Cannabis

Daten zum Cannabiskonsum

Konsum von Cannabis bei Jugendlichen

Konsum von Cannabis bei Jugendlichen (12-17 Jahre)

Konsum von Cannabis bei jungen Erwachsenen

Konsum von Cannabis bei jungen Erwachsenen (18-25 Jahre)

Konsum von Cannabis bei Erwachsenen

Konsum von Cannabis bei Erwachsenen (18-59 Jahre)

Die Cannabis-Pflanze gehört zur botanischen Gattung der Hanfgewächse. Die stärkste Wirkung entfaltet das Cannabinoid Tetrahydrocannabinol – kurz THC. Die Substanz bindet an Cannabinoid-Rezeptoren an, die sich im ganzen Körper, am häufigsten aber im Gehirn befinden und Teil des zum Nervensystem gehörenden Endo cannabinoidsystems sind.

Wird Cannabis geraucht, setzt die Wirkung meist unmittelbar ein, da der Wirkstoff sehr schnell über die Atemwege aufgenommen wird und die Blut-Hirn-Schranke überwindet. Nach ungefähr 15 Minuten erreicht die Wirkung ihr Maximum und klingt nach 30 bis 60 Minuten langsam ab. Wird Cannabis gegessen oder getrunken, wird das enthaltene THC vom Körper langsamer aufgenommen. Die Wirkung ist dann zeitlich verzögert und setzt häufig sehr plötzlich ein. Das Wirkungsspektrum von Cannabis ist vielfältig und hängt von verschiedenen Faktoren ab: zum Beispiel von der Konsumart, der aufgenommenen Menge an THC, der Konsumsituation, aber auch der Grundstimmung und der psychischen Stabilität des Konsumenten.

Der aktuelle Forschungsstand wird in der Studie „Cannabis: Potential und Risiken. Eine wissenschaftliche Analyse (CaPRis)“ zusammengefasst und bewertet (Hoch et al., 2018). Für die Übersichtsarbeit hat das Autorenteam mehr als 2.000 wissenschaftliche Studien der letzten zehn Jahre aus internationalen Datenbanken gesichtet und ausgewertet.

Die WHO veröffentlichte 2016 eine Studie zu den gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen des nichtmedizinischen Cannabisgebrauchs.

Die durch schädlichen Cannabiskonsum verursachten ökonomischen Kosten werden auf 975 Millionen Euro pro Jahr bei 400.000 angenommenen Konsumierenden mit schädlichem Konsum (entspricht 2.438 Euro pro Kopf und Jahr) geschätzt (Effertz et al., 2016). Gegebenenfalls fallen weitere Zusatzkosten durch Tabakkonsum an, wenn beides kombiniert konsumiert wird. Schließlich zeigen die Befunde auch signifikant erhöhte immaterielle Folgen wie Erschöpfung, Depression und Schmerzen. Durch die direkte medizinische Behandlung von Cannabiskonsumenten mit schädlichem Konsum wie auch durch deren gesunkene Produktivität entstehen hohe volkswirtschaftliche Verluste.

Foto: Eine Person dreht zwei Zigaretten mit Cannabis.

Cannabis als Medizin

Eine Behandlung mit cannabinoidhaltigen Arzneimitteln kann für bestimmte schwerkranke Patienten sinnvoll sein. Auf Initiative der Drogenbeauftragten wurde ein Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, damit Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen Cannabisarzneimittel verordnet werden können und die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Das Gesetz trat am 10. März 2017 in Kraft.