„ZERO“ die FASD-Ausstellung , die es in sich hat!

Die innovative Mitmach- Ausstellung „ZERO“  zur FASD-Primärprävention informiert erlebnisorientiert über Schwangerschaft, Alkohol, Umgang mit Alkohol und FASD, sowie die lebenslangen Folgen des mütterlichen Alkoholkonsums in der Schwangerschaft. Sie wurde vom FASD-Netzwerk Nordbayern (www.fasd-netz.de) in Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule Erlangen entwickelt und richtet sich primär an Jugendliche und junge Erwachsene. Zero steht unter der Schirmherrschaft der Bundesdrogenbeauftragten, wurde vom BMG gefördert und wird fortlaufend bundesweit ausgeliehen. Dabei stößt die Ausstellung auf sehr großes Interesse und erhält überaus positive Resonanz. Interessenten sind vor allem Schulen, aber auch Lehrerseminare, Vereine, Ämter, Selbsthilfegruppen, Netzwerke zu frühen Hilfen, Kliniken...

Noch immer werden in Deutschland jedes Jahr über 10.000 Kinder mit  FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorders), den unheilbaren Folgen des mütterlichen Alkoholkonsums in der Schwangerschaft geboren. Damit ist FASD die häufigste nicht genetisch bedingte körperliche, geistige und seelische Behinderungen bei Neugeborenen. Dabei wäre FASD bei konsequentem Alkoholverzicht in der Schwangerschaft zu 100% sicher vermeidbar. Ganz offensichtlich fehlt es in allen Bevölkerungsschichten an Wissen zu FASD und dessen sicherer Vermeidung, so dass neue Wege zur erfolgreichen Primärprävention besonders im Vorfeld von Schwangerschaften dringend erforderlich sind. Hier setzt das FASD-Netzwerk Nordbayern, fachlich beraten von der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. mit seiner interaktiven Ausstellung „ZERO“ an.

Im Zentrum der Ausstellung „wenn-schwanger-dann-zero“ steht ein begehbares Kuppelzelt dessen Innenraum eine Gebärmutter symbolisiert. 40 Wochen Schwangerschaft aus der Perspektive des Kindes werden durch Sehen, Hören und Fühlen erlebbar. Die Zeltaußenhülle illustriert in Ausschnitten die 10 Schwangerschaftsmonate aus der Perspektive der Schwangeren und deren Umfeld.  Auf der dazu gehörigen Touchscreen-Station begegnen die BesucherInnen zahlreichen Situationen, die sich mit den Themen Schwangerschaft und Alkohol aus Sicht der Mutter und ihres Umfelds beschäftigen und weiterführende Informationen für Mädchen/Frauen und Jungen/Männer vermitteln. An einer weiteren Außenstation kommen  FASD Betroffene zu Wort, sie berichten aus ihrem Alltag und geben authentische Einblicke in das Leben mit FASD. Die BesucherInnen erfahren die vielfältigen Probleme und Hindernisse, die den Alltag der Betroffenen und ihrer Familien bestimmen.

Die bisherigen Feedbacks der BesucherInnen zeigen:

  • 60% der Besucher haben sich vorher wenig bis gar nicht über FASD informiert
  • 85% finden die Ausstellung gut - sehr gut
  • 70% geben an sehr viel oder viel zu FASD gelernt haben
  • circa 90% sagen, dass die erhaltenen Informationen für sie als zukünftige Mutter/zukünftiger Vater gut bzw. sehr gut sind

 

 

Station 1: „Die Gebärmutter – Tauche ein und genieße“

Bereits beim Betreten tauchen die BesucherInnen in die Hörwelt des Kindes ein. Der beruhigende Herzschlag der Mutter, ihre immer wieder zu hörende Atmung und ihr Darmgluckern lassen die BesucherInnen das Hören des Kindes während der Schwangerschaft hautnah erleben. Weitere Geräusche, wie die Stimme der Mutter, Weinen, Lachen, Musik und Lärm, die aus der Außenwelt in die Gebärmutter eindringen, sind durch Antippen unterschiedlicher Bildern an der Touchscreen – Station außerhalb des Zeltes auslösbar.

An den Innenwänden werden in kurzen Texten die einzelnen Schwangerschaftsmonate mit den jeweiligen Entwicklungsschritten des Kindes näher erläutert. Das pro Monat durchschnittliche Gewicht des Kindes vermitteln 10 jeweils entsprechende Gewichtssäckchen, die angehoben werden können.

In der Mitte des Raumes befinden sich Nabelschnur und Mutterkuchen sowie eine Touchscreen – Station, die mit faszinierenden 2 D- und 3 D- Ultraschallbildern aus jeder Schwangerschaftswoche die Entwicklung des Kindes bis zur Geburt erlebbar macht.

Die BesucherInnen können die einzelnen Schwangerschaftsmonate aufrufen, die Entwicklungsfortschritte nachvollziehen, während gleichzeitig die jeweilige Nabelschnur die entsprechenden Informationen an der Innenhülle beleuchtet. In 6 kurzen Filmen können die BesucherInnen die aufregende Entwicklung des Kindes von der Eizelle bis zur Geburt verfolgen.

Station 2: „Zehn Monate schwanger – Tipp dich klug“

Auf der Zeltaußenhülle sind viele Situationen aus der Lebenswelt einer Schwangeren und deren Umfeld dargestellt wie Essen und Trinken, Sport, Party, Schwangerschaftstest, Vorsorgeuntersuchungen, Hormonschwankungen, Alkohol u.a. In einer Art Wimmelbild können die Besucherinnen diese Themen entdecken. Zwischen den Illustrationen stehen Kernbotschaften, in denen der Begriff FASD, dessen Entstehen und die Folgen erklärt werden.  An der Touchscreen-Station 2 können die BesucherInnen tiefer in viele Themen rund um Schwangerschaft, Alkohol und Umgang mit Alkohol einsteigen.

Dabei werden drei Themenbereiche unterschieden:

z.B. mit Berechnung der Schwangerschaftsdauer, Schwangerschaftsanzeichen, körperlichen Veränderungen, Kindsbewegungen... und dem Weg zur Geburt.

z.B. Warum trinken Menschen Alkohol?; Alkohol und Sexualität; Wie viel Alkohol steckt wo drin?; Infos zu Promille bei Männern und Frauen; Alkohol ein Dickmacher; Welche Organe kann der Alkohol im Körper schädigen?; 7 Tipps für den Umgang mit Alkohol;  Alkoholfreie Kicks und Drinks; Rauchen und andere Drogen

Bin ich schwanger? – Schwangerschaftstest; Errechne den Geburtstermin; Schwanger unter 20  - Was tun?;  Ein Kind alleine bekommen – Wo gibt es Hilfe?; Schwanger und keiner soll´s wissen – das Hilfetelefon kann weiterhelfen; Ich werde Vater; Vorsorgeuntersuchungen und Mutterpass; Mädchen oder Junge?;

Gesund ernähren, Heißhunger und Übelkeit; Gefühle fahren Achterbahn; Schwangerschaft und Sport; Party, Disko, Konzert – wie laut darf es für das Baby sein?;

Unter www.wenn-schwanger-dann-zero.de sind die Informationen und Filme ebenfalls abrufbar. Dies und weiterführende Links ermöglichen es im Sinne der Nachhaltigkeit, sich persönlich intensiver mit den Themen auseinanderzusetzen oder eine Nachbereitung im Rahmen anschließender Unterrichtseinheiten zu gestalten.

Station 3: Menschen mit FASD – Höre Ihnen zu!

An dieser Touchscreen-Station außerhalb des Zeltes kommen Betroffene mit Berichten aus ihrem Alltag selbst zu Wort. FASI – eine Puppe mit den typischen FASD-Merkmalen (Projekt des Monats 8/2014 zu beziehen bei www.ana-tomie.de) lädt die BesucherInnen ein, den Betroffenen zuzuhören. 16 Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters erläutern in kurzen Statements ihre Schwierigkeiten im Alltag. Sie beschreiben ihre Ruhelosigkeit, ihre Distanzlosigkeit, ihre Schulschwierigkeiten, ihre Andersartigkeit, ihre Hoffnungslosigkeit, die sich häufig im Leben von FASD-Betroffenen breit macht.  Diese Aussagen werden mit weiteren Fakten belegt und begründet, die die BesucherInnen lesen und hören können.

Zusätzlich kann man einer jungen Frau zuhören, die unter der Überschrift „Überforderung, Chaos, Verzweiflung“ aus ihrem Leben mit FASD berichtet: … wenn ich mit drei Worten mein Leben beschreiben sollte“ so würde ich diese drei wählen. In beeindruckender Weise beschreibt sie ihre Probleme, Stimmungen und Schwierigkeiten in ihrem Leben – ein Bericht, der unter die Haut geht.

27.01. – 02.02.2017 Sonneberg

12.02. – 17.02.2017 Aachen

20.02. – 03.03.2017 Bad Wildungen

22.03. – 29.03.2017 Norderstedt

03.04. – 07.04.2017 Straubing

24.04. – 28.04.2017 Dillingen

16.05. – 17.05.2017 Bad Bentheim

22.05. – 23.05.2017 Berlin

26.05. – 01.06.2017 Bayreuth

17.07. – 21.07.2017 Bamberg

21.10.2017 Lange Nacht der Wissenschaften Nürnberg Fürth Erlangen

Informationen zum Ausleihen und Arbeiten mit der Ausstellung

Die interaktive Ausstellung setzt keine speziellen Vorkenntnisse voraus und ist für die Verwendung in Schulen ab der 7. Jahrgangsstufe sehr gut geeignet (ggfs. auch 5.-6. Klasse). Zusätzlich stehen Lehrkräften ein Wissensquiz und ein Lückentext zum Thema FASD als Lernzielkontrolle oder zur  Nachbereitung des Themas online oder auf CD zur Verfügung.

Als Take-Home-Message erhalten alle BesucherInnen am Ende den Informationsflyer Gut zu wissen: Schwanger?-Mein Kind trinkt mit!  Alkohol? Kein Schluck. Kein Risiko!

der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. (ÄGGF) www.äggf.de

Die Ausstellung kann über das FASD – Netzwerk Nordbayern e.V. ausgeliehen werden. Benötigt wird eine Fläche von mindestens 60 m² in einem geschlossenen Raum mit einer Mindesthöhe von 2,80 m und einem 220 V-Stromanschluss.

Die Ausstellung besteht aus einem Kuppelzelt (4x4 m²) und drei interaktiven Touchscreen-Stationen (1 innerhalb und  2 außerhalb des Zeltes) und kann mit einem größeren Kombi transportiert werden. Ebenso kann die Ausstellung per Spedition (Volumen 3 m³) verschickt werden. Auf Wunsch können zusätzlich FASD-Referentinnen für Vorträge und Workshops gebucht werden.

Die Leihgebühr beträgt für Schulen 400 € pro Woche. Die Kosten für den Transport, den Auf- und Abbau trägt der Entleiher. Für den Aufbau sind 3 Stunden und für den Abbau 2 Stunden zu veranschlagen. In dem beiliegenden Ordner werden Auf- und Abbau mit Texten und Bildern genau beschrieben.

 

Anfragen und Buchungen  über:

FASD-Netzwerk Nordbayern e.V.

Postfach 12

91088 Bubenreuth

www.fasd-netz.de

info@fasd-netz(dot)de