Tabakentwöhnung

Die Mehrheit der Raucherinnen und Raucher will mit dem Rauchen aufhören. Etwa 30 Prozent unternehmen innerhalb eines Jahres mindestens einen ernsthaften Ausstiegsversuch.

Die Vielfalt der Hilfsangebote zur Tabakentwöhnung ist groß. Dazu zählen Medikation, Hypnose, Akupunktur, Selbsthilfeprogramme in Form von Broschüren und Büchern, Internetausstiegsprogramme, Telefonberatung, ein- oder mehrtägige Einzelberatung oder Gruppentherapie. Geltende Richtlinien zur Tabakentwöhnungsbehandlung (z. B. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) empfehlen eine Kombination aus kognitiv-verhaltenstherapeutischer Beratung mit unterstützender Medikation.

Die meisten Raucherinnen und Raucher waren beim Rauchstopp ohne Hilfsmittel erfolgreich. Nur etwa 9 Prozent der Ex-Raucherinnen und Ex-Raucher nahmen ein Angebot in Anspruch. Weniger als 1 Prozent der Ex-Raucherinnen und -raucher besuchten Tabakentwöhnungskurse.

Das interaktive Programm der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung soll seit 2005 Jugendliche zum Ausstieg aus dem Tabakkonsum motivieren, während der Entwöhnung unterstützen und helfen, Rückfälle zu vermeiden. Das Ausstiegs-programm ist Teil der „rauchfrei“- Jugendkampagne und begleitet jugendliche Raucherinnen und Raucher vor, während und nach ihrem Rauchstopp. Im Rahmen eines vierwöchigen Programms lernen sie, sich Ziele zum Rauchstopp zu setzen, persönliche Risikosituationen zu erkennen und individuelle Kontrollstrategien zu entwickeln, die für die Realisierung des eigenen Vorhabens Erfolg versprechend sind.

Link zum Programm

Am 15. Oktober 2009 hat der Gemeinsame Bundesausschuss eine Empfehlung zur Aktualisierung des Disease-Management-Programms für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) beschlossen. Unter anderem wurden die Empfehlungen zur Tabakentwöhnung aktualisiert. Ausstiegsbereiten Raucherinnen und Rauchern sollen demnach im Rahmen des COPD-Programms wirksame Hilfen zur Tabakentwöhnung (insbesondere verhaltenstherapeutische und ggfs. geeignete unterstützende medikamentöse Maßnahmen) angeboten werden.

Das Gruppenprogramm „losgelöst“ richtet sich an 14- bis 17-jährige Raucherinnen und Raucher, insbesondere an Haupt- und Realschulen. Nach sechsmaligen Kurstreffen erfolgt eine vierwöchige Nachbetreuung per Telefon und SMS. Die BZgA hat in Zusammenarbeit mit dem Münchner Institut für Therapieforschung dieses Programm entwickelt und in einer Pilot- und Machbarkeitsstudie bundesweit getestet. Aktuell wird die Wirksamkeit des jugendspezifischen, motivationsbasierten und kognitiv-behavioralen Programms untersucht.

Speziell für die stationäre Rehabilitation wurde das Programm „Rauchfrei nach Hause!?“ im Jahr 2009 entwickelt, da das Angebot effektiver Hilfsmaßnahmen für rauchende Patientinnen und Patienten oft an organisatorischen Gegebenheiten scheitert. Das niedrigschwellige Programm umfasst sechs Sitzungen und richtet sich ebenso an Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, wie an Raucherinnen und Raucher, die dem Rauchstopp ambivalent oder kritisch gegenüber stehen. Durch die offene Programmstruktur können Patientinnen und Patienten zu jedem Zeitpunkt in das fortlaufende Programm einsteigen.

Link zum Programm

Die Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Rauchentwöhnung steht Raucherinnen und Rauchern an sieben Tagen in der Woche zur Verfügung. Unter der Telefonnummer  0 800 8 31 31 31 (kostenfreie Servicenummer) werden zum bundesweit einheitlichen Tarif von 14 Cent pro Minute aus dem Festnetz alle Fragen rund um das Rauchen beantwortet. Von Montag bis Donnerstag von 10 bis 22 Uhr und von Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr können sich Anrufer beraten lassen, Informationsmaterial anfordern und Adressen von Beratungsstellen oder qualifizierten Anbietern von Gruppenprogrammen erfragen.

Ausstiegswillige Anrufer und frühere Raucherinnen und Raucher mit Rückfall-gefährdung können nach dem Erstanruf bis zu fünf Anrufe innerhalb eines Monats zur Unterstützung des Rauchstopps von der Telefonberatung erhalten (proaktive Beratung). Die Wirksamkeit der telefonischen Beratung wurde wissenschaftlich überprüft. Im Ergebnis waren 22,6 % ein Jahr nach dem Erstanruf noch rauchfrei.