MACHTLOS...

Projekt des Monats 11/2017 - große Freiheit e.V.
Theatersezene große Freiheit e.V.

...... sind die Kinder die mit uns auf die Bühne gehen ganz und gar nicht.

Unser aktuelles Theaterstück befasst sich mit dem Thema Suchterkrankung im Elternhaus. Die Botschaft bringen Kinder im Alter von 10 – 20 Jahre auf die Bühne. Kinder, die bei suchtkranken Eltern aufwachsen werden selber um die eigene Kindheit betrogen. Oft müssen sie die Rolle der Eltern übernehmen. Viel zu früh werden sie in einem Umfeld erwachsen, dass ihnen nicht viel Spielraum lässt. Sie leiden unter dem Verhalten ihrer Eltern und sind nicht mehr in der Lage sich anderen Kindern und Erwachsenen mitzuteilen.Ihre Leistungen in der Schule leiden zunehmend und oftmals trauen sie sich auch nicht mehr ihre Freunde mit nach Hause zu bringen. Viel zu stark sind die täglichen Schwankungen daheim zwischen ausgeglichen und total angespannt.

Fast jedes sechste Kind in Deutschland kommt aus einer Suchtfamilie. Kinder suchtkranker Eltern sind die größte bekannte Sucht-Risikogruppe. Etwa 2,65 Millionen Kinder leben mit alkoholkranken Eltern unter einem Dach. Noch einmal 40.000 – 60.000 Kinder haben Eltern, die von illegalen Suchtmitteln abhängig sind (vgl.NACOA Deutschland ).

Kinder und Jugendliche aus unserer Region wollten mit uns Zeichen setzen gegen das Komasaufen in den Hüttenfeten des Münsterlandes. „Wir müssen die Botschaft an unsere Mitschüler bringen. Bei den Vorträgen der Erwachsenen hören wir ja gar nicht richtig zu“, so die Aussage der befragten Kinder.
So entstand 2011 der Ansatz Theater mit Kindern für Kinder zu spielen. 28 mal haben wir unser Stück Machtlos seit der Premiere 2013 deutschlandweit gespielt. Über 5.500 Menschen haben wir damit erreicht. Etwa die Hälfte der Zuschauer waren Kinder.  

Projekt des Monats 11/2017 - große Freiheit e.V:
Theaterszene große Freiheit e.V.

Das Stück nimmt einen schon sehr mit, aber es lässt den Zuschauer nicht allein, weil es immer wieder Hilfestellungen und Auswege aufzeigt

Elisabeth Stege, Vorstand des Bundesverbands der Freundeskreise

„Es ist schön, dass Ihr uns die Augen geöffnet habt. Zum suchtkranken Menschen gehören auch immer Partner und Kinder. Das haben wir in der Therapie oftmals gar nicht in Betracht gezogen“, so eine Therapeutin in Neuwied 2016.

Für die Kinder die mit uns ehrenamtlich dieses wunderschöne Projekt begleiten und für die Menschen spielen, sind wir oft Türöffner geworden, die eigene Geschichte aufzuarbeiten. Wir haben Kinder und Eltern wieder zueinander gebracht. Und viele haben ihren hohen eigenen Konsum auf ein genießendes Maß korrigiert.
Oft ist der Schritt in unsere Theatergruppe nicht grade einfach, aber wer einmal bei uns ist und für das Thema Feuer gefangen hat, der geht erst wieder, wenn es berufsbedingt gar nicht mehr anders geht.