»Der Sturm – Lost in the Game«

»Ob’s Wirklichkeit, ob’s keine ist, wer will’s beschwören. Doch ist es an der Zeit. So hört und wappnet euch. Wisset, dass durch des Schicksals seltsame Güte, der Feinde Schiff an dieser Insel Strand gebracht. Kurz ist der Einfluss dieses guten Sterns, so dass, vertut ihr die Gelegenheit, dies flüchtig Glück, gleich ihm, auf immer sinken wird. Mild legt diese Stunde in deiner Hände Gnade das Schicksal aller. Nutze sie! The Game is on.«

Der Tag des Zorns hat begonnen. Eine Insel am Ende der Welt. Ein gewaltiger Sturm. Zwei Clans im Kampf um Macht, verstrickt in einem Netz aus Habgier und Intrige. Über allem: Der mächtige Zauberer Prospero, der sein ultimatives Endgame spielt. Mit Hilfe fantastischer Kreaturen und seiner magischen Kräfte will er begangenes Unrecht vergelten und setzt ein Kaleidoskop an Irrungen und Wirrungen in Gang, das an die menschlichen und unmenschlichen Abgründe aller rührt.

Klingt nach einer klassischen Fantasygeschichte? Ist aber eigentlich Shakespeare. Genauer gesagt Shakespeares letztes Werk »Der Sturm«, das am Theater der Jungen Welt in Leipzig auf die virtuelle Welt der Computerspiele trifft und zur Matrix des Games »Die Insel« wird.

Seit dem 4. März 2016 ist diese spannende Fusion unter dem Titel »Der Sturm – Lost in the Game« am ältesten deutschen Theater für junges Publikum zu erleben. Schauspieler schlüpfen in die Rollen von Gamern und Avataren, die wiederum im virtuellen Dschungel der »Insel« auf eine Welt treffen, in der alles möglich scheint. Mächtige Herrscher, in Liebe verfallenen Königskinder, Luftgeister und Monster lassen das Grau und die Probleme des Real Life mit einem Click verschwinden. Doch was, wenn die Grenzen zwischen Realem und Virtuellen verschwimmen und neben dem Spiel nichts mehr zählt? Game over?

Die Inszenierung »Der Sturm – Lost in the Game« setzt die Linie des Theaters der Jungen Welt fort, sich mit aktuellen gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen. In diesem Fall mit den immer häufiger auftretenden Fällen von Onlinespielsucht und den Möglichkeiten und Risiken, die mit steigendem Gebrauch des Internets einhergehen. In dieser Linie entstanden in den letzten Spielzeiten etwa »Aus der Traum« in der Regie von Jürgen Zielinski über das Thema Burnout, das Tanztheaterstück »Crystal – Variationen über Rausch« der Choreografin Heike Henning oder die deutsche Erstaufführung Guillaume Corbeils »Man sieht sich« in der Regie von Jürgen Zielinski, das sich mit dem Phänomen Social Media beschäftigt.

Am 7. April 2016 findet zudem im Anschluss an die Aufführung von »Der Sturm - Lost in the Game« um 21 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema »Chancen, Herausforderungen und Risiken von Online-Spielen« statt. Auf dem Podium diskutiert Dr. Torben Ibs vom Theater der Jungen Welt gemeinsam mit der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler, dem Medienwissenschaftler Dr. Jeffrey Wimmer, dem Sozialpädagogen und Suchtherapeuten Matthias Rost  und dem eSport- Gaming Marketing Manager Christian Hesse.

Das Projekt findet statt unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler sowie mit Unterstützung der Ambulanz für Spielsucht an der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und dem Präventiven Mediensuchtprojekt k.NIF Leipzig

»Der Sturm – Lost in the Game«
Nach William Shakespeare / Übersetzung: Jens Roselt / bearbeitet von Jan Jochymski und Winnie Karnofka

Das Ensemble

PROSPEROS REVENGE:
Prospero / Paul:              Sven Reese
Miranda /Mira:                Katja Göhler
Ariel /Anja:                      Anna-Lena Zühlke
Caliban /Chris:                Kevin Körber

THE ITALIAN INVADERS:
Ferdinand /Fritz:            Benjamin Vinnen
Alonso /Alina:                Katja Bramm
Antonio /Stephano:       Stephan Fiedler
Sebastian /Trinculo:       Martin Klemm
Gonzalo:                       Reinhart Reimann
Regie:                           Jan Jochymski
Ausstattung:                 Andreas Auerbach
Musik:                           Sven Springer
Dramaturgie:                Winnie Karnofka
Theaterpädagogik:       Caroline Mährlein

Weitere Vorstellungen:

07.04.2016, 19:30 Uhr / 08.04.2016, 11:00 Uhr / 30.04.2016, 19:30 Uhr / 02.05.2016, 11:00 Uhr

Kontakt:

Theater der Jungen Welt Leipzig Lindenauer Markt 21
04177 Leipzig
Tel.: 0341 486 60 16