Sitzung der CND-Suchtstoffkommission in Wien

Drogenbeauftragte Mortler: „Wir brauchen in der internationalen Drogenpolitik mehr Zusammenhalt und eine bessere Zusammenarbeit. Es geht um die Gesundheit vieler Millionen Menschen!“ 

 

Vom 14. bis 22. März 2019 tagt in Wien die internationale Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen (Commission on Narcotic Drugs (CND)) mit über 1000 Expertinnen und Experten. Diese beraten neun Tage lang über gemeinsame Maßnahmen in der internationalen Drogenpolitik, von Alternativen zum Drogenanbau bis zur Hepatitis-Behandlung.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler: „Das Weltdrogenproblem ist komplex und grenzüberschreitend. Darauf können wir nur gemeinsam reagieren: Ich bin der festen Überzeugung, dass das Weltdrogenproblem nur durch einen regelbasierten und vertrauensvollen Multilateralismus ernsthaft verringert werden kann! Leider sehen wir bei einigen Staaten eine rückwärtsgerichtete Fokussierung auf harte Strafen statt Hilfe. Das kann nicht der Weg sein, die Drogenprobleme der Welt zu lösen. Neben der Angebotsreduzierung brauchen wir ein starkes Bekenntnis zur Prävention, damit  Menschen gar nicht erst zu Drogen greifen! “

Im Unterschied zu einigen Staaten basiert die deutsche Drogenpolitik auf vier Säulen, die international von vielen Ländern als beispielhaft gesehen wird: Prävention, Beratung und Behandlung, Maßnahmen zur Schadensreduzierung (z.B. durch Spritzentausch) sowie der Reduzierung des Drogenangebotes.

Die Drogenbeauftragte Marlene Mortler weiter: „Wir brauchen in Wien auch ein gemeinsames Bekenntnis zur Schadensreduzierung, um das Leben drogenabhängiger Menschen zu stabilisieren, denn nur so werden sie behandelbar. Und wir brauchen klare Aussagen zur bestmöglichen medizinischen und therapeutischen Behandlung suchtkranker Menschen, denn von allein wird es vielen einfach nicht gelingen, die Sucht zu überwinden.“

Seit Jahren tritt Deutschland international für eine gesundheitsorientierte Drogenpolitik ein. Bei der Sondergeneralversammlung der Vereinten Nationen zum Drogenproblem 2016 (UNGASS) war es den EU-Staaten gelungen, den Schutz der Menschenrechte zu einer gemeinsamen Leitlinie der Drogenpolitik zu erklären.