Pressemitteilung

Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Konzept „Trampolin“ wird jetzt von den Krankenkassen erstattet

Vom 14. Bis 20. Februar findet wieder die Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien statt. Mit ihr wird jährlich auf die schwierige Situation dieser Kinder aufmerksam gemacht.

Marlene Mortler: „Kinder aus Suchtfamilien gelten als Risikogruppe für die Entwicklung eigener Abhängigkeitserkrankungen sowie anderer psychischer Störungen. Lange Zeit wurde diese Gruppe in der Prävention vernachlässigt. Leider, denn mit der richtigen Art von Unterstützung können sich auch diese Kinder zu ganz normalen gesunden und lebenstüchtigen Erwachsenen entwickeln. Ich freue mich sehr, dass es uns mit Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums gelungen ist, das Präventionsprogramm ‚Trampolin – Kinder aus suchtbelasteten Familien entdecken ihre Stärken‘ auf den Weg zu bringen. Durch dieses Gruppenprogramm erfahren die Kinder auch, dass sie nicht allein sind, sondern dieses Schicksal mit vielen anderen Kindern teilen. Das Programm kann nun von den Krankenkassen finanziert werden. Dies soll für uns ein Anreiz sein, noch mehr für Kinder aus suchtbelasteten Familien zu tun.“

Das Konzept „Trampolin“ wurde als Stressbewältigungsprogramm gemeinsam vom Deutschen Institut für Sucht und Präventionsforschung an der Katholischen Hochschule Köln und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes und Jugendalters Universitätsklinikum Eppendorf als Gruppenprogramm für Kinder mit Suchterkrankung entwickelt. Das Konzept richtet sich an Kinder im Alter zwischen 8 und 12 Jahren. Es hat zum Ziel, die psychische Belastung teilnehmender Kinder zu reduzieren und ihre Handlungskompetenz im Sinne einer langfristigen Resilienz zu stärken. Es soll niedrigschwellig, altersgerecht und leicht durchführbar sein. Inzwischen wurde es an verschiedenen Standorten in Deutschland erprobt und wissenschaftlich evaluiert. Dabei hat sich herausgestellt, dass dieses Programm dazu beigetragen hat, die psychische Belastung der Kinder zu reduzieren, ihr Wissen um die Abhängigkeitserkrankung ihrer Eltern zu erhöhen und ihre Lebensqualität zu erhöhen. „Trampolin“ wurde nun als Stressbewältigungsprogramm für Kinder von der zentralen Prüfstelle Prävention im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes zertifiziert. Durch die Zertifizierung können die Kosten nun grundsätzlich von den Krankenkassen getragen werden, die sich der Zentralen Prüfstelle angeschlossen haben, so-weit zertifizierte Trainer und Trainerinnen das Programm anbieten.

Die „COA-Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien“ findet seit mehreren Jahren jeweils im Februar statt. Sie ist eine Initiative von NACOA Deutschland und anderen Unterstützern und will auf die besondere Situation der betroffenen Kinder aufmerksam machen (Children of Alcoholics/ Children of Addicts = COA). Bundesweit bieten in dieser Woche zahlreiche COA-Hilfsprojekte Veranstaltungen an, die Interessierten und Betroffenen Unterstützung und Informationen geben.

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