Jahrestagung der Drogenbeauftragten 2018

„Stadt, Land, Sucht – Wer übernimmt Verantwortung?“

Mediziner, Sozialarbeiter, Politiker, aber auch Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Sport kommen heute in Berlin zusammen, um über die gesellschaftlichen Auswirkungen von Sucht zu sprechen.
Bei der diesjährigen Jahrestagung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung werden knapp 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven diskutieren.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler dazu: „Um wirklich etwas zu bewegen, Suchtkranken und ihren Angehörigen jetzt und in Zukunft noch besser und schneller zu helfen, brauchen wir einen sensibleren Blick aller auf das Thema: Von Kollegen oder Arbeitgebern, die betroffenen Mitarbeitern Hilfe anbieten bis hin zur Kindergärtnerin, die Kinder suchtkranker Eltern besonders unterstützt. Es ist fatal, suchtkranke Menschen zu verurteilen und sie auszugrenzen – für die Betroffenen selbst aber auch für uns als Gesellschaft! Jeder und jede in diesem Land kann und muss helfen!“

Die Drogenbeauftragte rief erneut dazu auf, Suchtkranke nicht zu stigmatisieren, sondern Abhängigkeit als Krankheit anzuerkennen. Drogen und Sucht seien keine Randerscheinungen, welche nur die direkt Betroffenen oder die Fachkreise beträfen, sondern Auswirkungen auf nahezu jeden Bereich unserer Gesellschaft hätten.

Die Drogenbeauftragte Marlene Mortler weiter: „Wenn man bedenkt, dass jede sechste Kündigung aufgrund von Alkoholmissbrauch ausgesprochen wird, jeder zehnte Arbeitnehmer zu viel Alkohol, teilweise sogar während der Arbeit trinkt, dann wird deutlich, dass das Thema jeden etwas angeht. Keiner sollte sich wegducken und sagen: „Sucht geht mich nichts an, ich bin ja nicht abhängig“. Ziel meiner Jahrestagung ist es, das Thema in die Breite zu bringen, Stigmatisierungen abzubauen und deutlich zu machen: Hilfe beginnt vor Ort und kann nicht nur von Einzelnen geleistet werden!“

Bei insgesamt etwa 8,2 Millionen Menschen in Deutschland, die von verschiedenen Substanzen oder Glücksspiel abhängig sind und knapp 10 Millionen betroffenen Angehörigen verdiene das Thema wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Ziel muss sein, die Wahrnehmung von Sucht in unserer Gesellschaft zu verändern und dem Thema einen höheren Stellenwert zu verleihen. Auch der Bund sei weiterhin dazu verpflichtet, dabei seinen Anteil zu leisten.