Situation in Deutschland

Im Jahr 2013 rauchten in Deutschland etwa 25 Prozent der erwachsenen Bevölkerung (ab 18 Jahren) – rund 30 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen.

Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko unserer Zeit. Jährlich sterben in Deutschland ca. 110.000 bis 120.000 Menschen an den direkten Folgen des Rauchens. Nicht wenige von ihnen waren Nichtraucher. Vier von fünf Lungenkrebstodesfällen und fast 13 Prozent aller Todesfälle infolge von Herz-Kreislauferkrankungen sind auf das Rauchen zurückzuführen. Durchschnittlich verlieren starke Raucher über zehn Jahre ihrer Lebenserwartung.

Die direkten Krankheitskosten (Behandlung und Pflege) und die indirekten Krankheitskosten durch Erwerbsunfähigkeit, Arbeitsausfälle und vorzeitige Todesfälle werden auf jährlich ca. 79 Mrd. Euro geschätzt. Etwa 40 Prozent der Krankheitskosten sind auf tabakbedingte Krebserkrankungen, ein Drittel auf Herzlauf-Erkrankungen sowie etwa ein Viertel auf Atemwegserkrankungen zurückzuführen.

Tabakkonsum bei Jugendlichen

Die Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) aus dem Jahr 2016 ergab, dass derzeit 9,6 % aller 12- bis 17-jährigen Jugendlichen rauchen. Eine deutliche Mehrheit der 12- bis 17-Jährigen (77,3 %) hat noch nie geraucht. Unter den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren ist das Rauchen mit 29,7 % deutlich weiter verbreitet. Während es in der Gruppe der 12- bis 17-Jährigen keine Geschlechtsunterschiede im Rauchverhalten gibt, rauchen die 18- bis 25-jährigen Männer deutlich häufiger als gleichaltrige Frauen.
Das Rauchen ist von Beginn an mit sozialen Unterschieden verbunden. Bei Arbeitslosen, Erwerbstätigen, Auszubildenden sowie Berufsschülerinnen und -schülern ist der Anteil der Raucherinnen und Raucher höher als etwa bei Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe oder bei Studierenden.

Die erfreuliche Nachricht: Die Studie aus dem Jahr 2016 hat gezeigt, dass der Anteil der rauchenden Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren in den letzten 14 Jahren stark zurückgegangen ist: Von 27,5 Prozent im Jahr 2001 auf nur noch 7,8 Prozent im Jahr 2015. Der Rückgang zeigt sich sowohl bei den männlichen als auch den weiblichen Jugendlichen. Der Anteil der Jugendlichen, die noch nie geraucht haben, ist in der Studie zufolge mit 79,1 Prozent so hoch wie in noch keiner anderen Untersuchung seit den 1970er Jahren. Auch bei den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren geht die Verbreitung des Rauchens zurück.

Weitere Zahlen: Etwa drei von zehn Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren haben schon einmal Wasserpfeife geraucht (27,3 Prozent). Etwa jeder achte Jugendliche hat schon einmal E-Zigaretten (12,1 Prozent) und etwa jeder siebte E-Shishas (13,5 Prozent) ausprobiert. Die Anteile der 18- bis 25-jährigen Erwachsenen, die schon einmal Wasserpfeife oder E-Zigarette konsumiert haben liegen mit 68,4 Prozent und 20,7 Prozent höher. Anderes gilt mit Blick auf E-Shishas (10,1 Prozent).

Strategische Maßnahmen zur Tabakpolitik

Die Verringerung des Tabakkonsums und ein möglichst umfassender Schutz vor den Gefahren des Passivrauches sind vordringliche Ziele der Bundesregierung. Sie werden mit aufeinander abgestimmten präventiven, gesetzlichen und strukturellen Maßnahmen verfolgt. Dazu gehören Preiserhöhungen sowie Abgabeverbote von Zigaretten an Kinder und Jugendliche, Präventionskampagnen, Werbeeinschränkungen und der Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz. Aufgrund der föderalen Struktur unseres Landes ist der Gesundheitsschutz der Menschen aber nicht nur eine Aufgabe des Bundes, sondern auch der Länder.