"Methamphetaminkonsum ("Crystal Meth"), seine Folgen und Antworten für die Praxis"

„Allianz- Forum“ am Brandenburger Tor in Berlin

Am 6. November 2015 fand in Berlin die Jahrestagung der Drogenbeauftragten statt. Über 450 Expertinnen und Experten aus allen Bereichen der Suchthilfeeinrichtungen, der Forschung, aber auch der Politik und nicht zuletzt der Polizei nahmen teil. Es wurden Erfahrungen zum Umgang mit Methamphetaminkonsum, der Aufputschdroge Crystal Meth mit deutschen und ausländischen Experten aus den USA, aus Australien und aus Großbritannien ausgetauscht.

Als ich mein Amt als neue Drogenbeauftragte zu Beginn des Jahres 2014 antrat, war ich in meinem Wahlkreis längst mit dem Problem Crystal Meth konfrontiert. In ersten Gesprächen mit Suchtexperten auf Bundesebene wurde jedoch auch deutlich, dass diese Problematik tatsächlich noch nicht über die deutsch-tschechische Grenzregion hinaus gelangt war. Zwar sehen wir noch kein Überschwappen einer großen Welle auf das restliche Bundesgebiet, gleichwohl breitet sich Crystal Meth insbesondere in Großstädten aus. Ich habe mir daher bereits früh vorgenommen, auf die Risiken einer Ausweitung des Konsums aufmerksam zu machen.

Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung

Zum Grußwort der Drogenbeauftragten

Was muss in der Prävention und in der Behandlung getan werden? Wie können wir von internationalen Erfahrungen lernen? Über diese Fragen diskutierten die Expertinnen und Experten auf der Jahrestagung. Der Drogenbeauftragten war es gelungen, für das Jahr 2015 zusätzlich eine halbe Million Euro aus dem Bundeshaushalt für die Prävention in Bezug auf Crystal Meth zur Verfügung zu stellen. Hiermit konnten eine Reihe von Projekten zur Prävention und frühzeitigen Behandlung gefördert werden. Deren erste Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung vorgestellt. So wurden bspw. die Bundesärztekammer und das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin gebeten, eine Expertengruppe einzurichten, um einen Leitfaden für medizinische und psychosoziale Behandlung einer Methamphetaminabhängigeit nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Evidenz zu erarbeiten.

Die zentrale Botschaft der Tagung war: Eine Methamphetaminabhängigkeit ist behandelbar! Es gibt inzwischen psychotherapeutische Behandlungsmodule, die den betroffenen Menschen helfen, einen erfolgreichen Weg aus der Sucht aufzuzeigen, trotz aller Schwierigkeiten und Rückschläge. Nutzen wir die Chancen, diese gefährliche Droge wirksam zu bekämpfen und ihre gesundheitsschädlichen Wirkungen zu behandeln!

Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung

Prof. Dr. Norbert Wodarz, Zentrum für Suchtmedizin der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg am Bezirksklinikum Regensburg

Link zum Vortrag

Prof. Dr. Steve Allsop, National Drugs Research Institute (NDRI), Perth, Australia

Link zum Vortrag

Prof. Dr. Richard A. Rawson, University of California (UCLA) Integrated Substance Abuse Programs, Los Angeles, USA

Link zum Vortrag

Dr. Owen Bowden- Jones, Addiction Psychiatrist, Imperial College, London, UK

Link zum Vortrag

Prof. Ephrosyne Gouzoulis- Mayfrank, LVR-Klinik, Köln und Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde

Link zum Vortrag

 

 

Foto: Frontansicht des Allianz Forums

Allianz Forum am Pariser Platz

Quelle: paulhahn@t-online.de

Foto: Gruppenbild der Rednerinnen und Redner

Rednerinnen und Redner der Tagung

Quelle: paulhahn@t-online.de

Foto: Blick auf die Gäste und einen Redner während eines Vortrags.

Quelle: paulhahn@t-online.de