Pressemitteilung

Sucht im Alter ernst nehmen, bei der Pflege sensibel agieren!

Neue Broschüre für motivierende Kurzintervention in der Altenpflege.

Berlin, 16. März 2016

Das Thema "Sucht im Alter" gewinnt aufgrund des demographischen Wandels zunehmend an Bedeutung. Rund 15 Prozent der von ambulanten oder stationären Pflegediensten betreuten Menschen haben bereits heute ein Alkohol- oder Medikamentenproblem. Die Fachstelle für Suchtprävention Berlin hat im Rahmen des Programms "Suchtsensible Pflege" eine Broschüre entwickelt, die sich konkret an die Fachkräfte in der Altenpflege wendet. Sie sollen dabei unterstützt werden, qualifiziert zum Thema "Sucht im Alter" beraten und handeln zu können.

Marlene Mortler: "Sucht schaut nicht nach dem Alter! Auch ältere Menschen können suchtgefährdet oder bereits suchtkrank sein. Sie brauchen spezifische Hilfe und Unterstützung. Dazu gehört, dass Pflegekräfte und Pflegeberater ausreichend qualifiziert sind. Werden die älteren Menschen frühestmöglich angesprochen, ist die Chance groß, mit geeigneter Hilfe deren Lebensqualität wieder zu erhöhen oder zu erhalten. Die neue Broschüre des Programms ‚Suchtsensible Pflege‘ leistet dabei einen wertvollen Beitrag. Mir ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass riskanter Alkohol- und Medikamentenkonsum nicht nur die Gesundheit, sondern auch ein selbstständiges, selbstbestimmtes und aktives Leben gefährdet."

Kerstin Jüngling, Geschäftsführerin der Fachstelle für Suchtprävention Berlin: "Drei wesentliche Faktoren begründen den Erfolg unseres Programms zur suchtsensiblen Pflege: das Zusammenwirken von Pflege- und Suchtexpertinnen von Anfang an, die Verbindung mit den kommunalen Strukturen und die Kombination von Seminar und Begleitbroschüre für die Pflegekräfte."

Mit dem Programm "Suchtsensible Pflege" hat die Fachstelle für Suchtprävention Berlin Konzepte zur Qualifizierung von Pflegeberatern und Pflegekräften entwickelt, die mit Unterstützung der AOK Nordost in mehreren Bundesländern realisiert wurden. Die sozialen Ressourcen und die gesundheitlichen Kompetenzen älterer Menschen müssen gefördert werden, damit ihnen möglichst lange ein hohes Maß an Selbstbestimmung und Lebensqualität erhalten bleibt. Die Fortbildungsseminare zur suchtsensiblen Pflege werden von erfahrenen Suchtexpertinnen und -experten durchgeführt und befähigen die Pflegefachkräfte im ambulanten und stationären Bereich, Sucht und Suchtgefährdung zu erkennen, die Problematik angemessen anzusprechen und die Inanspruchnahme von Hilfen zu fördern. Die Broschüre fasst die vermittelten Inhalte der Fortbildungen zusammen und ermöglicht es den Pflegekräften, ihr Wissen im Alltag auch kurzfristig aufzufrischen.

Die Sucht-Fachstellen und die Landesstellen für Suchtprävention der Bundesländer werden mit der Broschüre in ihrer Arbeit unterstützt. Auch können sich diese Präventionsexpertinnen und -experten von der Berliner Fachstelle für Suchtprävention in dem Konzept "Suchtsensible Pflege" als Trainer/innen ausbilden lassen, um selbst Seminare für Pflegekräfte anzubieten.

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