Suchtselbsthilfe

Die Suchtselbsthilfe ist ein unverzichtbarer Teil der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland. Selbsthilfe ist in ihren Organisationsstrukturen frei. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) vereinigt als Dachorganisation die bundesweiten Suchtselbsthilfeverbände Blaues Kreuz in Deutschland (BKD), Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche (BKE), Bundesverband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit, Bundesverband der Elternkreise suchtgefährdeter und suchtkranker Söhne und Töchter, Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur, Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe, Guttempler in Deutschland  (IOGT), den Kreuzbund und die Wohlfahrtsverbände mit ihren Suchtarbeitsbereichen. Die DHS vertritt in verschiedenen Gremien die Interessen der Suchtselbsthilfe und übernimmt Koordinierungsaufgaben.

Ihre Angebote richten sich an Suchtkranke und deren Angehörige vor, während und nach der Therapie. Darüber hinaus sind Selbsthilfegruppen Ansprechpartner für Betriebe, Arztpraxen und Beratungsdienste. Als Mitgliedsorganisationen der DHS wirken die Selbsthilfeverbände an gesundheitspolitischen Willensbildungen und Entscheidungen mit. Sie vertreten ein vielfältiges Spektrum von Betroffenen, deren Angehörigen und ehrenamtlich Aktiven. Ihre Arbeitsschwerpunkte und -konzepte sind unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen die Kooperation untereinander und die Zusammenarbeit mit der professionellen Suchthilfe, um die Versorgung Suchtkranker und ihrer Angehörigen durch die Einbeziehung der Betroffenenkompetenz zu verbessern.

Bundesweite Suchtberatungsstelle

Die Einrichtungsdatenbank der DHS enthält - stets aktuell - alle wichtigen Informationen zu den bundesweit über 1800 ambulanten Suchtberatungsstellen und 800 stationären Suchthilfeeinrichtungen.

Sie haben dort die Möglichkeit, Hilfeangebote mit detaillierten Informationen zu den Einrichtungen zu finden.

Ansprechpartner zu Einrichtungen und Selbsthilfegruppen in den einzelnen Bundesländern sind auch die Landesstellen Sucht. Deren Kontaktdaten finden Sie hier:

Landesstellen

Verzeichnisse örtlicher Selbsthilfegruppen finden Sie hier:

Anonyme Alkoholiker (AA)

Blaues Kreuz in Deutschland e.V.  (BKD)

Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche Bundesverband e.V. (BKE)

Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe

Guttempler in Deutschland

Kreuzbund e.V.

Förderung der Suchtselbsthilfe durch die Deutsche Rentenversicherung Bund

Die DRV Bund unterstützt durch finanzielle Zuwendungen gemäß § 31 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB VI sowohl die regionale Suchtselbsthilfe als auch die Arbeit der Nachsorgereferenten von Suchtverbänden, die in der DHS organisiert sind. Ziel der Förderung ist es, suchtkranke Menschen langfristig bei einer abstinenten Lebensweise zu unterstützen, um so Rückfälle zu vermeiden. Im Interesse der betroffenen Menschen und der Versichertengemeinschaft muss die Rehabilitation abhängigkeitskranker Menschen auf einen langfristigen Erfolg ausgerichtet sein. Die Kontaktaufnahme zu Selbsthilfegruppen kann die Nachhaltigkeit der Suchtrehabilitation fördern, da diese einen Beitrag zur Stabilisierung der erreichten Rehabilitationsziele leisten. Suchtreferenten unterstützen die Selbsthilfegruppen vor Ort, indem sie den Kontakt untereinander pflegen und verbessern sowie die freiwilligen Helfer fachlich unterstützen und fortbilden. Des Weiteren initiieren sie neue Projekte und beteiligen sich aktiv an Weiterentwicklungen in allen Bereichen der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen. Die Zuwendungsmittel für die regionale Selbsthilfe kommen überwiegend den einzelnen Selbsthilfegruppen zugute. Sie erhalten zum Beispiel Pauschalen bis zu 200 Euro zur Deckung von Ausgaben wie Fahrgeld, Porto und Literatur. Auch für Gruppenleiterschulungen, Seminare für Betroffene oder Öffentlichkeitsarbeit wurden Zuwendungsmittel eingesetzt. Die DRV Bund stellte dafür im Jahr 2012 846.187,19 Euro (Stand: 20.November 2012) zur Verfügung. Die Arbeit der Suchtreferenten im Jahr 2012 wurde mit 1.404.883,35 Euro (Stand: 20. November 2012) gefördert.