Wirksame Intervention gegen das Rauschtrinken

Rauschtrinken: Mindestens vier beziehungsweise fünf alkoholische Getränke pro Gelegenheit bei Mädchen beziehungsweise Jungen.

Rauschtrinken ist unter Jugendlichen weit verbreitet. "Rauschtrinken in den letzten 30 Tagen" haben im Jahr 2015 etwa 14,1 % der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland berichtet. 

Das schulbasierte Präventionsprogramm „Klar bleiben“ adressiert gezielt Jugendliche der 10. Klassen¬stufe mit der Verpflichtung, für neun Wochen auf Rauschtrinken zu verzichten.
In einer clusterrandomisierten Kontrollgruppenstudie wurde untersucht, ob die Teilnahme an „Klar bleiben“ sich auf Häufigkeit und Intensität des Rauschtrinkens auswirkt. Zu diesem Zweck wurden 4.163 Schülerinnen und Schüler (das mittlere Alter lag bei 15,6 Jahren) aus 196 Klassen von 61 Schulen vor Umsetzung von „Klar bleiben“ (Ende 2015) und ein halbes Jahr danach zu ihrem Alkoholkonsum befragt. Als primäre Endpunkte wurden das mindestens monatliche Rauschtrinken (Häufigkeit des Konsums) und die Anzahl alkoholischer Getränke pro Trinkgelegenheit (Intensität des Konsums) erfasst.
In der ersten Befragung vor Umsetzung der Intervention konnten keine Unterschiede zwischen Interventions- und Kontrollgruppe bezüglich der primären Endpunkte gefunden werden, nach der Intervention zeigten sich hingegen statistisch bedeutsame Unterschiede für Jugendliche, die bereits Alkohol konsumiert hatten (73,2 % der Stichprobe): mindestens monatliches Rauschtrinken berich¬teten 49,4 % der Kontrollgruppe und 44,2 % der Interventionsgruppe (p=0,028). Pro Trinkgelegenheit konsumierten Schülerinnen und Schüler der Kontrollgruppe im Mittel 5,20 alkoholische Getränke, Schülerinnen und Schüler der Interventionsgruppe 5,01 alkoholische Getränke (p=0,047).

Die Studienergebnisse zeigen, dass Jugendliche mit Konsumerfahrung von der Intervention profitierten, da sie nach der Teilnahme an „Klar bleiben“ seltener und weniger Alkohol konsumierten.
Förderhinweis: Gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit.