Reality Adventure just for girls

Medien umgeben uns und prägen unseren Alltag entscheidend. Die Kinder und Jugendlichen werden als „Digital Natives“ in einer Generation sozialisiert, in der die neuen Medien früh Bestandteil ihres Lebens werden. Nahezu jeder Zwölf- bis 19jährige besitzt ein Smartphone (JIM Studie, 2015). Der Einstieg in die Mediennutzung wird zunehmend immer früher. Es gibt viele Apps und Spieleangebote für die frühkindliche Nutzung, somit wächst die Bedeutung der Medien schon im Kindesalter. Dabei stehen vor allem Chancen und Risiken der Mediennutzung für die Jugendlichen krtisch im Blickpunkt der Erziehung. 

Bei der Internetsucht handelt es sich um ein recht junges Phänomen, welches mit vielfältigen Diskussionen über den Zusammenhang mit unterschiedlichen Entstehungs- und Krankheitsmodellen einhergeht. 

Die neuesten, repräsentativen Prävalenzstudien zu Internetsucht in Deutschland (PINTA Studie, 2011) weisen auf eine hohe Rate bei jüngeren Altersgruppen (2,4% der 14 bis 24-Jährigen und 4,0 % der 14-16-Jährigen) hin. Auffällig ist, dass in der Altersgruppe der 14 bis 16 Jährigen deutlich mehr Mädchen (4,9%) als Jungen (3,1%) internetabhängig sind. 

1. Was ist “Reality adventure for Girls”?

Deswegen erscheint es sinnvoll, sich dieser Zielgruppe anzunähern. Dieses Gruppenangebot für Handy nutzende Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren enthält Elemente der Medienpädagogik, der Erlebnispädagogik und der Suchtprävention.

2.   Kooperationspartner

  • update Fachstelle für Suchtprävention - Kinder-, Jugend- und Elternberatung, ist Bestandteil der Ambulanten Suchthilfe Bonn in Trägerschaft des Caritas Verbandes und des Diakonischen Werkes. Damit erfüllt die Fachstelle die Kriterien gemäß § 75 SGB Abs. 3 als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe.  update ist eine spezialisierte Einrichtung für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene bis zum 21. Lebensjahr und ihre Bezugspersonen.
  • Lions Club Tomburg, bestehendaus Förderern aus dem Rhein-Sieg-Kreises und der Stadt Bonn, unterstützt das Projekt „Prävention und Intervention gegen Medienabhängigkeit“ mittlerweile seit drei Jahren. Nun wurde diese Förderung auch auf das Vorhaben „Reality Adventure just for Girls“ erweitert.
  • Kooperation zu Eifel on Bike für künftige Projekte. Diese Aktion ist für den kommenden Durchgang im September 2016 eingeplant.
  • Kooperation zu einem Bonner Tanzstudio mit dem Training der Zumba-Stunde.

3.   Zielgruppe 

Das geschlechtsspezifische Gruppenangebot Reality Adventure just for girls richtet sich an Handy- bzw. Smartphone-nutzende Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren. Das Angebot ist eine universelle präventive Intervention, an der jedes Mädchen teilnehmen kann. 

4.   Projektziele

  • Förderung der Medienkompetenz
  • Kennen lernen und gemeinsame Durchführung alternativer Freizeitmöglichkeiten
  • Reflektierte, sensible und bewusste Mediennutzung
  • Erlernen eines selbstbestimmten Umgangs mit den digitalen Medien bzw. mit dem Smartphone und sozialen Netzwerken

Methodische Umsetzung

  • Reflexion der Selbstdarstellung (im Netz) und einem professionellen Fotoshooting
  • Rolle der Medien in der Entwicklung Jugendlicher (mit Durchführung einer Zumba Tanzstunde)
  • Reflexion der eigenen Suchtkriterien und Auswertung der persönlichen Erfahrungen mit den neuen Medien
  • Weitere methodische Freizeiteinheiten sind für den kommenden Durchgang geplant, wie Mountain biken, Longboard fahren, Graffiti Workshop oder Beachvolleyball.

5.   Ergebnisse

Für das stattgefundene Gruppenangebot haben sich acht Teilnehmerinnen angemeldet. In der Phase der Anwerbung von weiblichen Jugendlichen war die Resonanz von Lehrern und Eltern sehr groß. Zu vermerken ist, dass ein Problembewusstsein in Maßen vorhanden war. 

Mädchen sind nur bisher nicht im Suchthilfesystem angekommen. Durch das Projekt wurde im Bonner Raum eine Anlaufstelle für weibliche Jugendliche geschaffen. Das Gruppenangebot bietet die Chance, sich mit Nutzungsmustern des Internets von Mädchen auseinanderzusetzen. 

Geplant ist eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, damit das „Mädchen und Prävention von Medienabhängigkeit“ einem noch breiteren Publikum und somit auch mehr betroffenen Kindern und Jugendlichen bekannt wird. Mädchen setzen viele Fotos ins Netz, geben viele Infos über sich preis und verbringen zu viel Zeit online an ihrem Handy. Es muss deutlich werden, dass neben dem computerspielenden Jungen auch die Mädchen in ihrer Bedürftigkeit wahrgenommen werden. 

Kontaktdaten:

Ambulante Suchthilfe der Caritas und Diakonie Bonn

update Fachstelle für Suchtprävention- Kinder-, Jugend-, Elternberatung

Einrichtungsleitung: Marion Ammelung

Projektverantwortliche: Andreas Pauly, Silke Selinger

Uhlgasse 8
53127 Bonn
Tel.: 0228 688 588-0
E-Mail: update@cd-bonn(dot)de
www.suchthilfe-bonn.de