Eltern-Empfehlungen für einen gesunden Medienkonsum

Berlin,  2. März 2018

Drogenbeauftragte und Deutsche Akademie der Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) veröffentlichen Eltern-Empfehlungen für einen gesunden Medienkonsum

Tablet, Smartphone, Social Media – in vielen Familien mittlerweile Alltag. Kinder wachsen wie selbstverständlich mit den neuen Medien auf, oftmals ohne klare Vorgaben durch die Eltern oder entsprechende Medienkompetenz. Viele Eltern wünschen sich mehr Informationsangebote, um ihren Kindern die digitale Welt besser vermitteln zu können. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, stellte heute gemeinsam mit dem Präsidenten des Berufsverbandes der Kinder – und Jugendärzte Dr. Thomas Fischbach und dem Vorstandsmitglied Dr. Uwe Büsching Empfehlungen für einen gesunden Umgang mit Medien vor. Diese sollen ab sofort im Rahmen der „U-Untersuchungen“ den Eltern vermittelt werden.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler: „Mir geht es darum, Eltern beim Thema Medienkonsum Orientierung zu geben, sie fit zu machen für die digitale Welt. Dabei werden die neuen Empfehlungen der Kinderärzte helfen. Es ist einfach wichtig, dass wir es sind, die die Medien steuern, nicht sie uns.“

Dr. Uwe Büsching, Vorstandsmitglied im Berufsverband der Kinder – und Jugendärzte sagt: „Die Empfehlungen sind das Ergebnis wissenschaftlicher Forschung und ausführlicher Diskussionen innerhalb der pädiatrischen Fachverbände. Was wir wirklich wissen: Die digitale Bildmedienwelt birgt Gefahren für Kinder und Jugendliche, die in weiten Bereichen unbekannt sind, weitere Forschung ist dringend notwendig! Der BVKJ sieht diese Notwendigkeit und ist bereit, sich intensiv einzubringen.“

Neben den Chancen der Mediennutzung sehen Kinder- und Jugendärzte auch die Schattenseiten dieser Entwicklung: Spielen mit realen Dingen, Sprechen, Lesen, Künstlerisches, Bewegung im Freien, Schlafen und Schule werden häufig vernachlässigt. Die für die Förderung von Kreativität wichtige Langeweile und Ruhe kommen oft zu kurz. Zudem bedeutet technische Versiertheit noch lange nicht Medienkompetenz.
Wie man mit den eigenen Daten und denen anderer, mit Cybermobbing oder auch der Informationsflut im Netz umgeht, wissen Kinder meist nicht. Dieser Entwicklung soll nun mit den veröffentlichten Empfehlungen der Kinder- und Jugendärzte entgegengewirkt werden.

Die fünf wichtigsten Empfehlungen im Überblick:

  • Machen Sie sich bewusst: Sie sind Vorbild für Ihr Kind, es wird Sie nachahmen.
  • Nutzen Sie Bildschirmmedien nicht zur Belohnung, Bestrafung oder Beruhigung.
  • Wählen Sie ruhige, altersgerechte Fernsehsendungen ohne Gewalt aus; überlassen Sie die Fernbedienung nicht Ihren Kindern.
  • Stellen Sie klare Regeln auf und begrenzen Sie die Bildschirmmediennutzungszeit vor dem Einschalten.
  • Wenn Ihr Kind das reale Leben vernachlässigt: Suchen Sie professionelle Hilfe.