Pressemitteilung

Vorstellung des Jahresberichts 2014 des Internationalen Suchtstoffkontrollrats (INCB)

Der Bericht weist darauf hin, dass bei der Begegnung des weltweiten Drogenproblems ein umfassendes, integriertes und ausgewogenes Vorgehen erforderlich ist.

Heute hat der Internationale Suchtstoffkontrollrat der Vereinten Nationen (INCB) seinen Jahresbericht 2014 vorgestellt. Der Bericht weist darauf hin, dass bei der Begegnung des weltweiten Drogenproblems ein umfassendes, integriertes und ausgewogenes Vorgehen erforderlich ist, das Prävention, Beratung, Hilfe und Strafverfolgung gleichermaßen umfasst. Es muss die Menschenrechte ebenso achten, wie das gesundheitliche Wohlergehen der Betroffenen , die vor Suchtgefahren geschützt werden müssen. Marlene Mortler: „Der Jahresbericht des INCB belegt: Deutschland ist vorbildlich im Bereich der Drogen- und Suchtpolitik. Die Abkommen der Vereinten Nationen sind keinesfalls nur ein ‚Instrument von Verboten und Strafe’ wie mitunter dargestellt wird. Im Fokus stehen Maßnahmen zur Suchtprävention und Behandlung ebenso, wie solche zur Schadensreduzierung. Dabei müssen die internationalen Menschenrechtsstandards eingehalten werden. Daran orientieren wir uns. Der Begriff ‚Krieg gegen Drogen’ ist in Deutschland fehl am Platz. Wir setzen alles daran, Suchterkrankungen mit gezielter Aufklärung und Prävention zu vermeiden und Abhängigen einen Weg zurück in ein gesundes Leben zu ermöglichen. Unser Suchthilfesystem ist gerade deshalb weltweit hoch angesehen.“Der Jahresbericht zeigt auf, dass in einigen Staaten der Welt nach wie vor Drogenabhängige diskriminiert oder zwangsweise behandelt werden. Oft mit fragwürdigen Methoden. In einigen Staaten der Welt wird noch die Todesstrafe bei Drogendelikten angewandt. Der INCB betont, dass die „Abschaffung der Todesstrafe“ in diesem Zusammenhang das Ziel sein muss.Drei Viertel der Weltbevölkerung leben nach wie vor in Ländern mit einem unzureichenden oder keinem Zugang zu Medikamenten, die Betäubungsmittel und psychotrope Substanzen zur Schmerzbehandlung enthalten. Der  INCB-Bericht fordert die Verbesserung der Verfügbarkeit von Betäubungsmitteln zu medizinischen Zwecken. Marlene Mortler: „Deutschland ist hier gut aufgestellt. Bei der Versorgung schwer chronisch kranker Menschen, die cannabishaltige Medikamente zur Schmerzlinderung benötigen, sehe ichjedoch Verbesserungsmöglichkeiten. Ich setzte mich dafür ein, dass diese Menschen die Mittel erhalten können und dass diese auch von ihrer Krankenkasse bezahlt werden. Der INCB fordert, dass bei einer medizinischen Anwendung von Cannabis gesichert sein muss, dass sie mit ‚kompetentenmedizinischem Wissen und entsprechender Überwachung der Verschreibungspraxis durchgeführt wird’. Genau diesen Weg gehen wir in Deutschland. Eine generelle Freigabe von Cannabis zu nicht-medizinischen Zwecken lehnen wir hingegen ab. Der Suchtstoffkontrollrat bestärkt uns mit seinem Bericht in dieser Vorgehensweise.“ In Bezug auf Cannabis stellt der Jahresbericht außerdem fest, dass eine Legalisierung wie etwa in einigen Bundesstaaten der USA oder in Uruguay den Bestimmungen des internationalen Suchtstoffabkommens widerspricht. Cannabis wird international als eine illegale Droge eingestuft, deren Konsum negative gesundheitliche Folgen für den Menschen hat. Der Suchstoffkontrollrat ist ein unabhängiges und gerichtsähnliches Kontrollorgan für die Überwachung und Förderung der Umsetzung der Drogenkontrollabkommen der Vereinten Nationen. Entsprechend dem Auftrag der drei internationalen Drogenkontrollabkommen von 1961, 1971 und 1988 veröffentlicht der INCB jährlich einen Bericht, der eine umfassende Übersicht über die Drogenkontrollsituation in verschiedenen Teilen der Welt gibt.

 

Weitere Informationen:
www.unis.unvienna.org
www.drogenbeauftragte.de

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