Prävention der Glücksspielsucht

Die Glücksspielsucht oder das sogenannte Pathologische Glücksspiel, ist eine ernste Suchterkrankung, die für die Betroffenen und ihre Familien eine große psychische Belastung bedeutet und sie häufig in den wirtschaftlichen Ruin treibt. Aufklärung über die Suchtgefahren von Glücksspielen ist neben gesetzlichen Regulierungen sehr wichtig. Präventionsmaßnahmen wie „Spiel nicht bis zur Glücksspielsucht“ (s.u.) oder die Maßnahmen der Suchtpräventionsfachstellen der Länder und anderer kommunaler Initiativen haben dazu beigetragen, dass die breite Öffentlichkeit dieses Thema mittlerweile aufmerksamer wahrnimmt. Inzwischen wird Pathologisches Glücksspiel als gesellschaftliches Problem anerkannt. Neben diesen bewährten Präventionskampagnen tragen auch neue Präventionsmaßnahmen dazu bei, dass das Thema immer weiter in den Fokus rückt:

  • Der bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht am 25. September trägt dazu bei, über die Risiken des Glücksspiels aufzuklären und auf das Leid der Betroffenen und ihrer Familien aufmerksam zu machen. 2012 gab es ein umfangreiches Angebot der Beratungsstellen und Suchtfachstellen vor Ort.
  • Auch kleine, eher spielerische Initiativen wie der von der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin herausgegebene Adventskalender mit dem Motto „Dann doch lieber an den Weihnachtsmann glauben …Lass Dich nicht beim Glücksspiel abzocken!“ sind ein neuer, vielversprechender Ansatz.

 

 

Kooperation zwischen der BZgA und dem Deutschen Lotto- und Totoblock

Im Jahr 2007 schlossen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutsche Lotto und Totoblock (DLTB) eine Kooperationsvereinbarung mit dem Ziel, bundesweite Maßnahmen zur Glücksspielsuchtprävention umzusetzen. Auf dieser Basis wurde von der BZgA die nationale Kampagne „Spiel nicht bis zur Glücksspielsucht“ mit verschiedenen Aufklärungsangeboten für unterschiedliche Zielgruppen entwickelt.

Personen, die regelmäßig Glücksspiele nutzen, können zusätzlich auf dem BZgA-Internetportal www.check-dein-spiel.de einen Online-Selbsttest machen. Sie erhalten auf der Basis der Auswertung eine individualisierte Rückmeldung zu ihrem Glücksspielverhalten und bei problematischem Spielverhalten auch eine Empfehlung zur Verhaltensänderung.

Ein zentrales Element der Kampagne ist das Internetportal www.spielen-mit-verantwortung.de das über einzelne Glücksspiele, über die Entstehung von Glücksspielsucht und über regionale Hilfeangebote bei problematischem oder süchtigem Spielverhalten informiert.

Problematisch Spielende haben auf der Internetseite auch die Möglichkeit, bei einem vierwöchigen Online-Verhaltensänderungsprogramm mitzumachen. Die Evaluation des Programms zeigt, dass besonders Spieler, die sich in einem frühen Stadium der Problembelastung befinden, durch das Ausstiegsprogramm gut erreicht werden. Diese Art der Frühinterventionsansätze ist vielversprechend, da sie die Betroffenen niedrigschwellig über das Internet erreicht.

Ein weiteres niedrigschwelliges Angebot für problematisch Spielende ist die BZgA-Telefonberatung zur Glücksspielsucht. Unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 137 27 00 erhalten Anrufer allgemeine Informationen und Aufklärung sowie eine Beratung bei konkreten Problemen oder sie werden direkt in das Hilfesystem für glücksspielassoziierte Suchtproblematiken weitervermittelt. Zur nationalen Kampagne „Spielen mit Verantwortung“ gehören auch Informationsmedien wie Broschüren und Faltblätter, die zielgruppengerecht für die Risiken von Glücksspielen sensibilisieren.

Die BZgA-Präventionsstrategie wird durch kontinuierliche Forschung zur Glücksspielsucht ergänzt. Regelmäßige bundesweite Repräsentativbefragungen ermöglichen es, die Verbreitung von Glücksspielsuchtgefährdung und Glücksspielsucht in der Bevölkerung abzubilden. Bislang wurden seit 2007 drei BZgA-Studien durchgeführt. Hierbei werden neue Spielangebote und ihr Suchtpotenzial ebenso erfasst wie die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Glücksspielsucht. Die Studien zeigen, dass die Bevölkerung sich zunehmend gut über die Risiken des Glücksspiels informiert fühlt.