Frühzeitig helfen – Ein Angebot für Schwangere und Mütter in Nürnberg

Beratungsgespräch mit Mutter und Kind

Frühe Hilfen – eine Chance für die Suchthilfe

Schwangere und Mütter mit Drogenproblematik sowie ihre Kinder können trotz hohem Hilfebedarf und einem erhöhten Risiko für Kindeswohlgefährdung oft nur sehr schwer erreicht werden. Sie nehmen Angebote der Frauen-, Gesundheits-, Kinder- und Jugendhilfe kaum von sich aus in Anspruch, bzw. halten hier die Suchtproblematik geheim. In der Suchthilfe wiederum fehlen meist die passgenauen Hilfen. So bleiben Schwangere, Mütter und Kinder in ihren komplexen Problemlagen häufig isoliert und ohne Unterstützung. Dabei sind die Kinder in ihren ersten Lebensjahren besonders verletzlich und auf ihre Bezugspersonen angewiesen. Vernachlässigung und Misshandlung können sehr abrupt zu lebensbedrohlichen Situationen führen. Gleichzeitig versprechen frühe Unterstützungsangebote, eingebettet in eine verbindliche Kooperation aller beteiligten Fachkräfte,  die besten Chancen für eine nachhaltige Intervention und Schutz der (ungeborenen) Kinder.
Lilith e.V. – Drogenhilfe für Frauen und Kinder hat auf diesen Bedarf mit einem Projekt im Rahmen der Frühen Hilfen reagiert. Über die (niedrigschwellige) Suchthilfe kann die Zielgruppe der Schwangeren und Mütter mit Kindern 0-6 Jahren gut erreicht werden. So nahmen im Jahr 2016 bereits 23 Schwangere und 77 Mütter Angebote der Frühen Hilfen bei Lilith wahr.

Die Einzelfallarbeit umfasst Beratung und die Vermittlung an und Begleitung zu den Kinder- und Jugendhilfen sowie in das Netz der Gesundheits- und Frühen Hilfen. Der Zugang zu den Klientinnen gelingt durch Vermittlung an Liliput durch die Kinder- und Jugend-, Sucht- und medizinischen Hilfen. Andere (werdende) Mütter werden von Freundinnen zu Lilith mitgebracht. Dabei nutzen insbesondere Schwangere das Angebot der traumasensiblen Begleitung und verbindlichen Vermittlung an Substitutionspraxen, Geburtskliniken/Neonatologien, Jugendämter und Frühe Hilfen. (Siehe auch Flyer: Baby unterwegs? Wir auch!) Zu Frauen, welche gerade entbunden haben und bei denen ein Verdacht auf Drogenkonsum in der Schwangerschaft besteht, kann kurzfristig auf Anfrage der Klinik noch auf der Entbindungsstation Kontakt geknüpft werden

Der Zielgruppe werden bedarfsorientierte Gruppenangebote und Informationsveranstaltungen vorgehalten. Diese werden zum Teil in Zusammenarbeit mit anderen Anbieter_innen des Netzwerkes konzipiert und durchgeführt. Hier zwei Beispiele:

•    Sonntägliches Familienfrühstück unter dem Titel „Wir frühstücken uns schlau“: Es werden gemeinsam mit z.T. externen Referentinnen unterschiedlichste Themen behandelt: Babymassage, Kinderkrankheiten, Aufgaben des Jugendamtes, gesunde Ernährung u.v.m.
•    Die Gruppe „Starke Eltern – Starke Kinder“ wird erfolgreich in Kooperation mit dem Kinderschutzbund durchgeführt. Fast alle Teilnehmerinnen erklärten, dass sie dieses Angebot schon kannten, sich aber niemals bei anderen Institutionen angemeldet hätten, da sie dort ihre (Sucht-) Probleme hätten geheim halten müssen.

Fachkräften des Netzwerkes können anonymisierte Fallberatungen und Informationen zu Themen wie Drogen, Substitution, Kindeswohl, Schwangerschaft etc. anfragen. darüber hinaus werden Fortbildungsangebote bereitgestellt.

Die Netzwerk- und Kooperationsarbeit beinhaltet die Erarbeitung verbindlicher, praxisnaher Verfahrensabläufe z.B. mit dem Jugendamt, Entbindungskliniken, Frühen Hilfen, Entgiftungsstationen, Schwangerenberatungsstellen. Mit den Substitutionspraxen wurde beispielsweise eine Kooperationsvereinbarung für Schwangere  erstellt, welche eine gegenseitige Schweigepflichtentbindung, eine monatliche psychosoziale Beratung und ein gemeinsames Gespräch zwischen Klientin, Substitutionspraxis und Psychosozialer Beratungsstelle beinhaltet.

Lilith e.V. – Drogenhilfe für Frauen und Kinder

Liliput – Mutter + Kind
Die Drogenhilfeeinrichtung Lilith e.V. – Drogenhilfe für Frauen und Kinder bietet seit über 20 Jahren vielfältige Unterstützung: Streetwork, Frauencafé, Frauenberatung, Ambulant Betreutes Einzelwohnen, Arbeitsprojekte und Liliput – Mutter + Kind.  In allen Arbeitsbereichen werden Kinder und Mütter in ihrer Mutterrolle gesehen und unterstützt. Liliput ist mit allen eng vernetzt. Gerade durch die Zusammenarbeit mit den niedrigschwelligen Angeboten gelingt eine erste Kontaktaufnahme zu Schwangeren und Familien. Die Zielgruppe fühlt sich zudem von den vielfältigen, speziellen Angeboten von Liliput angesprochen, wie:  Aufsuchende Arbeit, Beratung, Vermittlung  und Begleitung Schwangerer und Mütter, interne und externe Sprechstunden, Beratung für Kinder, Gruppenangebote für Frauen und Kinder, Trampolingruppe, Freizeit- und Informationsveranstaltungen, Betreutes Spielangebot, Ausgabe von Schwangerschaftstests und Sachspenden. Während der Öffnungszeiten des Frauencafés können die Klientinnen mit ihren Kindern außerdem den kostenlosen Mittagstisch und die medizinischen Sprechstunden in Anspruch nehmen. Zur frühzeitigen Erkennung von Schwangerschaften stehen hier ein gyn. Stuhl und ein Ultraschallgerät zur Verfügung.

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