Nationaler Gedenktag der an Drogen verstorbenen Menschen jährt sich zum zwanzigsten Mal

Nationaler Gedenktag der an Drogen verstorbenen Menschen jährt sich zum zwanzigsten

Drogenbeauftragte: „Aufklärung und Hilfe müssen Kernaufgaben unserer Gesellschaft sein – dafür brauchen wir eine gut aufgestellte Suchthilfe und eine bessere Finanzierung!“

Seit 20 Jahren wird an jedem 21. Juli aller Menschen gedacht, die an den Folgen des illegalen Drogenkonsums verstorben sind. In bundesweit über 60 Städten gedenken Elterninitiativen, Einrichtungen der Drogenhilfe und Selbsthilfegruppen den Verstorbenen durch Gottesdienste, Konzerte, Podiumsdiskussionen und Gedenkmärsche.
2017 wurden 1.272 rauschgiftbedingte Todesfälle registriert. Damit ist die Anzahl erstmals seit 2012 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. 2016 lag die Zahl noch bei 1.333 Drogentoten.

Zu diesem Gedenktag erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler: „Seit zwei Jahrzehnten gedenken Angehörige, Suchthilfe und Elterninitiativen denen, die an ihrer Suchterkrankung gestorben sind. Es ist für sie jedes Jahr ein schwerer Tag, der auch mich als Drogenbeauftragte tief berührt. Es ist ein Tag, der allen vor Augen führen sollte, wie viel wir in diesem Land noch an Hilfe leisten müssen – politisch, therapeutisch, finanziell aber auch persönlich. Drogensucht ist eine Krankheit, Abhängige brauchen Hilfe und keine Ausgrenzung! Dafür brauchen wir in den Ländern und Kommunen ein starkes Hilfesystem, denn es sind schließlich primär die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Suchthilfe, die immer wieder Leben retten.“

Selbst wenn das Suchthilfesystem in Deutschland vergleichsweise gut aufgestellt ist, differieren die Standards regional stark. Die Suchthilfe ist in Deutschland eine kommunale Aufgabe und wird von öffentlichen und freien Trägern wahrgenommen.