Situation in Deutschland

Im Jahr 2012 hat in Deutschland jeder dreizehnte Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren (7,8 Prozent) mindestens schon einmal im Leben Cannabis zu sich genommen (Lebenszeitprävalenz). 5,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen konsumierten in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung Cannabis (Zwölf-Monats-Prävalenz), 1,3 Prozent davon regelmäßig. Die Offenheit und Akzeptanz gegenüber dem Konsum von Cannabis ist gestiegen. Abhängigkeit von Cannabis oder missbräuchlicher Konsum dieser Substanz bestehen bei 0,5 Prozent der deutschen Erwachsenen. Cannabiskonsum ist bei den unter 25-Jährigen mittlerweile der Hauptgrund für eine ambulante und stationäre Behandlung sowie die Inanspruchnahme von Einrichtungen der Suchthilfe bei Problemen mit illegalen Drogen. Cannabis bleibt damit weiterhin das wichtigste Thema in der Prävention illegaler Suchtstoffe. Nach wie vor stellt es eine große Herausforderung dar, die Zielgruppe der regelmäßigen Cannabiskonsumentinnen und ‑konsumenten besser zu erreichen. Aber die Zahl derjenigen, die Hilfe suchen, ist gestiegen. Dies spiegelt sich wider in der hohen Nachfrage nach cannabisbezogener Beratung und Behandlung: 38,7 Prozent aller Klientinnen und Klienten haben Probleme mit ihrem Cannabiskonsum, bei den erstmaligen Behandlungen beträgt deren Anteil bereits fast 60 Prozent. Hochgerechnet ist davon auszugehen, dass rund 600.000 vorwiegend junge Menschen Probleme mit dem Konsum von Cannabis haben.

Detaillierte Zahlen zum Cannabiskonsum in Deutschland können dem jährlich von der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogensucht (DBDD) veröffentlichten REITOX-Bericht, der Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder dem Epidemiologischen Suchtsurvey des Instituts für Therapieforschung entnommen werden.

Foto: Eine Person dreht zwei Zigaretten mit Cannabis.

Mir ist wichtig, dass unsere Kinder gerade in der Zeit, in der sie ihre volle Energie am nötigsten brauchen, sich nicht durch den Konsum illegaler Drogen gefährden. Die Studienergebnisse der letzten Jahre zeigen: Es gibt keine Belege dafür, dass Cannabiskonsum unbedenklich ist. Im Gegenteil: Gerade Jugendliche sind nachweislich besonders gefährdet. Mit guter, zielgruppenorientierter Präventionsarbeit können wir helfen, Kinder stark zu machen, nein zu sagen.

Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung

Einig sind sich alle Expertinnen und Experten darin, dass Cannabis an Kinder und Jugendliche nicht abgegeben werden darf. Die gesundheitlichen Risiken sind zu groß. Daher ist es wichtig zu betonen: Wenn die Risikowahrnehmung des Cannabiskonsums zurück geht - etwa durch die falsche Botschaft, Kiffen sei harmlos - besteht die Gefahr, dass noch mehr konsumiert wird.