Informationsangebote zum Medikamentenmissbrauch

Informationen für Ärzte & Apotheker

Von Seiten der Bundesregierung wurden bereits Initiativen zur Verbesserung der Informationsmöglichkeiten der Ärzte- und Apothekerschaft sowie der Patienten gestartet. Denn den Ärzten und Apothekern kommt eine wichtige Verantwortung zu, weil sie den Zugang zu den Medikamenten kontrollieren.

Leitfaden für Ärztinnen und Ärzte „Medikamente – schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit"

Zur Prävention und Therapie von Medikamentenmissbrauch und -abhängigkeit kommt Ärztinnen und Ärzten eine besondere Bedeutung zu. Im Auftrag der Bundesärztekammer wurde 2007 von Fachexperten ein Leitfaden „Medikamente – schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit“ entwickelt. Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Modellprojekts wurde der Leitfaden hinsichtlich seiner Akzeptanz und Relevanz im ärztlichen Arbeitsalltag von September 2008 bis August 2009 evaluiert. Die befragten Ärzte halten den Leitfaden in der vorliegenden Form im Praxisalltag gut verwendbar. Besonders positiv wird die laminierte Kurzform aufgenommen. Aus einer Gruppe von Ärzten und Ärztinnen, die an einer Zusatzqualifikation teilgenommen haben, verwenden nach eigenen Angaben 78 %, den Leitfaden, und bei 31 % hat sich das Verschreibungsverhalten verändert. Von den Medizinern, die den Leitfaden lediglich zugesandt bekommen hatten, bejahten 65 % seine Nutzung, davon gaben 24 % an, ihn häufig zu verwenden. Vorher - ohne die Versendung - war der Leitfaden nur 30 % der Hausärzte bekannt, und nur 14 % waren in seinem Besitz. 75 % hatten aber ihr Interesse bekundet. Der Leitfaden stellt ein einfaches und kostengünstiges Hilfsmittel dar, um Ärzte für die Thematik zu sensibilisieren und beim Erkennen der Problematik sowie die Behandlung betroffener Patienten zu unterstützen.