World Drug Report

Das United Nations Office of Drug and Crime (UNODC) gibt jährlich den Weltdrogenbericht heraus. Darin werden aktuelle Entwicklungen innerhalb der Mitgliedsstaaten sowie die neuesten Zahlen zum Drogenhandel und Konsum vorgestellt.

Link zum World Drug Report 2018

Link zum Report 2017

Link zum World Drug Report 2016

Exposé zum World Drug Report 2016

Der jetzt vorliegende Bericht der UNODC erscheint einige Monate, nachdem die Generalversammlung der Mitgliedsstaaten zum dritten Mal über die globale Drogenproblematik getagt hat. Die Mitgliedstaaten kamen überein, sich den neuen und wachsenden Herausforderungen mit dem Fokus auf gesundheitliche Schäden, welche durch Drogenkonsum und Drogenkriminalität entstehen, verstärkt anzunehmen. Dies geschieht u.a. mithilfe gezielter Präventionsprogramme zur Schadensminimierung („harm reduction“), durch den Ausbau alternativer Entwicklungsmöglichkeiten, einer nachhaltigen Drogenkontrollpolitik und der Ausarbeitung zukünftiger Handlungsempfehlungen.

Der diesjährige Report verschafft dem Leser einen komprimierten Überblick über die aktuelle Entwicklung im Bereich Drogenhandel und die gesundheitlichen Auswirkungen des Drogenkonsums, nicht nur in Bezug auf den Einzelnen, sondern im gesamt-gesellschaftlichen Kontext.

  • der Report kommt zu der Erkenntnis, dass der Konsum von Heroin in einigen Regionen der Welt, u.a. Nordamerika wieder besorgniserregend ansteigt und Heroin damit die tödlichste aller Drogen weltweit darstellt,
  • der Bericht weist darauf hin, dass durch den vermehrten Konsum von Stimulanzien (etwa Methamphetamine) die Gefahr von HIV Infektionen wieder ansteigt und dass der Drogenkonsum in Gefängnissen ein erhebliches Risiko für HIV und Hepatitisinfektionen darstellt sowie für durch Überdosis bedingte Todesfälle kurz nach Haftentlassung,
  • durch die Gabe von Substanzen wie Naloxon, welche bei einer Überdosierung Atemdepressionen verhindern, lassen sich Drogentodesfälle reduzieren
  • Er beschreibt den Einfluss von Drogen auf Menschenrechtsverletzungen, Umweltverschmutzung wie Abholzung und neue Handelswege über das sog. „Darknet“,
  • Darüber hinaus wirkt der Drogenhandel vermehrt als Geldgeber für Terrorismus und gewalttätigen Extremismus,
  • Diesen negativen Auswirkungen kann nur dann gezielt entgegengewirkt werden, wenn die lokalen ökonomischen, sozialen und örtlichen Umstände beachtet werden und die Justiz fair, transparent und entschlossen agiert und nicht mit einfachem „Wegsperren“ Abschreckung hervorrufen möchte
  • Erfolgreiche Prävention und Behandlung können laut der Studie nur dann gelingen, wenn sie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen unter Berücksichtigung des Gender-Aspektes basieren

Weltweite Zahlen:

  • 247 Mio. Menschen haben 2014 Drogen konsumiert
  • 207,400 Drogentote 2014 (davon sterben die meisten durch den Konsum von Opiaten wie beispielsweise Heroin)
  • 29 Mio. leiden unter Drogenabhängigkeit
  • Nur 1 von 6 Personen ist in Behandlung
  • 12 Mio. injizieren Drogen, davon sind 1,6 Mio. Personen HIV positiv, 6 Mio. leben mit Hepatitis C
  • Cannabis wurde weltweit von 183 Mio. Menschen konsumiert, gefolgt von Amphetaminen (33 Mio. Konsumenten)
  • Seit 2010 steigt der Kokainkonsum weltweit an, speziell in Südamerika

Handel:

  • Die global meist gehandelte und transportierte Droge ist nach wie vor Cannabis, gefolgt von Opiumsamen und Cocapflanzen
  • Die weltweite Opiumproduktion ist um 38% im Jahr 2015 zurückgegangen, verglichen mit dem Niveau aus den 1990er Jahren
  • Afghanistan ist für 2/3 der weltweiten Opiumsaaten-Kultivierung verantwortlich
  • Der noch immer wichtigste Handelsweg für Opiate, besonders Heroin, ist die sog. „Balkan-Route“ welche West-und Zentraleuropa mit den arabischen Ländern verbindet
  • 90 % aller „Drogenkuriere“ sind männlich

Fazit:

  • Eine klare Statistik zu erstellen, fällt selbst Experten aufgrund des Konsums von oftmals mehr als einer Drogensorte schwer
  • Insbesondere aus dem asiatischen Raum gibt es kaum verlässliche Zahlen, obgleich hier der Amphetaminkonsum besonders hoch zu sein scheint
  • Ebenso wie der Report der WHO zum Thema Cannabis bestätigt der World Drug Report 2016 eine Zunahme des Gehalts von THC und der Menschen, die sich aufgrund der Probleme durch Cannabiskonsum in Behandlung begeben

Link zum World Drug Report 2015

Link zum World Drug Report 2014

Link zum World Drug Report 2013

Exposé zum World Drug Report 2018

Foto von Einzelbänden des World Drug Report 2018
Foto der Einzelbände des WDR 2018

Wien, 26. Juni 2018: Am Weltdrogentag wurde der Weltdrogenbericht 2018 der Vereinten Nationen in Wien vorgestellt. Er gibt einen weltweiten Überblick über den Drogenanbau, Drogenmärkte und gesundheitliche Auswirkungen des Drogenkonsums auf den Einzelnen, verschiedene Bevölkerungsgruppen und ganze Gesellschaften.

·         Rund 275 Millionen Menschen zwischen 15 und 64 Jahren haben im Jahr 2016 mindestens einmal illegale Rauschmittel eingenommen. Das entspricht einem Anteil an der Weltbevölkerung von 5,6 % und sind 25 Millionen Menschen oder rund 10 % mehr als im Jahr davor.

·         Rund 450.000 Menschen starben 2015 vorzeitig aufgrund ihrer Rauschgiftsucht. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass mehr als 60 Prozent der Drogentoten nicht an Überdosen, sondern an den indirekten Folgen ihres Drogenkonsums wie Infektionen mit Hepatitis C- oder HI-Viren sterben. Rund 11 Millionen Menschen spritzen sich Rauschmittel und nehmen dabei durch unsaubere Konsumutensilien und Wiederverwenden von Spritzen große Gesundheitsrisiken auf sich. Mehr als die Hälfte aus der Gruppe lebt mit Hepatitis C, ein Achtel ist HIV infiziert.

·         Der weltweite Drogenmarkt und -konsum wandelt sich: Neben den seit vielen Jahren bekannten illegalen Drogen Kokain und Heroin spielen Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) und der illegale Gebrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten eine zunehmende Rolle. Nie gab es eine größere Auswahl und Kombinationen an illegalen Substanzen.

 

·         Der Drogenkonsum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist vergleichsweise höher als unter Älteren. Die mit dem Drogenkonsum einhergehenden Risiken sind für junge Menschen ebenfalls höher. Aber auch unter älteren Menschen nimmt der Drogenkonsum zu.

·         Es gibt offenbar große Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Männer nehmen häufiger Cannabis, Kokain und Opiate. Frauen hingegen bevorzugen Opioide und Beruhigungsmittel. Frauen machen aber nur ein Drittel der Drogenkonsumenten aus, jedoch entwickeln sie statistisch gesehen schneller ein Abhängigkeitsproblem als Männer.

·         Viele Staaten haben noch immer keine ausreichenden Möglichkeiten zur Behandlung Drogenabhängiger und zur Schadensminimierung.

·         Die weltweit am häufigsten konsumierte Droge bleibt Cannabis: 192 Millionen Menschen griffen 2016 wenigstens einmal zu diesem Rauschmittel. Zwar hat sich die Zahl der Konsumenten in den letzten zehn Jahren um 16 % erhöht, jedoch entspricht dies ungefähr dem Anstieg der Weltbevölkerung in diesem Jahrzehnt.   

·         13,8 Millionen Jugendliche im Alter von 15-16 Jahren konsumierten mindestens einmal im Jahr 2016 Cannabis. Häufig wird Cannabis – nicht zuletzt wegen seiner relativ einfachen Verfügbarkeit – von Jugendlichen als harmlos angesehen.

·         Die weltweite Sicherstellungsmenge an Cannabis fiel um 27 %. Hierfür könnte zumindest auch die Freigabe zu Genusszwecken in einigen Bundesstaaten der USA eine Rolle spielen. Es ist jedoch noch zu früh, um den Einfluss der Cannabisfreigabe insgesamt einschätzen zu können.

·         Der weltweite Schlafmohnanbau nahm von 2016 auf 2017 um 37 % auf  420.000 ha zu. Das Zentrum des Anbaus weltweit bleibt Afghanistan. Auch die Opiumherstellung hat 2017 einen neuen Spitzenwert von 10.500 t weltweit erreicht. Das heißt, die gesamte globale Opiumproduktion stieg von 2016 bis 2017 um 65 Prozent an. Opioide –vor allem Heroin und zunehmend auch Fentanyle –  richten bei Konsumenten – 34 Million im Jahr 2016 - große vor allem gesundheitliche Schäden an.

·         Auch bei Kokain erreichte die weltweite Produktion im Jahr 2016 einen neuen Höhenpunkt: Sie erreichte geschätzte 1410 t. Nach einem Rückgang um 56 Prozent in den Jahren 2005-2013 wurde 2016 mehr Kokain hergestellt als je zuvor. Der größte Kokaanbau (rund 150.000 ha oder 69 % der weltweiten Anbaufläche) und die höchste Kokainproduktion (rund 900 t oder ca. 64 % der weltweiten Produktion) finden in Kolumbien statt.

·         Der Markt für Amphetamine lag in den letzten Jahren vor allem im Nahen und Mittleren Osten sowie West- und Zentraleuropa. Zunehmend werden aber auch Mengen in Nordafrika und USA sichergestellt. Der Gebrauch von Methamphetaminen stieg in den USA und in Ost- sowie Südostasien und Ozeanien. Hier scheint ein neuer Markt zu entstehen.

·         Die Menge an Neuen Psychoaktive Substanzen (NPS) scheint sich nicht wesentlich verändert zu haben. Jedoch ist zu beobachten, dass immer mehr NPS auf den illegalen Markt kommen und eine zunehmende Zahl an Staaten berichtet von Sicherstellungen von NPS. Die Bedenken wegen des Gefährdungspotenzials von NPS nehmen zu.

Informationsgrafik Heroinhandel

Quelle: UNODC (WDR 2018)

Informationsgrafik Kokainhandel

Quelle: UNODC (WDR 2018)