Vergiss mich nicht - ein Patenschaftsprojekt für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Seit 2008 vermittelt das Projekt „Vergiss mich nicht“ vom Diakonischen Werk Berlin Stadtmitte e. V. ehrenamtliche Patenschaften an Kinder aus suchtbetroffenen Familien. Ziel ist, die Kinder so zu stärken, dass sie sich stabil und gesund entwickeln. Kinder aus suchtbetroffenen Familien werden häufig übersehen. Unser Patenschaftsprojekt richtet sich an Kinder, die in Familien leben, in denen eines oder beide der Elternteile suchtmittelabhängig sind. Das betrifft in Berlin etwa 700.000, in ganz Deutschland etwa 2,6 Millionen Kinder. Die Suchtproblematik und daraus resultierende Überforderungen bestimmen oftmals das Leben in den Familien. Da Suchtmittelabhängigkeit häufig als Charakterschwäche, Versagen oder gar Schande, anstatt als Krankheit, angesehen wird, erfahren die Kinder die Scham und Angst der Eltern und somit die Tabuisierung des Themas Sucht. Die Kinder werden in ihrer Not nicht erkannt, da sie sich meist unauffällig verhalten. Die multiplen sozialen Belastungen sind jedoch immens und beeinträchtigen die gesundheitlichen und psychosozialen Entwicklungschancen und somit auch ihre soziale Teilhabe in erheblichem Maße.

Da die Problematik der Kinder im Kindergarten oder in der Schule oft nicht erkannt wird und häufig Unwissenheit und Unsicherheit darüber bei den ErzieherInnen und LehrerInnen bestehen, hat sich die Arbeit von „Vergiss mich nicht“ um das im April 2016 gestartete Netzwerkprojekt „Kind.Sucht.Kompass“ erweitert. Gefördert aus Mitteln des Bund-Länder-Programms Soziale Stadt wird ein Netzwerk initiiert und aufgebaut sowie Workshop-Module für Fachkräfte und Kinder entwickelt, um den großen Bedarf nach Informationen zu decken, Vorurteile und Stigmatisierungen abzubauen und somit betroffene Kinder gezielt und besser zu unterstützen.

„Vergiss mich nicht“ ist ein Projekt, das sich durch einen besonders niedrigschwelligen Zugang auszeichnet, um genau diese oft vergessenen Kinder zu erreichen und ihnen einen entwicklungsfördenden Schutzfaktor - eine Patin oder einen Paten - zur Seite zu stellen. So erfahren die Kinder eine stabile Beziehung zu einem verlässlichen Erwachsenen. Die Resilienzforschung der letzten Jahre ergab, dass eine stabile Beziehung zu mindestens einer erwachsenen Bezugsperson einen entscheidenden Schutzfaktor für die Kinder darstellt. Die stabile Beziehung zur Patin oder zum Paten fördert die Beziehungsfähigkeit und das Vertrauen in die Unterstüzung durch Erwachsene. Die Patinnen und Paten treffen sich einmal pro Woche für einige Stunden mit dem Kind und verbringen eine unbeschwerte Zeit mit ihm. Durch gemeinsame Aktivitäten und eine wertschätzende Haltung den Kindern gegenüber werden wichtige Schutzmechnismen, ihr Selbstwertgefühl und ihre sozialen Kompetenzen gestärkt. All diese Aspekte sind wichtige Fakoren für ein suchtmittelfreies Leben.

 

Mehr Informationen:

Vergiss mich nicht
Segitzdamm 46
10969 Berlin
Tel. (030) 61 65 93 40
Fax (030) 61 65 93 41

vergissmichnicht@diakonie-stadtmitte(dot)de

www.diakonie-stadtmitte.de

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