anette Stiegler vom Universitätsklinikum Tübingen, die schon die Pilotphase „IRIS“ entwickelt und durchgeführt haben, sehen sich bestätigt:
„Internetbasierte Angebote haben den Vorteil der Niederschwelligkeit: Sie sind anonym und jederzeit erreichbar. IRIS ist ein geeignetes Medium für die Beratung und Unterstützung der Schwangeren“, erläutert Suchtexperte Batra.
Schwangere, volljährige Konsumentinnen von Tabak und/oder Alkohol durchlaufen mit „IRIS II“ ein zwölfwöchiges Programm. Abhängig vom Konsummuster stehen ein Tabakprogramm, Alkoholprogramm oder ein Programm bei kombiniertem Konsum zur Verfügung. Unter anderem
gibt es wöchentlich neue Hintergrundinformationen sowie interaktive Online-Übungen zum Ausfüllen. Dabei werden bewährte und in ihrer Wirksamkeit gut untersuchte (psycho-) therapeutische Techniken angewandt. Auch finden Maßnahmen zur Rückfallprophylaxe und der Einbindung des Partners Anwendung.

Die Abkürzung „IRIS“ geht auf den Titel des seit dem 1. Juli 2013 vom BMG geförderten Projekts zurück: Es läuft unter dem Namen „Wirksamkeit einer individualisierten, risikoadaptierten internetbasierten Intervention zur Verringerung des Alkohol- und Tabakkonsums bei Schwangeren“ bis Juni 2015.

Weitere Informationen unter:
www.drogenbeauftragte.de
www.iris-plattform.de

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