Nationaler Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige

Weniger Sterbefälle durch Drogen bleibt wichtige Herausforderung der Gesundheitspolitik

In bundesweit über 60 Städten gedenken heute wie an jedem 21. Juli Elterninitiativen, Einrichtungen der Drogenhilfe und Selbsthilfegruppen der Menschen, die im vergangenen Jahr an den Folgen ihres Drogenkonsums verstorben sind.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, erklärt zum nationalen Gedenktag: "Die vielen Aktionen an diesem Tag machen uns erneut bewusst, dass hinter den kühlen Zahlen der Drogenstatistik ganz persönliche Schicksale von Menschen stehen, denen es unglaublich schlecht ging. Jeder Verstorbene hinterlässt trauernde, verzweifelte Freunde und Angehörige. Wir sind an diesem Tag mit unseren Gedanken bei ihnen! Und es ist auch der Tag, an dem wir all denen danken, die in den vielen Suchthilfeeinrichtungen drogenabhängigen Menschen und ihren Angehörigen mit großem persönlichem Einsatz zur Seite stehen. Viele von ihnen leisten mehr als man sich vorstellen kann. Der jüngste Anstieg der Zahl der Drogentoten in Deutschland macht klar: Wir dürfen weder bei der Prävention, noch bei den Angeboten und Maßnahmen in der Drogen- und Suchthilfe nachlassen. Viele Todesfälle lassen sich verhindern, wenn Hilfsangebote rechtzeitig greifen."

Viele Drogenabhängige befinden sich in schlechter gesundheitlicher und psychischer Verfassung. Chronische Atemwegs-, Magen-Darm-, und Herzerkrankungen sind weit verbreitet, über zwei Drittel haben eine Hepatitis-C-Infektion. Auch wenn der Anteil der HIV-Infizierten unter Drogenabhängigen heute unter zehn Prozent liegt, ist er noch immer um ein Vielfaches höher als in der Gesamtbevölkerung. Darüber hinaus leiden über zwei Drittel der Drogenkonsumenten unter psychischen Störungen wie Depressionen und Ängsten.

Auch die Risiken, an Überdosierungen oder den Folgen von riskantem Mischkonsum zu sterben, sind für Drogenabhängige in Deutschland weiter groß. Hierzu tragen auch die sogenannten Neuen Psychoaktiven Substanzen bei (umgangssprachlich auch ‚Badesalze‘ oder ‚Kräutermischungen‘ genannt), die unter der verharmlosenden Bezeichnung „Legal Highs“  im Internet vertrieben werden. Zurzeit berät der Deutsche Bundestag über einen Gesetzentwurf zum Verbot dieser Stoffe.

2015 sind in Deutschland 1226 Menschen am Konsum illegaler Drogen gestorben. An den Folgen des Tabak- und Alkoholkonsums starben zuletzt 121.000 bzw. 74.000 Menschen.